#100 Papa spricht über … Bloggen und die 100

100 Artikel hab ich wohl schon geschrieben. Vielleicht ist das ein Grund zu feiern, oder ein Grund auszuflippen. Ich sehe die 100 aber aus einem anderen Blickwinkel. 100 Artikel, und ich habe immer noch keine Routine im Schreiben gefunden. Jeder Artikel bedeutet für mich richtig Arbeit und bedeutet: Schreiben, verwerfen, schreiben, ausbessern etc. Ich kann diesen dussligen Veröffentlichen-Knopf nicht drücken, bis ich voll und ganz hinter einem Artikel stehe.

Aber ist Routine wirklich das, was ich gesucht habe? Anfangs hatte ich die Hoffnung, es würde so kommen und ich könnte mindestens 1-2 Artikel die Woche veröffentlichen. In Wirklichkeit sind es aber doch deutlich weniger geworden. Da spielt zum einen die Tatsache eine Rolle, dass ich schlicht keine kurzen Artikel schreiben mag, und zweitens, ist der Alltag manchmal anstrengender, als man vorher geglaubt hat. Manche wissen es schon, in etwa 6-8 Wochen wird ein neuer Knopf zu der Knopffamilie stoßen, und damit wird sich eines sicher ändern. Meine Zeit wird weiter eingeschränkt. Hat mich diese Tatsache vor 6 Monaten vielleicht noch geärgert, sehe ich es heute sehr gelassen. Es kommt eben wie es kommt. Auf weitere 100 Artikel würde ich sagen: vielleicht in zwei Jahren? Wer weiß das heute schon.

Ich möchte mich jedenfalls bei all denjenigen bedanken, die mich in den letzten fast 20 Monaten besucht, angesprochen, unterstützt und kritisiert haben. Ja auch ein Dank an all die Internettrolle da draußen, die Nachts tolle Kommentare unter die Artikel schreiben, oder sich die Mühe machen, mir eine Mail zu schicken. Ihr seid das Salz in jeder Party-Gesprächsrunde. So bleiben die Anekdoten nicht aus, und ich habe was zu erzählen, und manchmal sogar etwas, worüber ich mich etwas aufregen kann. Ich brauch das manchmal 🙂

Als kleines Dankeschön möchte ich nun ein bisschen was darüber schreiben, was der Blog mit meinem Leben angestellt hat. Was sich verändert hat, und was sich vielleicht sogar verschlechtert hat. Denn nicht alles ist immer positiv. Ich möchte Euch dann ermutigen, selbst einmal einen Blog zu starten, und euch meine Sicht schildern, was man anfangs tun oder eher lassen sollte. Gleich vorweg, ich werde hier vermutlich Anderen auf die Fuße treten. Seht es als offene Kritik, und respektiert meine Meinung, wie ich eure Meinung zu den Themen respektieren werde, aber sie nicht teilen muss.

Was hat sich verbessert?

Auch wenn es vielleicht keiner glauben mag, aber meine Rechtschreibung hat sich verbessert. Unglaublich, wie oft man ein Wort nachschlägt oder wie oft man verunsichert ist, was denn nun richtig ist. Ich kenn‘ mich da nimmer aus :).

Durch den Blog, bin ich zu einer offeneren Person geworden. Sei es durch die vorab verhassten sozialen Netzwerke, oder schlicht beim Kontakt mit fremden Menschen. Ich bin Informatiker, und mag deterministische Lösungen. Menschen sind unberechenbar, weshalb ich ungern auf Fremde zugegangen bin. Das hat sich geändert. Heute schätze ich jeden neuen Kontakt, und freue mich über jedes Gespräch über mein Lieblingshobby. Sei es am Telefon mit Spieldesignern, oder mit Verlagen, oder der direkte Kontakt auf der Messe.
Ich stolpere heute nicht mehr blind durch den Spieledschungel, sondern bilde mir ein: Ich kenne mich aus, und ich weiß, was ich will. Das trifft zwar nicht immer zu, aber ich werde immer ausgewählter, was meinen Spielegeschmack angeht.

