#119 Sandrina spielt … Fundament der Ewigkeit

Fundament der Ewigkeit
Zu Anfang muss ich mich outen: Neben den Brettspielen, ist eine zweite große Leidenschaft von mir, das Lesen. Aber: Ich habe noch kein einziges Buch von Ken Follet gelesen. Warum ich euch das erzähle? Weil das „Fundament der Ewigkeit“ nach bereits zwei erschienen Spielen, die nun dritte Ken Follett – Verspielung im Bunde ist (es gibt bereits „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“). Nicht, dass mich die Bücher nicht interessieren, ganz im Gegenteil. Aber das Buchvolumen, in Verbindung mit dem mittelalterlichen Thema, hat mich doch immer abgeschreckt. Kann das Spiel also auch was für Muffel wie mich sein? Ja es kann!

Aber ganz von Vorne, um was geht es überhaupt?
„England 1558. Halb Europa ist im Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten zutiefst gespalten. In dieser politisch instabilen Lage, wollen die Spieler als Mitglieder bedeutender Familien, ihren Einfluss vergrößern, die Stimmung in den Ländern zu seinem eigenen Nutzen beeinflussen oder rechtzeitig die Religion wechseln.“

Das tun die Spieler, in dem sie zu Anfang alle ihre verfügbaren Würfel werfen und sich dann überlegen, welcher einflussreichen Person sie sich anschließen wollen. Je nach Augenzahl hat man diese Person entsprechend viele Jahre „an der Backe“. Man muss sich also gut überlegen, ob der Vorteil, den diese Person einem einbringt, auch so lange von Nutzen ist. Man bedenke, vorher kann man den Würfel nicht dafür benutzen, sinnvollere Personen anzuwerben.

Die Würfel werden nämlich von Jahr zu Jahr (von Runde zu Runde), um eine Zahl runtergedreht, dann wird der Vorteil genutzt. Falls der Religionswürfel bei „Null“ angekommen ist, überlegt man, ob man die Religion wechseln möchte/sollte, je nachdem, was einem sinnvoll erscheint. Beides passiert im ersten Halbjahr.
Im zweiten Halbjahr würfelt man alle verfügbaren Würfel, entscheidet sich für eine Person, setzt deren Religionsstein und eins seiner Handelshäuser, falls noch nicht vorhanden, auf das Feld entsprechend deren Nationalität ein. Und setzt zum Schluss, mit einem freien Würfel, seine Aktionsscheibe auf der Aktionsleiste vor, meist um handeln zu können oder Punkte zu erhalten.
Und schon ist das Jahr rum.

Handelshäuser muss man einsetzen, um in dem jeweiligen Land handeln zu dürfen. Und handeln muss man, um Punkte zu erhalten.

Wenn in einem Land alle Religionsfelder mit einem Religionsstein belegt sind, gibt es Krieg, und je nachdem, welche Religion dominiert, muss der benachteiligte Spieler sein Handelshaus wieder abgeben.

Das Spiel ist zu Ende, wenn ein Spieler 50 Punkte erreicht hat. Danach gibt es noch Punkte für verschiedene andere Gegebenheiten. Wer dann die meisten Punkte hat, hat gewonnen.

Fundament der Ewigkeit

Fazit zu Fundament der Ewigkeit

Material/Komponenten

Das Material ist KOSMOS-typisch sehr wertig. Die Karten machen mir den Eindruck, als könnten sie ein bisschen was ab. Der Spielplan ist absolut nicht überladen, er hätte theoretisch sogar kleiner ausfallen können, denn zu viele Einsetzfelder, gibt sich nicht. Allerdings wäre dann der sehr schöne, von Michael Menzel gezeichnete Hintergrund, auch kleiner ausgefallen. Das geht natürlich gar nicht… Ich bin ein Fan seiner Bilder.

Der Startspielermarker ist ein Handelsschiff und zur Anzeige dessen, das bald ein Relgionskrieg bevorsteht, wird eine Fackel genutzt die man vorher aus zwei Teilen zusammensteckt. Sehr hübsch.

Das Schachtelinlay besteht aus mehreren, in einem Kreis angeordneten Fächern für die verschiedenen Komponenten. Übersichtlich; kein Auseinandergewurschtel aus tausend Plastiktüten. Sehr angenehm.

Jetzt aber leider doch ein ganz großes Manko: Die Würfel. Die Farbe dieser. Leider ganz schlimm, wenn man abends spielt. Und nicht bei Schlossbeleuchtung spielen möchte. Dann sind nämlich die Farben lila und braun, sowie blau und schwarz sehr schlecht zu unterscheiden. Wir hätten schon die ein oder andere Runde mehr gespielt, wenn das nicht wäre. Wenn am Tage spielen keine Option ist (Eltern wissen was ich meine…), ist das wirklich sehr schade.
Fundament der Ewigkeit

Regelheft

Im ersten Moment denkt man: „Oh nein, doch relativ viel zu lesen“. Beim Spielen dann: „Ach Gott, das war es schon? Ist ja easy“.
Also viel Lärm um nichts, es wird sich gefühlsmäßig nämlich öfters wiederholt, was nicht wirklich schlimm ist, aber nur dadurch kommen einem die Regeln, für die Einfachheit des Spiels, relativ lang vor.

Ein klitzekleiner Fehler ist mir aufgefallen: Bei der Spielvorbereitung wird beschrieben, dass man die Religionskarte links der Rundenübersicht legen soll. Zwei Seiten später ist es andersrum. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Die Spielregel sind gut gegliedert, die Beispiele schlüssig, und falls man während des Spiels mal nachschlagen muss, findet man sich gut zurecht.
Fundament der Ewigkeit

Empfehlung

Das Fundament der Ewigkeit würde ich als Kennerspiel bezeichnen. Die Aktionen sind simpel und schnell erledigt. Erst das erste Halbjahr, das aus zwei schnellen Aktionen besteht, dann sind die Mitspieler dran. Dann das zweite Halbjahr, welches je nach dem aus drei/vier Aktionen besteht (würfeln, Personenkarte wählen, evtl. Handelshaus einsetzen, Aktionsleiste nutzen), bei denen man natürlich überlegen muss, wen und was man wählt, und welche Auswirkungen das hat. Fertig. Ein Jahr entsprechend einer Runde ist schnell gespielt, Downtime (Wartezeit) zwischen den eigenen Zügen, ist kaum vorhanden.

Für Vielspieler und/oder Hardcore-Strategen zu simpel. Für alle anderen ist es wohl genau das richtige Maß an Anzahl der Aktionen und Überschaubarkeit der Auswirkungen, die diese mit sich bringen. Das Spiel ist meiner Meinung nach, je nach Spielerfahrung, auch was für Familienspieler ab zehn Jahren.

Also ich mag Fundament der Ewigkeit gerne. Wer die Vorgänger kennt, kann hier guten Gewissens zuschlagen. Von der Komplexität her würde ichs wie das erste Spiel der Reihe „Die Säulen der Erde“ einordnen.

Der Spielaufbau ist relativ schnell geschehen. Man sitzt keine gefühlte Stunde dran, was mir am Ende eines langen Tages wichtig ist. Denn oft hab ich dazu keine Lust mehr. Das einzige was am Ende dieses langen Tages die Stimmung trübt ist die Schlossbeleuchtung, die man beim Spielen anhaben muss
Fundament der Ewigkeit

Credits

Kosmos
Autor: Michael Rieneck
Ilustration: Michael Menzel
2-4 Spieler
ab 12 Jahren
ca. 90 Minuten

Preis

ca. 35€ (Stand November 2017)

Ich bedanke mich bei Kosmos für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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