#123 Papa spielt … Monopoly Gamer

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Monopoly Gamer

Räusper… ähhm … ja… wie soll ich das jetzt sagen …? Monopoly… Ach egal, ich mach es einfach. Ich schreibe eine Rezension für ein Monopoly, richtig, dieses langweilige, und völlig dämliche Kapitalismuskritikspiel, welches uns erst recht zu Kapitalisten erzogen hat. Das Spiel unserer Kindheit, welches uns Stunden der Lebenszeit und vermutlich die ein oder andere Freundschaft gekostet hat, das Spiel, das wir gar nicht nach den vorgegebenen Regeln spielen, sondern nach überlieferten Regeln, die in keiner Anleitung zu finden sind.

Zu meiner Verteidigung, es steht Gamer drauf, und Mario spielt mit. Und es soll ja auch gaaaaanz anders sein. Im gewissen Maße stimmt das auch 🙂

Was unterscheidet Monopoly Gamer vom normalen Monopoly?
Hier sammelt man Münzen, verliert sie wieder und kann anderen Spielern diese auch direkt abknöpfen. Es gibt ne Menge Spezialfähigkeiten, abhängig von der verwendeten Figur und einen Powerup-Würfel. Am Ende einer Runde gibt es nicht nur ein paar Münzen, sondern es wird auch ein Bosskampf ausgelöst, an dem sich eventuell alle Spieler, die es sich leisten können, nacheinander beteiligen können.

Jeder Spieler entscheidet sich vorab, für eine der vier mitgelieferten Spielfiguren (Mario, Donkey Kong, Peach oder Joshi). Jeder dieser Figuren hat im Spiel eine Sonder-Superstern-Fähigkeit.
Mario: gewürfelte Zahl +5 Münzen von der Bank
Donkey Kong: 3 Münzen von jedem Mitspieler
Peach: Miete für all ihre Gebäude
Joshi: Alle Münzen, die auf dem Spielbrett liegen

Zudem ist ein Effekt des Powerup-Würfels etwas verstärkt.

Monopoly Gamer

In seinem Zug, wirft der Spieler die beiden Würfel, den Powerup-Würfel und den Zahlwürfel. Er kann nun selbst entscheiden, ob er erst zieht, dann sein Powerup ausführt, oder anders herum. Die Powerups sind Effekte, mit denn man seine Mitspieler (einen oder alle) ärgern kann: Abschießen mit Schildkrötenpanzern, damit sie Münzen fallen lassen, oder Münzen aus der Bank bekommen. Landet er auf einer „Straße“ kann er sie kaufen, oder muss Miete zahlen, wie gewöhnlich in Monopoly. Kauft er die Straße nicht, wird sie unter allen Mitspielern versteigert. Ja richtig gelesen, versteigert. Schaut mal in eure Monopoly Regeln… steht da ganz sicher auch drin 🙂

Auch in Monopoly Gamer gibt es das Gefängnis, wo man leider nicht vor Angriffen der Gegner befreit ist, und zieht ein Spieler über Los, wird ein Bosskampf gestartet. Jeder, der es sich leisten kann, darf nun, in Spielerreihenfolge, gegen den Boss kämpfen (ein simpler Würfelwurf). Auch mehrfach, sollte es eine zweite und dritte Runde geben. Ist der Boss besiegt, wird die Anweisung der Karte befolgt, und die Karte bei den eigenen Karten abgelegt. Sie gibt am Ende nochmals Punkte. Ist der letzte Boss, Bowser besiegt, oder geflohen, wenn keiner ihn mehr bekämpfen will oder kann, endet das Spiel. Der Spieler mit den meisten Punkten auf den Karten, gewinnt das Spiel.

Monopoly Gamer

Fazit zu Monopoly Gamer:

Material/Komponenten

Die Würfel und die Figuren sind gut produziert, was man leider von den Karten nicht behaupten kann. Diese sind typisch für Hasbro billig produziert, keine abgerundeten Ecken, kein dickes Material, kein linen finish. Die Münzen sind aus Pappe und ganz okay.
Ein paar Worte zu den Zusatzfiguren, die man dazu kaufen kann. Zuerst einmal, ein Danke, dass man sehen kann, welche Figur man kauft. Das erspart den Frust von doppelten Figuren. Aber was ich wirklich nicht gut finde: Die vier Figuren im Basisspiel haben tolle Karten, die begleitet von Symbolen nochmal die Spezialfähigkeiten beschreiben. Auch ein kleines Bild ist noch drauf… schick. Die Karten der Erweiterungsfiguren, kommen mit multilingualen Texten… funktional, aber nicht hübsch. Bei 4-5€ pro Pack, hätte ich mir da mehr Mühe gewünscht. Da kann auch der Sticker nicht trösten, der beigelegt wurde. Hier ist es wiederum doof, das im Basisspiel die Sticker nicht dabei sind.
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Regelheft