Und zuletzt, der Grund, warum das alles angefangen hat, mein Knopf ist zu einem stetigen Spielepartner geworden. Durch den Blog, haben wir die Möglichkeit, auszuprobieren, was uns/mir gefällt. Ich lasse ihn inzwischen schon manchmal etwas mit entscheiden, was wir denn noch testen sollen. Ihm bereitet das Spielen eine riesen Freude, und ich genieße diese Quality-Time mit meinem Sohn. Manchmal ist er so in Fahrt, das Papa um Gnade oder eine Pause betteln muss. So kann es gehen. Er wird bald fünf Jahre alt, und ich sehe die ersten großen Spiele am Horizont, die er auch bewältigen kann.

Was hat sich verschlechtert?

Es ist nicht alles Gold, was glänzt, sagt man. Und hier stimmt es. Wer sich dazu entscheidet einen Blog zu starten, muss sich über einige Dinge im klaren sein. Soll mehr als ein Artikel im Monat bei rum kommen. Ihr werdet von nun an, nur noch neue Spiele spielen. Die alten Klassiker, die heißgeliebten Kampagnenspiele könnt ihr, mit einer Familie und privaten Verpflichtungen, vergessen. Das ging sogar so weit, dass ich zuletzt schlicht einen Teil meiner Sammlung aufgelöst habe, um weniger Auswahl zu haben, um dann vielleicht öfter mal zum selben Spiel zu greifen. Denn in der Realität, ist es so, hat man einen Review erarbeitet, spricht oft genug gespielt, und dann geschrieben, bleibt das Ding im Schrank, weil der nächste Kandidat dran ist. Das ist ein offenes Geheimnis, und sollte euch bewusst sein.

Ich habe meine Begeisterung für viele Neuheiten verloren. Es werden so viele Spiele veröffentlicht, dass mich persönlich, die Hälfte der Spiele schon nach dem Lesen der Regeln völlig kalt lässt. Das kommt daher, dass viele Spiele einfach den anderen bekannten Klassikern zu ähnlich sind, oder einfach mittelmäßiger Regalfüllstoff sind, die es nicht wert sind, dort aufbewahrt zu werden. Nicht falsch verstehen, ich kann mich noch SEHR für Spiele begeistern, aber das Spiel muss gut sein. Oder etwas sehr cleveres mitbringen. Kleiner Spoiler: Yamatai hat ein hervorragendes Artwork. Das war es für mich dann aber leider auch schon. Mehr dazu aber ein ein paar Tagen/Wochen.

Ich muss mich plötzlich mit Dingen beschäftigen, die mir zuwider sind. Ich spreche hier über Anfeindungen, das Finanzamt (Auch wenn ich nicht kommerziell arbeite, sollte man sich informieren), über DATENSCHUTZ!!!! mal ganz groß geschrieben (mach ich im Büro jeden Tag, jetzt leider auch privat noch) und ich musste mich im Internet als Person zu erkennen geben, Stichwort: Impressumspflicht. Damit gebe ich nicht nur meine Adresse und meinen Wohnort an, sondern auch den meiner Familie. Das war mit Abstand der härteste Schritt, und ich hasse es. Wir haben das besprochen, und uns dafür entschieden, weil wir glauben, Brettspieler sind alles gute Menschen. 🙂

Zuletzt noch ein kleiner Hinweis: Ich werde im folgenden über Rezensionsexemplare sprechen. Auch hier ist es nicht nur ein gratis Spiel, sondern wesentlich mehr. Aber dazu mehr, im passenden Abschnitt.

Dein eigener Blog

Drei kurze Worte: Mach es einfach!
Lasst euch nicht entmutigen, von Leuten, die alles besser wissen, und die euch sagen: Es gibt doch schon genug Blogs, wer will das denn alles lesen. Lasst euch nix einreden. Wenn ihr Bock auf einen eigenen Blog habt, dann schreibt. Ob ihr nun einen freien Webhoster nutzt, um es mal auszuprobieren, oder einen Blog als Gastautor unterstützt, oder ein Paket bucht, mit eigenem Server etc. Das sind alles Einzelheiten. Am Ende kommt es darauf an, was ihr schreibt, und wie. Wenn ihr eure Artikel mit Freude und Leidenschaft schreibt, dann wird es Leser dafür geben. Wenn ihr wissen wollt, wie man mehr Leser erreicht, dann fragt mich einfach (dieses Angebot könnte ich bereuen 🙂 )

Leserzahlen sind allerdings völlig unwichtig, eine Lektion, die ich erst lernen musste. Denn irgendwann kommen die von ganz alleine. Keine Zehntausende, aber Hunderte sind es jeden Monat irgendwann von selbst. Geduld und Ausdauer muss man haben.

