#107 Knopf spielt … Brumm Brumm

Brumm Brumm
Ich hoffe, ihr seid gut angeschnallt. Jetzt wird es rasant… oder naja, so rasant, wie es in einem Schneckenrennen eben werden kann. Brumm Brumm, sieht bisschen wie Tempo kleine Schnecke, einem Kinderspielklassiker, aus, hat aber doch einige Unterschiede.

Jeder Spieler stellt seine Schnecke, auf die vorab gebaute Strecke. Je nach Platzierung würfelt der Spieler mit einem Würfel pro Rangfolge. Also der Spieler an dritter Position mit drei Würfeln, der Erste nur mit einem Würfel. Dabei beginnt immer, der Erstplatzierte.
Aus diesem Würfeln sucht sich der Spieler einen aus, und schiebt die Schnecke mit einem Finger, um diese Anzahl, nach vorne. Um die „Schritte“ zu zählen, ist auf dem Mittelrad der Schnecke, ein Strich angebracht, der die Umdrehungen anzeigt.
Der Zug endet aber sofort, wenn eine Schnecke die Strecke verlässt, oder den Tisch berührt.

Gewonnen hat die Schnecke, die zuerst durchs Ziel rast.

Brumm Brumm

Knopf-Reaktionen:

Die größte Freude am Spiel, hat der Knopf am Puzzle vor dem Spiel, dem Streckenbauen. Das Rennen selbst, nimmt er als Rennen war, ist aber erstaunlich verhalten. Normalerweise, wie in Monza von HABA, ist er sehr erpicht darauf, das Rennen auch zu gewinnen, hier spielt er es zu Ende. Ich denke, er ahnt, dass er keinen Einfluss auf den Ausgang des Rennens hat.
Brumm Brumm

Fazit zu Brumm Brumm:

Material/Komponenten

Die Streckenteile sind clever beschichtet, so dass die Schnecken nicht geschoben werden können, sondern tatsächlich rollen, und damit nicht, aus Versehen, geschummelt wird. Die Schnecken sind super, die Idee, die Umdrehungen zu zählen, finde ich total gut, und auch der Ansatz des Geschicklichkeitsspieles finde ich gut. Die Würfel sind normale sechsseitige Würfel, langweilig schwarz, dazu schreibe ich gleich im Fazit noch etwas.
Brumm Brumm

Alter

Das Spiel ist für Kinder ab vier Jahren. Aber sobald Kinder bis Sechs zählen können, und den Standardwürfel lesen, kann man es auf den Tisch bringen. Das Spiel hat nur diese eine Regel, würfel und schiebe… das war es.

Empfehlung

Mein Knopf und die Mitspieler waren alle zwischen 4 und 5 Jahren alt. Und ich habe schon lange, kein so langweiliges Spiel gespielt. Es passiert absolut nix, was Emotionen wecken könnte. In dem Alter merken die Kinder sehr schnell, wenn sie eine andere Schnecke schubsen, und sind meistens geschickt genug, die Schnecke richtig zu schieben. Diese Übungen macht man in den Spielen ab zwei oder drei Jahren. Brumm Brumm ist also sicher kein Geschicklichkeitsspiel. Ein Rennen ist es auch nur bedingt.

Zu zweit kommt man sich überhaupt nicht in die Quere, und zu viert wird es so eng, dass man an den drei Vorderen nicht vorbei kommt. Hier kann es zum besagten Geschicklichkeitsspiel kommen, ähnlich Jenga. Wie weit kann ich eine Schnecke schieben, ohne sie ins Aus zu schieben, und trotzdem noch vorbei zu kommen. Aber das passiert wirklich selten. Da es dabei auch kein Zeitlimit gibt, zieht sich dann das Spiel etwas.
Zudem kann das Spiel wirklich frustrierend sein, wenn der eine immer gut und der andere immer schlecht würfelt. Letzter Vorwurf gilt für jedes einfache Würfelspiel, aber der Unterschied zwischen einer Umdrehung und sechs Umdrehungen ist enorm hoch.

Dann muss ich gerade noch etwas ausholen. Ich kannte das Spiel schon vor der deutschen Version. Vroom Vroom von Blue Orange Games. Und ich habe einige Dinge in der Asmodee-Box vermisst. Zunächst ist in der US-Version ein Pappe-Podest dabei, um die Sieger zu küren. Gut das ist Fluff, kann man drauf verzichten. Aber Vroom Vroom kommt mit speziellen Farbwürfeln, die die Zugweite bestimmen. Jeder wirft immer vier Würfel, und zählt seine Farben, oder Joker. Damit ist die maximale Zugweite 4 und die Minimale 0. Bei einem D6 ist der Unterschied eins höher, was einen Unterschied macht. Vielleicht nicht für die Kinder, aber für mich als mitspielenden Papa.

Und was ich nicht verstehen kann, in Vroom Vroom müssen die Schnecken kleine Pappmarker aufsammeln, die man vorher auf der Strecke verteilt. Drei verschiedene, die man jeweils nur einmal sammeln kann. Das animiert die Kinder dazu, nicht nur in gerader Linie zu ziehen, und vielleicht auch mal an den Rand zu fahren. Diesen Aspekt hat man komplett gestrichen, und damit in meinem Augen das Spiel zu einem komplett anderen gemacht. UNd damit zu einem komplett überflüssigen Spiel. Über die Anleitung, die aus vier Spalten Text besteht, verliere ich mal lieber kein Wort. Auch hier kommt die US-Version mit weniger Worten und Bildern voran.

Wirklich schade, um das schöne Material. Wir haben uns aus Steckperlen eigene Marker gebügelt und sammeln diese nun. Wer diesen Zusatzaufwand nicht scheut, kann ein optisch hübsches Spiel auf den Tisch bekommen. Es kann auch ein sehr gutes Spiel, zum Einstieg in die Brettspielwelt, sein.

Insgesamt kann ich das Spiel nicht empfehlen, wenn die Kinder schon etwas an Spielerfahrung haben. Hier bietet der Markt deutlich bessere Alternativen. Außer, man steht auf schönes Holzspielzeug, und einige Puzzlematten, für die Spielzeug-Automobilflotte.
Brumm Brumm

Credits

Blue Orange Games, Asmodee
Author: Fréderic Moyersoen
Grafik: Cyril Bouquet
2-4 Spieler
ab 4 Jahre
ca. 10-20 Minuten

Preis

ca. 24€ (Stand Juli 2017)
Zug um Zug - Meine erste Reise

Ich bedanke mich bei Asmodee für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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