Das Regelheft ist klar geschrieben, und beschreibt das Spiel. Es blieben keine Fragen offen. Am Ende wird noch eine Party-Variante erwähnt, die die Spieler mit mehreren Figuren spielen lässt, und diese im Spiel austauschen können.
Monopoly Gamer

Empfehlung

Monopoly Gamer hat uns Spaß gemacht. Jop, richtig gelesen, Monopoly und Spaß in einem Satz. Normalerweise ergreife ich die Flucht, wenn Monopoly nur zur Diskussion steht. Dieses Spiel ist nix für mich. Berichte aus den USA, von Brettspielern, die normalerweise spielen, was mir auch Spaß bereitet, haben mich neugierig gemacht. Ich habe es bekommen, sofort Zusatzfiguren gekauft, noch bevor ich es gespielt habe. Wieso? Es ist Nintendo und Mario, ich konnte nicht anders. Aber gut, zurück zum Spiel. Es ist gemein und die Spieler müssen es abkönnen, dass man an Ihre Münzen will. Das Spiel selbst macht dann erstaunlicherweise mehr Spaß, als das eigentliche Monopoly, denn es müssen keine Hotels gebaut werden, und jeder hatte Spaß an den Bossgegnern. Die Kämpfe sind sicher eine reine Glückssache, aber das passt ins Gesamtbild des Spiels. Schadenfreude pur, wenn der andere es vermasselt, und man selbst dann die Chance bekommt, den Boss abzusahnen. Allerdings hat sich hier der ein oder andere Mitspieler schon finanziell übernommen… 🙂

Es ist kein Strategiespiel, es ist kein großes Kino, aber ein geselliges Würfelwerfen und sich gegenseitig ärgern. Hier gab es auch das erste Problem, während des Spieles. Es gibt keinen Mechanismus, der einen davor schütz von allen attackiert zu werden. Hier haben sich alle gegen Papa verschworen. Es gab auch immer wieder das Gefühl, dass die Figuren unterschiedlich stark sind. Aber das liegt daran, wie oft das richtige Symbol gewürfelt wird, oder wie oft man einen Superstern auf dem Spielbrett trifft. Das unterstreicht die Glückslastigkeit des Spieles.

Kommt man auf ein freies Grundstück, gib es im Spiel keinen Grund, es nicht zu kaufen. Denn das Geld, was man als Darlehen bekommt, ist exakt das Selbe, das man dafür bezahlt hat, und kann es auch zum gleichen Betrag zurückkaufen. Das fühlt sich seltsam an, aber tut dem Hauptziel des Spieles, den anderen die Münzen abzuknöpfen keinen Abbruch, und zeigt, dass hier eher jüngere Spieler das Zielpublikum sind. Hier kam das Spiel tatsächlich prima an, während es in den Runden der „Alten“, eher ein „ganz witzig“ oder „ganz nett“ bekommen hat.

Wie ihr lesen könnt, ist das Spiel ein auf und ab, ein dafür und dagegen. Als Fazit würde ich sagen: ich werde es sicher jederzeit wieder mitspielen, da es wirklich leichtgewichtiger Spaß ist. Eine Würfelorgie vom Feinsten, mit sehr hohem Glücksanteil. Tolle Optik und thematische Sonderfähigkeiten sind das große Plus. Werde ich das Spiel behalten? Ziemlich sicher nicht. Wir haben viele tolle Kinderspiele, die viel besser sind als dieses. Wenn ich aber gezwungen wäre ein zweites Monopoly in meine Sammlung aufzunehmen, wäre das ein heißer Kandidat.

Selten hatte ich am Ende so eine gespaltene Meinung zu einem Spiel. Ich hoffe, eine Entscheidungshilfe gegeben zu haben.

Monopoly Gamer

Credits

Hasbro
2-4 Spieler
ab 8 Jahre
ca. 45 Minuten

Preis

ca. 30€ (Stand November 2017) + 4€ pro Zusatzfigur

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