#101 Solopartie … NMBR 9

NMBR 9
Als ich NMBR 9 in Nürnberg auf der Spielwarenmesse gesehen habe, dachte ich gleich: Spiel des Jahres Kandidat. Es war nur so ein Gefühl, was mich auch noch lange begleitet hat. Was daraus geworden ist, wissen wir inzwischen. Es ist weder nominiert, noch auf der Empfehlungsliste.

Gespielt wird über 20 Runden. Eine Karte, die eine Nummer repräsentiert, wird vom Stapel gezogen. Jeder Spieler nimmt sich das entsprechende Plättchen aus der Box und legt es vor sich, in seine Auslage ab. Dabei muss der Spieler einige Legeregeln beachten. Wichtig ist, dass ein Plättchen auf dem Tisch (Ebene 0), immer andere Plättchen berühren muss, und Plättchen, die man oben drauf legen will, immer auf mindestens zwei andere Plättchen liegen. Zusätzlich dürfen keine Lücken in der darunterliegenden Ebene überbaut werden.
So werden alle 20 Karten gespielt, und die Spieler versuchen hochwertige Plättchen, möglichst weit oben zu platzieren. Denn am Ende des Spieles, zählen alle Plättchen, die den Tisch berühren, 0 Punkte. Alle Plättchen auf Ebene 1, werden mit 1 x Wert des Plättchens multipliziert, in Ebene 2 mit x2 und so weiter. Eine 9 auf Ebene 4 ist demnach 36 Punkte wert, und lasst es mich vorweg nehmen: ist sehr unwahrscheinlich.

Am Ende gewinnt der Spieler, mit den meisten Punkten.

Das Solo-Spiel

Spielt sich exakt, wie das Mehrpersonen-Spiel, nur das das Ziel sein sollte, die 100-Punktemarke zu überschreiten. Ich habe gerade am Anfang, es wirklich oft versucht und es sogar ein einziges Mal geschafft. Dieser Teil hat wirklich großen Spaß gemacht.

Aber irgendwann ist die Motivation flöten gegangen, da es ganz und gar vom Kartenstapel abhängig ist, ob man seinen Highscore knacken kann, oder nicht. Ich finde es damit ziemlich sinnlos und ein klein bisschen verschwendete Zeit, die man mit anderen Spielen verbringen könnte. Wenn ich mich in einem Solospiel verbessern will, möchte ich ein wenig Einfluß auf die Spielverlauf haben. Das hat NMBR 9 Solo leider gar nicht.

Wenn die ersten sechs Karten deine beiden 9er und 8er sind, kannst‘ das Spiel direkt abbrechen. Ich habe dann irgendwann mal, rein aus Interesse die Karten sortiert, um einen Highscore zu erzeugen. Da muss ich sogar sagen, dass mich diese Art zu spielen wesentlich mehr reizte. Alle 20 Plättchen vor sich ablegen und dann versuchen ein Gebilde zu schaffen, was die meisten Punkte bringt. So waren die 100 Punkte auch kein Thema mehr. Das Ganze dann gepaart mit einem 5 Minuten Timer, kann ich mir als Spiel immer noch vorstellen.

Der Programmierer in mir, hatte sich sogar überlegt ein Programm zu schreiben, was die maximalen Punktzahl errechnet. Aber dieses Projekt ist meinen anderen Hobbies, nämlich auch mal ein anderes Spiel zu spielen, zum Opfer gefallen.

NMBR 9

Fazit zu NMBR 9

Material/Komponenten

Die Plättchen sind wirklich gut gemacht. Sie haben alle eine interessante Form und passen gut zueinander. Aber nicht zu gut, um eine Herausforderung übrig zu lassen. Die Qualität ist super.

Aber ich muss leider etwas meckern. Liebe Verlage, ich verstehe, wenn ihr die gleiche Boxgröße für mehre Spiele verwendet, um die Kosten niedrig zu halten. Ich verstehe vielleicht auch, dass es um die Repräsentation im Regal des Händlers geht. Aber muss man es immer gleich so übertreiben? Die Box enthält ein Tiefziehteil, was alle Nummer festhält, und das sogar fast immer, auch wenn die Box aufrecht im Regal steht. Dafür ein Dankeschön. Aber wieso muss unter den Zahlen nochmal so viel Luft sein? Die Box hätte halb so hoch sein können.

Das Spiel ist für mich ein kleiner Füller, nimmt aber Platz, wie ein großes Spiel im Regal ein. Finde ich nicht gut.

NMBR 9

Empfehlung

So stark, wie der Ersteindruck, und meine ersten Runden mit dem Spiel, waren, so schnell hat die Faszination an dem Spiel auch wieder abgenommen. Ich hatte Solo eine ganze Zeit wirklich Spaß. Aber nach einiger Zeit, und dem überschreiten der 100ter Marke, war die Luft raus. Sinnbildlich habe ich das Spiel durchgespielt, und keine Lust auf Wiederholungen. Ich habe mich mehr über die Boxgröße geärgert, als Freude am Spiel zu haben, womit ich dem Spiel vermutlich arges Unrecht antue. Aber hilft ja alles nichts.

Und scheinbar hat auch ein Teil der Jury eine ähnliche Meinung. Denn NMBR 9 erfüllt eigentlich alle Kriterien eines Spiel des Jahres Gewinners. Es ist bunt und hübsch, es ist leicht zu erlernen, es bringt einen gewissen Spielspaß, es kann mit Kindern gespielt werden (wobei hier die Multiplikation schon beherrscht werden sollte) und es kostet nicht die Welt. (Das sind meine „Spiel des Jahres“-Kriterien; ich hoffe die Offiziellen, sind etwas differenzierter)

Ich habe es nur ein paar Mal mit anderen Spielern zusammen gespielt, und hier kam es gut an. Hier spielt die Reihenfolge der Karten keine Rolle, da alle die gleichen Voraussetzungen haben. Leider ist es aber auch mit mehr Spielern nicht viel spannender. Ein kurzes Puzzle, das jeder für sich löst, ohne irgendwelche Interaktion. Vielleicht kann man sich über eine Erweiterung gedanken machen, die Sonderkarten ins Kartendeck mischt, und somit dem Spiel ein bisschen mehr Inhalt gibt. Dann würde auch die Boxgröße wieder passen.

Wenn wir also ein Spiel suchen, wo alle gleichzeitig, eine Aufgabe lösen sollen, würde ich lieber wieder zu Karuba greifen. Das hat zwar eine längere Spielzeit, aber diese ist dann wenigstens gut investiert.

Daraus resultiert mein Fazit: ganz nett, kann man mal spielen, man verpasst aber auch nichts, wenn man dieses Spiel nicht spielt. Besonders das Solospiel hat auf Dauer enttäuscht.

NMBR 9

Credits

AbacusSpiele
Author: Peter Wichmann
Grafik: Fiore GmbH
1-4 Spieler
ab 8 Jahre
ca. 10-20 Minuten Solo: 10 Minuten

Preis

ca. 15€ (Stand Juni 2017)

Ich bedanke mich bei AbacusSpiele für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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