#120 Papa spricht über … Messebesuch Spiel 2017

Spiel 2017

So, dann will ich auch mal. Ich warne vor, dieser Artikel wird lang, aber hoffentlich strukturiert genug, um nicht überladen zu wirken.

Für mich war 2017 der erste Besuch auf der SPIEL in Essen. Im Vorfeld stieg bei mir jeden Tag, den die Messe näher rückte, die Aufregung und Nervosität, bis hin, dass ich die Nächte davor kaum ein Auge zu bekommen habe. Witzig, denn ich bin 37, und sollte da eigentlich drüber stehen. Was soll schon passieren. Und genau das war der Grund, ich wusste es nicht. Zum ersten Mal, habe ich meine kleine Familie, für mehr als zwei Tage zu Hause gelassen. Und gerade mit zwei Kids, ist das keine Selbstverständlichkeit. Ich bin meiner Frau unendlich dankbar, dass sie das auf sich genommen hat, besonders, wenn ich erzähle, dass sie direkt donnerstags mit Fieber flach lag. Der Rest der Familie zu Hause, ist helfend eingesprungen, damit Papa weiter spielen kann…. Danke Familie.

Abfahrt

Mittwoch früh um 6 ging es los. Ab auf die Autobahn und Richtung Essen, 400 km wollen überwunden werden. An der Messe angekommen, was dank Parkleitsystem gar kein Problem war, schell in P6 geparkt, und dann die leeren Messehallen erkundet.

 

 

 

 

Alles sah noch mehr wie eine riesen Baustelle aus, als dass hier in den nächsten 24 Stunden eine komplette Messe eröffnet werden würde. Ich habe gleich zu Beginn versucht, ein Gefühl für die Hallen und die Anordnung zu bekommen, denn das war das, was mir in Nürnberg die meisten Probleme bereitet hatte. Hier und da hat man die ersten bekannten Gesichter gesehen, die entweder schon mit Interviews beschäftigt waren, oder hektisch durch die Gegend spurteten. Ein nettes Gespräch mit Tobi, dem Brettspielhero und dann ging es auch schon ab zu Pressekonferenz. Und da waren sie nun alle. All die bekannten Gesichter auf Youtube und diversen Webseiten. Für mich war es völlig schräg, mich vorzustellen, da mein Gesicht die wenigsten kannten.

Die Pressekonferenz

Der ganz offizielle Part meiner Reise. Es wurden Zahlen genannt, und Wachstum prognostiziert. Es sollten 1.100 Ausstellern aus 51 Nationen auf der Messe sein. Das ganze verteilt auf 72.000 qm Fläche. Insgesamt 1.200 Neuheiten wurden gemeldet, wobei diese Zahl deutlich relativiert werden muss. Denn hier wurden multiple Sprachversionen und multiple Verlage und Neuauflagen mitgezählt. Aber lass es 600-700 Neuheiten gewesen sein, immer noch eine Menge. Es wurde zudem der innoSpiel Preis verliehen.

Neuheitenshow

Nach der Pressekonferenz ging es direkt zur Neuheitenshow, eine Halle, in der speziell für Pressemenschen die ganzen, oder fast alle, Spiele aufgebaut waren, um sie sich, ohne den Messetrubel, anzuschauen. Manche Verlage nutzen diese Chance, um nochmal eine Schippe Marketing drauf zu legen. So haben bei Amigo Ninjas ihr Unwesen getrieben, und das Spiel Sneaky Cards vorgestellt. Andere hatten bunte Kostüme oder es wurde schlicht das Spiel gezeigt. Für mich war es beeindruckend, die ganzen Spiele zu sehen, und mir die ersten Spiele erklären zu lassen. Ich wusste ja nicht, dass die nächsten Tage noch mehr Regelerklärungen, auf mich einprasseln würden.