Worauf solltet ihr achten?

Es ist völlig egal, ob ihr 300 Wörter oder 3000 Wörter schreibt. Es ist wichtig, was ihr schreibt. Tippt nicht die Anleitung ab, und versucht nicht jede Regel im Spiel im Text unterzubringen. Vermittelt lieber die Kernmechanismen, lasst Details weg, und erwähnt vielleicht sogar nur diese, die wirklich entscheidend sind. Was ist die Spielidee, was sind die Kniffe und wo liegt der Reiz des Spieles. Was unterscheidet das Spiel vom Rest und gaaaaaaaanz wichtig: Was ist eure Meinung zu dem Spiel. Ich lese ganz oft neue Blogs, und fast immer ist das Fazit zu kurz, oder beschränkt sich auf eine Punktewertung. Das ist zu wenig.

Wenn ihr genau begründet, und erläutert, warum euch das Spiel gefällt, dann wird der Leser sich das Spiel vielleicht zulegen. Und das Nächste vielleicht auch und das Nächste. Irgendwann weiß er dann, dass er sich auf dein Urteil verlassen kann. Was dir gefällt, gefällt ihm meistens auch.

Überlegt Euch genau, für wen schreibt ihr die Artikel. Andere Blogger und Brettspielfreaks, oder Leute, die vielleicht wenig Kontakt zum Hobby haben. Wenn zweiteres zutrifft, seid sparsam mit Fachbegriffen und Anglizismen.

Sucht euch eine Nische. Macht nicht, was alle machen, oder machte es besser. Das ist leichter geschrieben, als getan. Aber seid Euch bewusst, wenn ihr wiedererkannt werden wollt, dann sucht euch ein Thema, woran man euch erkennt.

Ein weiterer Tipp, den ich mitgeben kann, den ich auch erst selbst herausfinden musste: Lest keine anderen Rezensionen zu einem Spiel, wenn ihr selbst eine schreiben wollt. Ihr verhunzt damit euren Artikel, und werdet vorbelastet in das erste Spiel gehen. Wenn euch die Meinung der Kollegen interessiert, lest die Artikel danach.

Rechtschreibung, Absätze und Kommasetzung. Hier bin ich sicher kein Musterbeispiel, aber achtet darauf, keine Textwand aufzubauen. Durchbrecht die Texte mit Bildern und Überschriften. Das macht die Artikel besser lesbar. Thema lesbar. Achtet auf eine klare Optik der Schrift und der Farbgestaltung. Denkt daran, auch alte Männer lesen Artikel. (Lesen Jugendliche heute noch? ) Ich selbst kann helle Schrift auf dunklem Grund nur sehr angestrengt lesen. Erspart mir das, und macht es ordentlich.

Wollt Ihr Google Analytics nutzen, macht Euch schlau, was der europäische Datenschutz dazu sagt. Stichwort: Auftragsdatenverarbeitungsvertrag.

Was solltet ihr unbedingt sein lassen?

ACHTUNG: Meinung inside 🙂

Wenn es irgendwie geht, schaltete KEINE Werbung auf dem Blog. Kein Mensch wird reich durch Werbebanner, wenn er einen Brettspielblog betreibt. Werbung nervt, wird von den meisten Usern sowieso geblockt, macht Eure Seite langsam und ist grauenhaft, was den Datenschutz angeht.

Lasst diese lausigen Affiliate-Links weg. Wenn ihr einen Artikel schreibt, und ein Spiel gut bewertet, und es mir dann zum Kauf auf Provisionsbasis anbietet, wie seriös wirkt ihr dann noch? Auch hier, sind es die 5% Provision wert, sein Ansehen aufs Spiel zu setzen? Vielleicht hat jemand den Amazon Link auf meiner Seite entdeckt. Der ist ein Experiment, der schon sehr lange dort ist. Und er wird NIE angeklickt. Ich bewerbe ihn aber auch nie 🙂

Patreon/Kickstarter etc… Ich muss manchmal echt lachen, wenn ich Blogs sehe, die seit Monaten einen Patreon Account bewerben, und dann dort 7$ stehen haben. Das ist peinlich, und wie ich finde, erniedrigend. Da hat man Schwarz auf Weiß, den Wert seines Blogs stehen.

