#12 Papa spielt … Splendor

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Splendor lässt sich in 5 Minuten erklären und in einer halben Stunde spielen.
Es spielt sich mit 2 Spielern genauso gut wie zu dritt und zu viert.

Das sind die ersten zwei Sätze, die man liest, betritt man die Webseite der Space Cowboys zum Spiel Splendor. Das verspricht viel, aber erst am Ende wird abgerechnet.

Splendor ist mir das erste Mal aufgefallen, als es auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres 2014 aufgetaucht ist. Wenn man sich dann über das Spiel informieren wollte ist ein Aspekt immer wieder hervorgehoben worden; das Material, bzw die Edelstein-Pokerchips. Doch Pokerchips alleine machen noch kein Spiel. Auch das zugegeben aufgesetzte Thema, als wohlhabender Edelsteinhändler der Renaissance, überzeugt mich nicht. So nun stellt sich die Frage:

Warum ist dieses Spiel so beliebt?

Ich war auf der Suche nach einem Spiel, dass sich schnell spielen lässt, eine taktische Tiefe hat und sich von den anderen Spielen in meiner Sammlung unterscheidet.
Das habe ich dann in Splendor gefunden.

Hier wird eine Kartenauslage aus 3×4 Karten aus 3 Kartensets aufgebaut, drei zufällig ausgewählte Adlige ausgelegt, und schon kann es losgehen. Jetzt geht es recht flott. Die Spieler nehmen sich nach und nach Edelsteinchips mit denen Sie dann die Karten in der Auslage kaufen können. Die frei gewordenen Plätze werden sofort aus dem Nachziehstapel aufgefüllt.
Der Kniff an dem Spiel, jede Karte die man kauft legt man vor sich ab, und diese hat einen bestimmten Edelstein abgebildet, der dann permanent verwendet werden kann neue Karten zu kaufen. Denn nur durch diese erarbeiteten Edelsteine lassen sich die Adligen beeindrucken, und geben so Punkte.
Am Anfang nimmt man also noch relativ viele Chips, später immer weniger, weil man schon genügend Karten vor sich liegen hat und eine Maschinerie (Engine-Building) vor sich aufgebaut hat.

Gewonnen hat der Spieler, der zuerst 15 oder mehr Punkte erreicht hat.

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Varianten:

keine

Fazit zu Splendor:

Material/Komponenten

Das Material in diesem Spiel rechtfertigt den Preis, den man für dieses doch sehr einfache Spiel bezahlt. Es sind nicht viele Komponenten im Karton, aber was man vorfindet, ist hervorragend produziert. Die Karten hat man nicht oft in der Hand, und werden auch nicht ständig gemischt. Trotzdem hat man hier hochwertiges Material eingesetzt. Die Illustrationen sind sehr stimmig und schön gestaltet.
Und die 40 beklebten Pokerchips sind eine Freude für das Spielkind am Tisch. Diese geben dem Spiel ein perfektes haptisches Spielgefühl und sind ein optisches Highlight. Klack klack…

Einzig die Verpackung ist für meinen Geschmack zu groß gewählt worden, was sicherlich kommerzielle Gründe hatte. Wer möchte, kann das Spiel sehr kompakt in die Handtasche packen.

Alter

Das Alter ist mit 10 und Älter angegeben. Hier kann ich keinen Grund erkennen, warum das Alter so hoch angesetzt wurde. Sicher es ist ein eher taktisches Spiel, und vermutlich hätte ein Kind kaum eine gleichwertige Chance, aber sowohl thematisch, spielmechanisch und ablauftechnisch sollte es gar keine Probleme machen, das Spiel auch mit jüngeren Kindern zu spielen. Es ist ein schönes Puzzle, dass es zu lösen gilt.

Regelheft

Die Regeln dieses Spiels passen locker auf 2 Seiten, sind in 5 Minuten gelesen und in weiteren 5 Minuten den Mitspielern erklärt. Illustrationen verdeutlichen die wenigen kritischen Regeln. So will man ein Regelheft haben. Immer. Jawoll.

Empfehlung

Zwei funkelnde Daumen nach oben. Diesem Spiel gebe ich eine uneingeschränkte Empfehlung für jede Spieleranzahl. Das Spiel macht keine Abstriche im 2-Personenspiel und ist genauso unterhaltsam in Vollbesetzung. Splendor zeichnet sich durch schnell gespielte Runden und eine steigende Intensität aus. Am Anfang spielt noch jeder etwas vor sich hin, und baut sich eine Basis für seine Maschinerie auf. Ab einem Zeitpunkt im Spiel hört man dann auf, Chips zu nehmen, und arbeitet mit den bereits erspielten Karten, die vor einem ausliegen. Die Maschine läuft und produziert Punkte. Es ist ein Wettrennen, wer zuerst die drei Adligen bedienen kann. Oder eben wer zuerst die Karten mit den hohen Punktzahlen auskaufen kann. Ein letzter Reiz liegt im Reservieren von einzelnen Karten, die man später dann aus seiner Hand, statt aus der Auslage kaufen kann. Als kleine Belohnung für das Risiko, oder den verschenkten Zug bekommt man ein Gold-Chip, der als Joker eingesetzt werden kann.
Im 2-Personenspiel ist es bei uns immer ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wer am Ende den Sieg einfährt. Entscheidend ist es schon zu beginn so optimal wie möglich zu spielen.

Uns gefällt das Spiel ausgesprochen gut, vor allem, da es sehr schnell aufgebaut ist, und sich in unter einer halben Stunde spielen lässt. Das ermöglicht es, direkt mehrere Runden hintereinander zu spielen oder aber als Füller zwischen zwei Spielen zu nutzen.

Einzige Kritik an dem Spiel ist, dass das Thema hier nur aufgesetzt ist, denn am Ende nimmt man sich statt eines Rubins einen roten Chip, statt eines Diamanten einen weißen Chip. Aber das stört irgendwie nicht.

Die Macher haben also am Anfang nicht zuviel versprochen. Schnell, intensiv und taktisch in jeder Spieleranzahl. Bitte mehr davon Space Cowboys. Nicht umsonst ist es auf der Nominierungsliste für das Spiel des Jahres 2014 gelandet.

Wer das Spiel antesten möchte, kann das Spiel als Android/IOS App auf seinem Mobilgerät testen. Es ist nicht ganz billig (7€), ist es aber meiner Meinung nach Wert. Es wird dort zusätzlich noch ein Kampagnen-Modus als Einzelspieler-Variante angeboten, in denen verschiedene Aufgaben erfüllt werden müssen. Auch was die Bedienbarkeit angeht, eines der besseren Mobil-Apps.

Schachtelinhalt

40 Pokerchips
90 Spielkarten (Entwicklungskarten)
10 Adligen-Kärtchen
1 Spielanleitung

Credits

SPACE Cowboys / Asmodee
Author: Marc André
Grafik: Pascal Quidault
2-4 Spieler
10+ Jahre
ca. 20-30 Minuten

Preis

ca. 25 € (Stand Dezember 2015)

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