Ich hatte hier eine Menge netter Gespräche, und konnte mich auch in das ein oder andere Spiel verlieben, was ich vorher noch nicht gesehen hatte, oder nicht beachtet hatte. Schade fand ich, dass nicht jeder Verleger die Chance genutzt hatte, auch Leute bei seinen Spielen abzustellen. So hat man Visitenkarten und Flyer eingesteckt, und gehofft, den Stand dann später auch wieder zu finden, was mir nicht immer geglückt ist.
Besonders gefreut hat mich das intensive Gespräch mit Jacob, dem Designer von Fog of Love, auf den ich später nochmal zurückkommen werde.

Auch die Spiele der TaiwanBoardgameDesign (TBD) Gruppe endlich live zu sehen, war eine Freude. Ich hatte ein spannendes Gespräch mit dem Autoren der Numeracy Kinderspielreihe, die hier bald als Rezension zu lesen sein wird. Ich hoffe ich konnte ihm seine Fragen zum deutschen Brettspielmarkt und der Verlagslandschaft beantworten. Ich habe auf Twitter gesehen, dass er sich mit dem ein oder anderen Verlag getroffen hat. Selfies sind ne große Sache wohl.

Gegen ein Uhr hatte ich meinen einzigen verabredeten Termin mit Smoox Chen, den wohl jeder kennt, der mal was mit TBD zu tun hatte. Ich würde auch behaupten, dass dieser Stand der umwuselste war, zu dieser Zeit. Es wurden Kisten gestapelt, Spiele von den Demoleuten gespielt und die ersten Reviewer und Media-Leute haben hier ihre Meetings gehabt. Kleiner Blick in die Zukunft, um 17 Uhr haben die dort ihre Schotten auf gemacht, und mittwochs schon die Vorbestellungen ausgegeben.

Plötzlich war hier mächtig was los. Aber was man schon mal abhaken kann, nimmt man dann einfach mal mit. Andere Verlage hatten aber auch kein Problem, direkt mit dem Verkauf anzufangen, was ich ehrlich gesagt nicht so prickelnd finde, auch wenn ich davon hätte profitieren können. Aber es ist wie es ist.

Nach vielem sprechen, laufen, und sich zurecht finden kam die Müdigkeit. Also zurück ins Auto, und die Hotelreservierung rausgekramt. Hier hatte ich den größten Schock, der ganzen Messe: Bochum Wattenscheid. Verdammt, ich hab das Hotel in der falschen Stadt gebucht. Ich dachte es sei 12 km weit weg.

Also das Handy rausgeholt, und das Navi angeschmissen…. creepy moment, denn Google Maps schlägt mir direkt die Route zum Hotel vor, da Google ja die HRS Buchungsdaten kennt. (Einfach mal die AGB lesen 🙂 ) Hatte ich verdrängt. Also im Regen, nachts durch Essen, was ab sofort zum Standard wurde. Nass, dunkel und unbekannte Stadt. Perfekte Bedingungen sich zurecht zu finden. Ich bin zum Hotel, und wusste dann, warum ich so wenig bezahlt habe. Selbst Schuld Herr Wünsche. Egal es ist ja nur für ein paar Stunden.

Spieler – Wollen wir hier nicht!

Das Hotel war sauber, aber sehr einfach, bzw etwas in die Jahre gekommen. Der Duschschlauch hatte zwei, drei andere Ausgänge, die da sicher nicht hingehörten 🙂
Also beschlossen, nicht länger als nötig im Hotel bleiben, und Hunger hab ich auch. Der Italiener 5 Minuten weit weg klingt gut, und war es auch. Lecker Rotwein, und ne super Kürbispasta. Nach dem Essen, und einem Espresso hab ich das Spiel Songbirds ausgepackt, und wollte eine Solo-Partie spielen. Dazu hatte ich mir noch ein Gläschen Rotwein bestellt. Doch noch bevor der Wein serviert wurde, wurde ich aufgefordert das Lokal zu verlassen. Ich war verdutz, aber der Chef duldet wohl keine Spiele in seinem Ristorante. Ich habe nie erfahren wieso, den Wein habe ich auch nicht getrunken, und Trinkgeld gab es auch keines. Ich hätte es verstanden, wenn es voll gewesen wäre, aber ich war fast alleine.