Punktebwertungen. Ich kann damit nix anfangen. Wenn ihr sie nutzt, sagt mir, was eine 8.5 bedeutet. Und warum eine 8.5 im Kinderspiel, das Gleiche wie eine 8.5 im Expertenspiel ist. Die Realität wird so aussehen: Ihr werdet nur Spiele rezensieren, die euch interessieren, denn für alle, also auch den ganzen mässigen Mist auf dem Markt, wird euch die Zeit und die Lust fehlen. Damit erreicht ihr, dass Eure Punktebwertungen immer im oberen Bereich liegen. Und damit ist das System obsolet.

Auszeichnungen, Awards und Pokale: Pfft, überlasst das doch der Spiel des Jahres Jury, oder großen Communities > 1000 Mitgliedern. (deutscher Spielepreis)

Haltet euch nicht für zu wichtig. Richtig, ihr seid einer unter Hunderten von Bloggern, und Journalisten und Content-Erzeugern. Wenn du einen Blog als Hobby betreibst, betreibe ihn nicht als Business. Ich durfte es in Nürnberg auf der Fachbesuchermesse selbst erleben. Ich bin völlig planlos dort hin gefahren, und wollte mich treiben lassen, sehen, was ich entdecken kann. Gleich zu Beginn, wurde mir von dem Veteranen unter uns Bloggern erklärt: Ohne Termin kommst du zu nix. Die sind alle wie aufgescheuchte Hühnchen von Termin zu Termin gewetzt. Ich habe mich gewundert, Geduld mitgebracht, freundlich gefragt, und kam auch ohne Termin, zu dem, was ich sehen und erklärt haben wollte.
Ich hatte mich Anfangs oft noch geärgert, wenn ich zu einem Wunschspiel, kein Rezensionsexemplar abbekommen habe. Heute sehe ich das sehr gelassen, und spiele ein anderes Spiel, was vielleicht nicht auf der Top-Liste ganz oben steht.

Jagd nicht Klickzahlen hinterher. Wenn ihr hohe Klickzahlen haben wollt, dann schreibt Pressemitteilungen ab, schreibt 50 Worte zu einen Kickstarter-Spiel, dass ihr dann „interessant“ findet, und verlinkt die Kampagne. Nennt das dann irgendwie xyznews.de und schön läuft der Laden. Dann nennt euch bitte nicht Blogger/Rezensent/Reviewer. Nennt euch Nachrichtenmakler oder so ähnlich.
Wenn euch die Anzahl der Seitenbesucher wichtig ist, dann werdet ihr irgendwann eure Artikel nach Google SEO (Suchmaschinenoptimierung) gestalten, nur noch über den heißen Scheiß schreiben, und die wahren Perlen auf diesem Brettspielmarkt verpassen. Aber vielleicht klappt es dann ja mit der Werbung und dem Patreon Account.

Stellt euch nicht vor die Kamera, wenn ihr euch dabei komisch vorkommt. Wie viele Videos sind auf Youtube zu sehen, wo ich mir denke: Warum zur Hölle seid ihr vor der Kamera. Das sieht verkrampft und erzwungen aus. Da habe ich als Zuschauer keinen Spaß daran.

Und eine Sache, die mir sehr wichtig ist. Zerrt Eure Kinder nicht vor die Kamera und bringt sie per Bild oder Video ins Internet. Ich bin der festen Überzeugung, Kinder haben auch ein Persönlichkeitsrecht, und das Recht am eigenen Bild. Sie sind oft zu klein, um zu wissen, was die Folgen sein können. Ich weiß, Youtuber ist Berufswunsch Nummer 1, aber man sollte hier sehr klar aufklären, und seine Kinder schützen. Irgendwann kann man es als Elternteil nicht mehr verhindern, aber dann sollten die Kinder alt genug sein, die Entscheidung zu treffen.

