#1 Knopf spielt … HABA Bärenhunger

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Bärenhunger wirkt für einen Erwachsenen völlig absurd und eher schon lächerlich, als dass man es als richtiges Spiel bezeichnen könnte.

Würfeln, Breiklecks auf dem Löffel und hinein in den übergroßen Mund des freundlich dreinschauenden Bären. Das war es schon im Wesentlichen.

Um zu sehen, was sich tatsächlich hinter dem Spiel versteckt, muss man sich in die Lage des zweijährigen Kindes versetzen.
Die Spielwelt eines Zweijährigen besteht aus meiner Sicht rein aus freiem Spiel nach eigenen Regeln. Hier wird gekocht, was immer die Vorstellungskraft hergibt, es wird gegen wilde Drachen gekämpft, das Wohnzimmer in eine Baustelle mit Baggerkolonne und Kipperkarawane verwandelt und jeder der nicht bei 3 auf den Bäumen ist mit dem Stethoskop untersucht, und sofort mit einer Spritze geheilt.

Nun kommt das Konzept des Würfels und der Spielregel zum freien Spiel hinzu. Der Würfel schränkt nun die Entscheidung ein, welchen Klecks man füttern darf. Auch Warten gehört vielleicht zu neuen Aspekten im Spiel… man muss warten bis man wieder an der Reihe ist.

Ich denke diese beiden Mechanismen, so banal sie auch sind, sind die Grundlage für alle weiteren Spielregeln, die folgen werden. Auch motorisch wird einem ein wenig abverlangt, denn man muss den Löffel sehr ruhig halten beim „Einfüllen“ in den Bärenmagen. Die Breikleckse rutschen leicht über den glatten Papplöffel.

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Varianten:

Ich gehe hier nur grob auf die Varianten ein. In der Anleitung sind diese wesentlich ausführlicher beschrieben mit Tipps und Anregungen zum Spielverlauf und der Sprachförderung die in das Spiel einfließen kann.

Freies Spielen

Diese Variante haben wir zuerst verwendet. Dabei legt man alle Breikleckse auf den Teller und der Knopf kann nach Herzenslust Füttern und Kleckern. Das Kleckern war überhaupt das Tollste, und schnell hat der Bär seinen Namen „Kleckerbär“ bekommen. Jedes Mal, ob mit Absicht oder nicht, bricht der Knopf in schallendes Gelächter aus, sobald ein Klecks daneben geht.

Kooperatives Spielen

Gespielt wird hier nur mit 4 von 6 verschiedenen Klecksen (Reis und Kartoffeln bleiben aus dem Spiel). Es wird gefüttert was der Würfel zeigt, zeigt der Würfel den lachenden Bären, darf derjenige sich einen Klecks aussuchen, zeigt der Würfel einen Kleckerbären, muss ein Breiklecks vor dem Bären hingelegt werden. Fällt ein Klecks vom Löffel, wird dieser ebenfalls vor den Bären gelegt.
Ist am Ende der Stapel der gefütterten Kleckse höher als der verkleckerten, haben die Spieler gewonnen.

Memory Variante

Die Breikleckse werden in einem Raster vor dem Bären gemischt verdeckt ausgelegt. Nun wird mit den 12 Klecksen ein Memory gespielt. Sind die beiden aufgedeckten Chips identisch, darf der Spieler einen davon behalten, der andere wird mit dem Löffel dem Bären gefüttert.
Sind die Chips nicht identisch werden sie wieder umgedreht, und der nächste Spieler ist dran. Sind alle Chips verfüttert und eingesammelt, hat der Spieler mit dem höchsten Stapel gewonnen.

 

Knopf-Reaktionen:

Der Knopf hatte Anfangs Schwierigkeiten die Kleckse auf dem Löffel zu balancieren, und dann ohne Verlust in den Mund gleiten zu lassen. Irgendwann war es auch viel lustiger zu Kleckern, als den Bären zu füttern. Herrlich dieses Kichern am Tisch 🙂
Den Würfel hat er schnell verstanden nur die beiden Bären-Symbole konnte er nicht auseinander halten. Aber da musste ich auch oft zweimal schauen.

 

Fazit:

Material/Komponenten

Das Material besteht aus fester Pappe, dass kleinen Kinderhänden standhalten kann. Der Würfel ist hübsch bedruckt und zeigt sehr klar die Symbole der Breikleckse.
Kleiner Kritikpunkt, was die Auswahl der Symbole auf den Breiklecksen angeht. Die Kartoffeln sind nicht als solche zu erkennen. Der Knopf hat die gelben Dinger als Mais identifiziert, was es bei uns jetzt auch bleibt.

Ein weiterer Kritikpunkt geht an den Bärenaufsteller. Die Falz scheint stabil genug zu sein, dass der Bär nicht entzwei gerissen werden kann. Aber ein unachtsamer Moment von mir und schon hat der Knopf den Bären aus der Schachtel genommen und wollte Ihn zusammenklappen. Leider war die Schirmmütze noch im Aufsteller, so hat sich die Bildfolie von der Graupappe darunter getrennt. Ist nicht wirklich tragisch, man konnte es kleben, aber mir hätte es besser gefallen wenn auch die Oberseite durchgängig geklebt wäre.

Alter

Das Spiel ist mit dem Alter 2+ gekennzeichnet. Wir haben das Spiel mit knapp 2,5 Jahren gekauft und würden sagen, dass hier das richtige Alter für einen Spieleanfänger ist.

 

Regelheft

Das Regelheft ist mehrsprachig und sehr schön gestaltet. Die Regeln sind klar, und geben den Eltern wichtige Hinweise zur Herangehensweise der einzelnen Spielvarianten und zur Förderung der Kinder. Manchmal wünsche ich mir, dass auch die großen Spiele die Sorgfalt in ihre Handbucher stecken würden, wie das bei Kinderspielen so oft der Fall ist.

Empfehlung

Zwei Daumen hoch. Das Spiel hat für seinen doch fairen Preis von knapp 10 € schon jede Menge Spaß auf den Tisch gebracht. Die Optik ist einfach Klasse und thematisch findet sich der kleine Kleckerknopf da sofort wieder.

Einziger Wehrmutstropfen, wie für die meisten Kinderspiele: Als Erwachsener hat man nicht so lange Freude am Spiel, wie der Nachwuchs.

Schachtelinhalt

1 Bären-Aufsteller mit Hut
12 Breikleckse (in 6 Farben)
1 Teller
1 Löffel
1 Würfel
1 Spielanleitung

Preis

9,99€ in einem lokalem Spielwarengeschäft.

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