Nun ja ab ins Hotel, und das wackelige Wlan noch etwas genutzt. Am nächsten Tag war ich um 6 raus aus dem Hotel, in dem ich kaum geschlafen habe. Drei Polizeieinsätze auf dem Vorplatz, ein schnarchender Gast, 3 Zimmer weiter und ein permanent tropfender Wasserhahn, haben die Nacht nicht besser gemacht.
Das Highlight, eine Metzgerei machte gerade ihr Licht an, ich klopfte an die Scheibe, man öffnete mir, und hat mir tatsächlich, ne Stunde vor Öffnung zwei Brötchen belegt, und nen leckeren Kaffee gemacht. So Wattenscheid, geht Gastfreundschaft…. Danke an die Dame…

Punkt 7:30 war ich an der Messe, und es war sehr einsam 🙂

Messetage

 

 

 

 

 

Aber Punkt 8 standen dann auch schon die ersten Leute an der Scheibe, und später auch an der Galleria.

Die Messetage waren insgesamt alle sehr lang, aber auch extrem kurzweilig. Kaum betritt man die Messehallen, scheinen die Uhren anders zu gehen. Das Wetter ist egal, die Welt da draußen ist egal, das Morgen wird egal. Man lebt im Hier und Jetzt. Eine unglaubliche Flut an Eindrücken, eine unglaubliche Geräuschkulisse und unmögliche Gerüche werden dich den ganzen Tag begleiten.

Um dem Verkehrschaos zu entgehen, sind ich und mein Gastgeber: Markus schon jeden Tag gegen 9 im Parkhaus gewesen. Was dann jeden Tag bedeutete, eine halbe Stunde zu warten, bevor man als Pressemitglied um 9:30 die Hallen betreten kann. Genug Zeit, um mit den anderen Presseleuten zu quatschen, die aus allen möglichen Bereichen kommen. Büchereien, Schreiber fürs Kirchenblatt, Leute, die schon seit Beginn dabei waren, und dann die Gestressten, die sich in meinen Augen unmöglich verhalten haben. In den Parkhäusern stehen auch Mitarbeiter, die dort den ganzen Tag verbringen. Ein Betonvorraum, kein Tageslicht und ein Stuhl. Das müssen die aushalten. Und was haben manche Leute zu tun, nur um sich früh einen Demotisch zu sichern? Diesen Menschen zu bedrängen und permanent zu bequatschen, dass die Leute ja auch 15 Minuten früher eingelassen werde, dass dann der Weg zum Stand zu lang wäre, und sie keine Chance hätten, noch nen Tisch zu bekommen. Liebe Inhaber von Presseausweisen: erst denken, dann meckern. Der Mann kann nix dafür. Er hat seine Ansagen, und wenn die Leitung sagt, 9:30, wir er euch nicht um 9 rein lassen. Wollt Ihr früher rein, besorgt Euch nen Austellerausweis.

Spiele, Spiele, Spiele

Spiele, darum geht es ja prinzipiell. Ich werde hier jetzt nicht eine Aufzählung machen, an Spielen, die ich gespielt und mir zeigen habe lassen. Diese Liste wäre endlos lang. Was ich aber generell sagen kann, dass ich kaum in den Hallen 1-3 unterwegs war, da mich die Spiele dort nur am Rande interessiert hatten. Ab und zu musste ich dann dort hin und je nach Tag, an dem man dort war, war es ein sehr körpernahes Gefühl. Man machte oftmals Bekanntschaft mit einem Rucksack oder einem Trolley in den Hacken. Dann war es eng und heiß. Also alles Dinge, die ich nicht brauchen kann. Somit habe ich diese Hallen nur am Rand besucht, oder ganz gemieden. Ganz kurz sollte noch die Asmodee Präsenz erwähnt werden. Alter Schwede haben die aufgefahren. Laut, lauter am lautesten. Wenn das das Modell der Zukunft ist, dann gute Nacht. Liebe Verlage, denkt doch bitte an die vielen Familien die an Euch vorbei ziehen, und vielleicht ein bis zwei Stände weiter gerne ein Spiel spielen wollen, ohne ständig ins Ohr gebrüllt zu bekommen.