Rezensionsexemplare, freie Spiele, heißes Thema

Kaum ein Thema ist umstrittener als dieses. Soll man sie nehmen, darf man sie nehmen, und wie bekommt man sie.

Vorweg, ich markiere alle Artikel, die mit Rezensionsexemplaren erstellt worden sind, um möglichst viel Transparenz zu erzeugen. Einen Unterschied macht es allerdings nicht. Das könnt ihr glauben oder nicht 🙂

Das Thema zieht Neider an, und macht euch leider auch angreifbar. Schreibe ich einen positiven Artikel über ein Spiel, was ich mit einem Rezensionsexemplar bewerten konnte, sind schnell die Worte ausgesprochen: Klar wessen Brot ich fress, dessen Musik ich spiel. Aber hier muss man eben stark bleiben. Bewertet, die Spiele so, wie ihr empfindet. Seid fair in euren Rezensionen, und schreibt, was euch gefällt, oder eben nicht. Die Verlage brauchen dieses Feedback, und nicht zum ersten Mal, wurde nachträglich etwas verbessert, oder am Spiel verändert. Wenn euch ein Verlag keine Exemplare mehr gibt, weil ihr sie runter geputzt habt, dann ignoriert den Verlag eben, oder kauft die Spiele selbst.
Ein Rezensionsexemplar ist für Verlage eben auch nur ein Werbemittel, und billiger, als im TV oder Internet Werbung zu schalten.

Ich werde oft gefragt, wie man an die Exemplare herankommt. Die Antwort ist simpel, man fragt höflich danach bei der Pressestelle, und entweder bekommt man was oder nicht. Die große Variable ist eben, wie man fragt. Ich habe mit Pressevertretern gesprochen, und die haben unaussprechliches berichtet, was da teilweise für Anfragen kommen, Von Rotzfrech, bis zur Drohung alles dabei. Überprüfen kann ich diese Legenden zwar nicht, aber ich bin sicher, da draußen gibt es Blogger, die so von sich überzeugt sind, auch mal was „anzufordern“. Ich war von Beginn an sehr offen und ehrlich, was meine Absichten und meine Reichweite angeht. Und es war nie ein Problem.

Es sollte klar sein, dass ihr vermutlich zu Beginn, den Messehit, nicht zugeschickt bekommen werdet. Seid ehrlich zu euch selbst und den Verlagen. Kannst du das Spiel auf deinem Blog wirklich ordentlich repräsentieren? Zum Beispiel, kannst du genug Leute erreichen, um ein Spiel zu rezensieren, dass vielleicht nur eine winzige Auflage hat. Ist es von einem noch kleineren Verlag, der drauf angewiesen ist, dass du sein Spiel öffentlich machst? Oder solltest du das Spiel anderen, größeren Blogs überlassen?

Ein Rezensionsexemplar ist nicht immer nur positiv. Klar, kaum einer hat das Hobbybudget, sich jedes spannende neue Spiel zu kaufen, muss man ja auch nicht. Aber seid euch bewusst, ein Rezensionsexemplar bringt auch Pflichten mit sich. Spiele ich ein selbst gekauftes Spiel, kann ich in drei Worten beschrieben: Das ist geil! Das genügt bei einem Rezensionsexemplar nicht. Der Verlag erwartet etwas mehr. Und zwar nicht irgendwann in einem Jahr, sondern in nächster Zeit. Der Zeitraum sei mal dahingestellt.
Ihr habt also nun die Aufgabe ein Spiel tatsächlich mehrfach zu spielen, es zu testen und auszuloten. Ihr braucht also willige Mitspieler und Zeit. Viel Zeit. In eine meiner Rezensionen gehen locker mal 10-12 Stunden. Da sind dann 30€ gegenwert nen ziemlich beschissener Stundenlohn. So darf man das nicht sehen. Rezensionsexemplare heißen nicht umsonst auch Arbeitsmaterial. 🙂

