#121 Papa spielt … Diamant

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Diamant
Leicht zugänglich, schnell zu erklären, schnell gespielt, und bis zu acht Mitspieler. Nicht viele Spiele, sollen es keine reinen Kartenspiele oder Partyspiele sein, können diese Eigenschaften vorweisen. Wandeln wir also auf den Spuren von Indie* und schauen mal nach, ob er noch irgendwelche Fallen nicht ausgelöst hat. Fallen? Na klaro! Habt ihr gedacht, so ein Raubzug ist ein Sonntagsspaziergang?

Diamant wird über fünf Runden gespielt. Es wird ein Pfad aus Karten, die die Anzahl der Rubine bestimmen, ausgelegt, und die Abenteurer gehen die ersten Schritte in die Höhle. Hierbei wird immer Karte für Karte gespielt. Bevor allerdings eine neue Karte aufgedeckt wird, müssen die Spieler gleichzeitig entscheiden, ob sie weiter in die Höhle vordringen wollen, oder lieber das Weite suchen, und ihre bisher gesammelte Beute damit auch behalten dürfen. Denn ich erwähnte ja schon, es gibt Fallen in diesem Spiel: Riesenspinnen, Giftschlangen, Lavagruben, Nagelrammen und Riesensteinkugeln. Alles was das Abenteurerherz begehrt. Entscheiden die Spieler, mit ihren Entscheidungskarten, weiter vorzudringen, und eine Fallenkarte wird das erste Mal aufgedeckt, passiert noch nix. Sollte aber eine Fallenkarte der selben Art, ein zweites Mal aufgedeckt werden, endet hier die Expedition für die Spieler, sie lassen all Ihre Beute fallen und flüchten ins Camp.

Diamant

Jedes Mal, wenn die Rubine unter den Spielern aufgeteilt werden müssen, wird gleichmäßig verteilt. Es bleibt oft ein Rest, der nicht aufgeht, und damit auf der entsprechenden Karte liegen bleibt. Sollte ein einziger Abenteurer entscheiden, umzukehren, darf er alle Edelsteine einsammeln, die liegengeblieben sind. Haben mehrere Abenteurer, zur gleichen Zeit, die selbe Idee, wird wieder brüderlich und schwesterlich geteilt. Bähh. Schlimmer ist es bei Relikten, die auch im Kartenstapel vorkommen. Sie dürfen nur mitgenommen werden, ist man der einzige Hasenfuß. Relikte sind wertvoll, und werden im Spiel immer wertvoller, je mehr Relikte herausgetragen werden. Wer am Camp ankommt, sprich die Mine vorzeitig verlässt, darf die Klunker in seine Kiste packen. Wer zu gierig war, und es gerade noch so herausschafft (vor einer Falle flüchtet), geht in dieser Runde, eben leer aus.

Diese Plünderzüge werden nun fünf Mal wiederholt, und am Ende gewinnt der Abenteurer, mit den meisten Klunkern in seiner Kiste.

Diamant

Fazit zu Diamant:

Material/Komponenten

Ich hasse es inzwischen, irgendetwas über Iello und die Optik deren Spiele zu schreiben, denn was soll man schreiben, als wunderschön. Sie haben wieder einen hervorragenden Illustrator an ihr Spiel gesetzt, der mit Liebe zum Detail gearbeitet hat. Ich überlasse es euch, die kleinen Eastereggs zu finden. Die Karten, Meeple und Klunker sind 1A. Einzig die Kisten sind etwas flimmsig zusammengesteckt. Ich habe beim Zusammenbau wirklich etwas Probleme gehabt, es zusammenzubringen, ohne was kaputt zu machen. Inzwischen sind die Kisten sogar geklebt, damit sie nicht mehr auseinander gehen können. Keine Sorge, die Box ist groß genug, alles auch zusammengebaut zu fassen. Und noch besser, es ist nicht mehr viel Luft in der Box. Das freut das überladene Spieleregal.
Diamant

Regelheft

Die Regeln sind extrem simpel. Ein paar Kleinigkeiten müssen beachtet werden, und wurden auch von uns das erste Mal übersehen. Ein Fallenkärtchen, das das zweite Mal gezogen wurde, wird aus dem Spiel entfernt, genauso, wie Relikte, die nicht eingesammelt wurden. Durch das Entfernen der Falle, wird die Wahrscheinlichkeit für diese Falle etwas geringer, da jede Fallenkarte zu Beginn genau drei Mal vorhanden ist. Wenn man die Relikte aus dem Spiel lässt, kann man Diamant auch locker mit jüngeren Spielern spielen, da die Entscheidung dann nur ist: drin bleiben oder raus gehen. Ich hätte jedenfalls keine Probleme, den Knopf in einer Runde einfach mitspielen zu lassen. Die Regeln sind so geschrieben, dass man die Regeln an einem Spieleabend spontan lesen kann, während die anderen das Spiel aufbauen.
Diamant

Empfehlung

Diamant war lange Zeit für mich der heilige Gral unter den Brettspielen, da es das Spiel schlicht lange nicht gab. Die alte Ausgabe von Schmidt Spiele wurde für Unsummen gehandelt, und auch das amerikanische Pendant Incan Gold war kein Ersatz. Jedoch ist man immer wieder in der Situation, dass 6-8 Spieler am Tisch sitzen, und wie bei uns oft, nicht der Wille da ist, sich in zwei Gruppen aufzuspalten. Dann braucht man gute Spiele, die zugänglich für jeden sind, thematisch ansprechend und schnell vermittelt. Und vielleicht auch schnell gespielt sind. Das alles trifft auf Diamant zu. Ich gebe zu bedenken, zu dritt taugt das Spiel nur bedingt, und zu acht kann es schon mal ein bisschen dauern, wenn man sich früh für die Flucht entscheidet, bis eine Runde zu Ende gespielt ist. Aber hier reden wir von wenigen Minuten.
Während des Spieles muss man eine Menge Entscheidungen treffen. Weiter, oder raus… gehe ich jetzt, und geht vielleicht ein anderer? Ach, der Daniel, der bleibt doch immer bis zuletzt, da kann ich jetzt raus… und so weiter. Besonders, wenn man auf die wertvollen Relikte zielt. Push-Your-Luck, so wie es sich gehört.

Für mich ist Diamant ein Klassiker, der es auch bleiben wird, und eine Bereicherung im Spieleregal ist. Es ist witzig, wenn es einen Gierschlund voll erwischt, es hat genug Zufall um eine Runde unerwartet mal schnell zu beenden und damit unberechenbar zu machen. Und es hat diese Momente des Triumphes, wenn man sein Glück bis ans Limit strapaziert hat. Die kurze Spielzeit, und die hohe Spielerzahl-Variabilität machen das Spiel zu einem Hit in unseren Runden.

Klare Empfehlung.

Diamant

Credits

Iello
Author: Alan R. Moon, Bruno Faidutti
Grafik: Paul Mafayon
3-8 Spieler
ab 8 Jahre
ca. 30 Minuten

Preis

ca. 25€ (Stand November 2017)

Diamant
Ich bedanke mich bei Iello für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

(*) Indiana Jones

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