Wenn man mich finden wollte, was in den Menschenmassen fast unmöglich war, hat man mich in den Hallen 6, 7 und 8 gefunden. Dort habe ich alles gefunden, was ich von der Messe erwartet habe. Spiele, die keine große Presse bekommen haben. Spiele, die besonders skurril sind, dass sie bei ein oder anderem Kopfschütteln hervorrufen, oder einfach tolle Ideen, die sich verbreiten wollen. Hier fand man auch die verschiedenen Nationen, die hier ihre Spielideen ausstellen, und an den Mann bringen wollen. Und die ganzen Kickstarter, die entweder dort ihre Spiele verkaufen, oder vorgestellt haben. Wargames, Second-Hand Händler, Met-Verkäufer in lustigen Kostümen und alles was man sonst so erwartet. Besonders beeindruckt hat mich ein Bereich: http://sunnygames.eu, die sich kooperative Spiele für die ganze Familie auf die Fahne geschrieben haben. Ich würde behaupten, 90% der Spiele, die ich gekauft habe, sind aus diesen Hallen

Kaufen, Kaufen, Kaufen

Wo wir beim Kaufen sind. Hier eine Warnung: nehmt Bargeld mit, denn wenn das alle ist, wisst ihr, genug gekauft. Dazu müsst ihr euch vorab ein gutes Budget abstecken. Ob das nun 50€ sind, oder 500€ und bei vielen sicher auch mehr. Geld ausgeben war nie einfacher als auf dieser Messe. Denn wie bei vielen Dingen im Leben, sind auch die Preise der Brettspiele gestiegen. Aber ich denke, es ist nicht nur die Inflation, was die Preise in die Höhe getrieben hat, es ist das „ich-will-es-als-erster-Gen“. Altiplano hätte 20€ mehr kosten können, und wäre auch ausverkauft worden. Selbst wenn es länger als einen Tag gedauert hätte. Zum Glück ist dieses Spiel raus… das Cover geht gar nicht, das stell ich mir nicht ins Regal. Zudem sind die ganzen Kickstarter ja auch keine Schnäppchen. Ich habe alle meine Einkäufe vorher mit einem tollen Online-Tool organisiert. Die wichtigesten Spiele für mich habe ich vorbestellt: The Ruhr, The Climbers, Space Race, Raid on Taihoku, Rescue Polar Bears, Shadows in Kyoto, Tulip Bubble und Codenames Duett (ohne das durfte ich nicht nach Hause kommen)….. ihr seht schon, war ne Menge. Das erste Spiel, was ich auf der Messe direkt gekauft habe, war Antiquity von Splotter.

Ich könnte noch eine ganze Weile weiter aufzählen, aber wer mich auf Twitter, oder Instagram (ver)folgt, wird den Haufen ja schon gesehen haben. Auch für den Blog habe ich jede Menge toller Kinderspiele eingepackt, und werde diese in den nächsten Wochen/Monaten präsentieren. Ich entschuldige mich schon mal vorab, wenn das ein oder andere dann eher schwer, oder gar nicht zu bekommen ist. Aber ich möchte einfach mehr zeigen, dass auch außerhalb von Deutschland tolle Kinderspiele erfunden werden. Und wer weiß, vielleicht findet das ein oder andere Design ja den Weg in unsere Regale.