Fazit

Nachdem der Artikel jetzt schon wieder sau lang geworden ist, mache ich es kurz: ich habe richtig Bock auf die nächsten 100 Artikel. Ich werde sicher weiter dran bleiben, alles im Rahmen dessen, was ich nebenbei noch schaffen kann. Ich werde versuchen dieses Jahr zum Ersten mal nach Essen zu fahren, und ich werde versuchen, weiter spannende Dinge aus der Welt der Brettspiele auszugraben. Ich kann jetzt schon versprechen, es wird einiges kommen, was vielleicht keinen interessiert, aber auch noch keiner drüber berichtet hat.
Ich mag das Sonderbare, und das Seltene. Ich werde den Fokus wieder weiter Richtung Kinderspiele rücken und Spiele die mich mehr interessieren, als einem Hype hinterherzueifern. Das machen inzwischen wirklich zu viele und da kann ich das Feld gerne den anderen überlassen. Solospiele werden auch weiterhin ein Thema bleiben, diese Welt fasziniert mich, und ist auch vom Aufwand etwas geringer: man erspart sich die Suche nach immer neuen Testspielern.

Nochmal ein Dankeschön und ich hoffe bald mehr neue Blogs zu sehen. Wer Fragen hat, haut sie raus und wenn die Frage gut genug ist, werde ich meine Antwort hier noch einweben. 🙂

6 thoughts on “#100 Papa spricht über … Bloggen und die 100

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  2. Christian Renkel

    Hey Daniel,

    Erst mal herzlichen Glückwunsch zur 100! Auf das noch viele folgen werden.

    Danke für die offenen Worte im Artikel. Auch, wenn es von manchem nicht so positiv aufgefasst werden könnte… 😉

    Ich freue mich auf noch viele weitere Artikel.

    Dir und deiner Familie alles Gute!

    Grüße
    Christian

    Reply
  3. Sevan Kirder Hegetschweiler

    Bestimmt werde ich keinen eigenen Blog schreiben, interessant war es trotzdem. Danke und herzliche Gratulation, zum Blog, zum kommenden Knopf und überhaupt.

    Grüsse
    Sevan

    Reply
  4. HilkMAN

    Sehr schöner Ratgeber, auch wenn ich natürlich nicht allem zustimmen kann – natürlich können sich auch Leute, die Nachrichten aus der Spieleszene posten, Blogger/innen nennen. Warum auch nicht? Als ich mein Blog angefangen habe, habe ich mich gar nicht in erster Linie als Rezensent verstanden, sondern als jemand, der gern über Spiele schreibt. Wichtiger fand ich, meine Nische zu suchen, in der ich tatsächlich etwas bieten konnte, was nicht überall sonst schon steht. Wie ich damit heiße, ist mir dann eher egal.
    Aber der wichtigste Tipp klingt ja aus Deinem Artikel gut raus: Wer ein Blog aufmachen will, sollte vielleicht nicht so sehr im Kopf haben, wie viele Leute das lesen und wie viele Rezensionsexemplare und wie viele Werbeeinnahmen man so kriegen kann, sondern ob das, was man tut, so viel Spaß macht, dass man es auch durchhält. Ob ein Blog wirklich was taugt, zeigt sich eben erst nach längerer Zeit, nicht dadurch, dass man in den ersten Wochen 50 Artikelchen raushaut. Da hast Du mit 100 Artikeln ja schon mal eine Duftmarke gesetzt. Herzlichen Glückwunsch! Wie Du mit 100 Artikeln in 20 Monaten auf „deutlich weniger“ als 1-2 pro Woche kommst, bleibt Dein Geheimnis. 😉

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  5. Tobias Franke

    Servus Daniel!

    Glückwunsch zum Durchhalten! Aber nicht nur dazu, sondern in erster Linie für die Inhalte! Ich verfolge deinen Blog von Anfang an – auch weil ich so einen gerne schon vor fünf-sechs Jahren gehabt hätte. Ich habe da bei meinen Kindern etwas Zeitvorsprung gegenüber deinen. 😉

    Einen Punkt möchte ich wirklich nochmals dick und fett unterstreichen: hört auf mit Kinderfotos oder -videos. Selbst wenn sie das im Moment lustig finden, so können sie doch die Reichweite nicht abschätzen. Gibt gerne deren Meinung Raum (mein Sohn durfte auch schon den ein oder anderen Beitrag mitgestalten und seine Meinung interessiert mich sowieso), aber doch bitte nicht visuell.

    Viele Grüße,
    Tobias

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