Leute, Leute, Leute

Okay hier gleich ein Geständnis. Es ging mir gar nicht primär um die Spiele… Philibert, mein Haus und Hof-Lieferant an Spielen, hatte bisher alles im Programm, was mich interessierte. Es ging mir darum, Leute zu treffen. Und zwar nicht nur wildfremde Leute, sondern auch Leute, mit denen ich schon fast zwei Jahre, online im Kontakt stehe. Und das war großartig. In erster Linie Markus von Spielkinder.Essen, der mir nicht nur eine Couch zum pennen angeboten hat, sondern mir auch das Nach-der-Messe gezeigt hat. Ob es nun der Spontan-Überfall bei der Familie, die abends noch Clans of Caledonia spielte, oder das Spielen im Unperfekthaus. Danke Markus… unvergesslich.

Zum anderen die vielen kleinen Spontantreffen mit Leuten, die ich kenne (selbst schuld, wenn man sein Gesicht ständig in die Kamera hält) oder eben Leute, die ich in Nürnberg schon kennenlernen durfte. Es war sooooo seltsam, sich zu erkennen zu geben. Man sagt „Hallo“, und sieht ganz deutlich, dass sie einen Namen zu meinem Gesicht suchten, aber natürlich keines finden konnten. Der Blog Knopfspiele war erstaunlicherweise dann doch oft bekannt, auch in Ecken, wo ich es nicht erwartet hatte. (Ein spanischer Publisher hatte meinen Blog vor der Messe gefunden, und sich gefreut, dass ich bei ihm aufgetaucht bin… reiner Zufall).

Und dann ein großes Dankeschön, die im Stress und der Hektik, die Messe für mich für etwas ganz besonderes gemacht haben. Ganz entgegen der Erwartung, waren die vielen Erklärbären und Verkäufer alles andere als genervt, und harsch. Es war eine komplett freundliche Grundstimmung, es gab Hilfsbereitschaft und die Geduld, auch etwas zweimal zu erklären. Sprachbarrieren wurden mit Händen und Füßen und Grundkenntnissen von Englisch und Deutsch überwunden. Ich liebte dieses ganzes Sprachgewusel, bis hin, dass ich mir abends mein Essen auf Englisch bestellt hatte, in nem vietnamesischem Schnellrestaurant… in ESSEN 🙂

Besonders freue ich mich Petra, die Vollzeit irgendwo unterwegs war getroffen zu haben, und Hilko Drude. Und Christian Renkel erwähne ich auch mal, sonst weint er später wieder 🙂

Auch ein großes Dankeschön an Jacob, Autor von Fog of Love, für seine offenen Worte. Ich habe mit ihm gebangt, dass seine Spiele noch die Messe erreichen werden. Leider war er einer von einigen Publishern, die Probleme mit der Zulieferung der Spiele hatte. Bei Fog of Love, war es nicht der Zoll, sondern tatsächlich der Sturm Anfang Oktober in Norddeutschland. Dadurch sind eine Reihe von Verzögerungen entstanden, und die Spiele mussten auf eigene Kosten dann wieder weitervermittelt werden. Die ganze Erklärung, kann man in den Updates der Kickstarter Kampagne nachlesen. Auch das sollte man nicht außer Acht lassen, was speziell kleine Verlage auf sich nehmen, ihre Spiele aus China nach Essen zu bringen. Und überraschenderweise wollen das alle gleichzeitig. Und dann konkurriert man noch mit der Elektronikindustrie, die ja auch zum Black Friday alles in den USA, und auch hier haben will.

Ganz speziell hat es mich gefreut, Amanda und Edward von Heavy Cardboard mehrfach getroffen zu haben. Diese beiden tollen Menschen sind eine Bereicherung für mich und, wie ich finde, die komplette Spielerszene. Denn sie beleuchten Spiele, die zum einen auf der komplexeren Seite liegen, oder unbekannt sind. Dazu gibt es eine gute Regelerklärung, die es einem selbst einfacher macht, die Spiele anderen zu vermitteln. Sehr nette Menschen, und zum Glück, weder abgehoben, noch abweisend.

Das Unperfekthaus

 

 
 

 

Das Unperfekthaus beinhaltet für mich mit die besten Erinnerungen an die Spiel17. Denn was tut man, wenn man Abends noch irgendwo Spielen will, und nicht viel Geld für ein Event in den Messehallen ausgeben will, und nicht auf irgendein anderes Event eingeladen ist? Richtig, man geht ins Unperfekthaus. Erstmal ein seltsamer Name, wer aber die Geschichte kennt, kann sich den Namen erklären. Ich gebe mal wieder, was ich verstanden habe: Das Unperfekthaus ist ein Haus für Kreative. Dort findet man Musiker, Maler und und und. Es gibt einen Twitch Streaming Raum, Räume mit Beamern, Probenräume für Musiker und was nicht alles. Ahhh eine Erlebnistoilette… aber das überlasse ich euch herauszufinden, was das ist. Alle Räume können genutzt werden, solange sie nicht gebucht sind, und selbst dann, stören sich die Leute kaum an Brettspielern. Man zahlt einen kleinen Eintritt, und kann Sodas trinken, bis einem Kamelhöcker wachsen, oder sich an Kaffeemaschinen ziemlich leckeren Kaffee machen. Wer etwas Hunger bekommt, bringt sich was mit, oder bezahlt den günstigen Buffetpreis, und kann sich stärken. Sowas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen, und sollte ich irgendwann auch mal ein reicher Informatiker sein, kaufe ich auch ein altes Kloster und mach sowas auf.

Wir haben den Freitag dem Unperfekthaus gewidmet. Dort erstmal fein gegessen, nach dem Kurzbesuch auf der Messe, und dann die ersten Neuheiten gespielt. Dort habe ich auch endlich meine erste Partie Haspelknecht gegen Markus verloren, und werde nun ein Jahr üben, um ihn nächstes Jahr zu schlagen 🙂 Abends fand dort noch ein Meetup, organisiert von einem Amerikaner, statt, und jede Menge Leute kamen von der Messe, um dort zu spielen. Überhaupt, an jedem Tisch wurde gespielt. Ganz tolle Atmosphäre.

So nu wisst ihr, wo ihr hingehen könnt, sollte euch der Trubel auf der Messe mal zu viel werden, oder nach der Messe einen Tisch zum Spielen sucht.

Mein Demotisch – Reden bis der Arzt kommt


 

 
 

 
Einmal ist immer das erste Mal. Ich habe in offizieller Mission das Spiel Dice Hospital, was zu dem Zeitpunkt noch auf Kickstarter lief, erklärt. Alley Cat Games hatte vor der Messe auf BGG nach Freiwilligen gesucht, und ich dachte mir: Wieso nicht mal auf die andere Seite wechseln, und hinter den Vorhang schauen. Ich hatte hier extrem Glück. Zum einen, ein extrem nettes Team gehabt zu haben, und zum anderen, ein tolles Spiel erklären zu dürfen. Kaum auszumalen, müsste ich 10 Stunden ein Spiel über Schrimps erklären 🙂 Ich hatte wirklich großen Spaß. Und das tollste: Ich musste die Leute, Blogger und Bekannte gar nicht suchen, die kamen zu mir an den Stand. Ich war der einzige deutschsprachige Erklärbär, und musste somit alle deutschen Demorunden übernehmen. Seltsamerweise habe ich trotzdem den halben Tag englisch gesprochen. So kam es aber, dass meine erste Demo an die Bretterburg ging. Lustige Truppe, deren Podcast ich gerne höre.

Nach mehreren Erklärrunden habe ich definitiv ein besseres Verständnis für die ganzen Freiwilligen. Ich meine, freundlich bleiben gehört zum guten Ton, aber glaubt mir, das ist nicht immer einfach. Ein Spieler spuckte beim Sprechen, ständig Essensreste, die zwischen seinen Zähnen hingen auf den Tisch, und eine Gruppe hatte einen jungen Burschen dabei, der keinerlei Respekt vor fremdem Eigentum hatte. Konnte ihn grade noch davon abhalten, die Prototypenkarte auseinander zu reißen. Laut Eltern, ist er so clever, dass er ohne Probleme bei Agricola gewinnt, und das mit 7. Aber gut, ich hab zwei Jungs zu Hause, ich habe gelernt, ruhig zu bleiben.

Egal, für mich war es eine wundervolle Erfahrung, und ich werde es wieder tun. Und sicher werde ich wieder einem kleinen Verlag helfen. Die können zwar keine Löhne zahlen, oder sonstige Boni geben, aber ich weiß, dass meine Hilfe ankommt. Mein Lohn wird sein, irgendwann nächstes Jahr ein Dice Hospital in den Händen halten zu dürfen. Zudem bekomme ich gerade immer wieder Hintergrundinfos vom nächsten Spiel von Alley Cat Games. Eurospiel-Fans dürfen sich freuen. Mal sehen, vielleicht schaffe ich es nächstes Jahr, zum Release, zur UK-Games-Expo.

Fazit

Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Es war großartig, und ich ärgere mich ein wenig, dass ich das nicht schon viel früher gemacht habe. Es war toll so viele tolle Menschen getroffen zu haben, es war toll in einer durchweg positiven Umgebung gewesen zu sein, und es ist toll, so viele Souvenirs mitgenommen zu haben. Ich bedanke mich auch nochmals bei der Messeleitung, die mir die Möglichkeit gegeben hat, während des Pressetages Leute zu treffen, die ich während der anderen Tage nicht antreffen konnte, da ihr Terminkalender zugepackt war, bis oben. Das war wirklich hilfreich und sichert dem Blog, einige tolle Artikel in der Zukunft zu.

Ich habe die Atmosphäre in den Hallen wirklich sehr genossen, obwohl es laut, voll und oft nicht wohlriechend war. Es war anstrengend, aber positiv anstrengend. Kaum betritt man die Halle, ist der Schmerz vom Vortag vergessen, man schaut über vieles hinweg und darf mal so richtig Spieler, und in meinem Fall Blogger sein. Besondere Highlights waren, wenn ich mein Kärtchen aushändigte, die Momente, wenn das Gegenüber sagte: Ich kenne deinen Blog. Das ist irgendwie schön zu hören, dass Knopfspiele auch wahrgenommen wird.

Ich hatte die ganzen Tage den Vorsatz mich einfach treiben zu lassen, und von Idee zu Idee mich leiten zu lassen. So hatte ich wirklich genug Zeit auch mal ein langes Gespräch zu führen, oder mir einen Prototypen zeigen zu lassen. Das werde ich sicher beibehalten. Auch der eine Auszeit-tag hat gut getan. Man kommt endlich mal wieder zum Spielen, und kann sich das ein oder andere Spiel noch anschauen, vor dem eventuellen Kauf am nächsten Tag. Auch einen Demotisch werde ich wieder besetzen. Das hat mir Spaß gemacht, und genau deshalb bin ich ja da… Spaß haben, seinem Hobby nachgehen, und Futter für den Blog besorgen.

Ich hoffe, alle anderen Besucher hatten mindestens eine genau so gute Zeit. Auch wenn die Erinnerungen nach den Wochen langsam verblassen, bleiben doch viele Momente erhalten. Ich habe neue Freundschaften geschlossen, ich habe neue Verlage und Spiele entdeckt, und bin zuversichtlich, dass das Jahr 2018 großartig werden wird. Das Einzige, was ich wirklich vermisst habe, waren meine Frau und meine beiden Knöpfe. Aber gebt denen noch ein paar Jahre, dann rocken wir als Knopffamilie die Halle.

2 thoughts on “#120 Papa spricht über … Messebesuch Spiel 2017

  1. Petra Fuchs

    Was ein wundervoller Rückblick. Ich habe mich auch sehr gefreut, Dich getroffen zu haben. Aber es war zu kurz, viel zu kurz und ich fände es toll, wenn es das nächste mal vielleicht sogar für nen gemeinsamen Kaffee reicht 😎 liebe grüße Petra

    Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.