#125 Papa spielt … DVONN (GIPF-Projekt)

DVONN
Das erste Spiel der GIPF-Reihe, einer Spielereihe abstrakter Zweipersonenspiele, welches ich hier vorstelle, ist DVONN. Ein weiteres, LYNGK, habe ich schon im Reich der Spiele rezensiert. Letzteres war auch für den inno-Spiel Award, der Spiel 2017 in Essen, nominiert. Ich bin ein groooßer Freund von abstrakten Spielen, und sehr anfällig dafür, völlig überteuerte Spiele aus Holz zu kaufen. DVONN der GIPF-Reihe ist eine Neuauflage, endlich wieder günstig zu haben, die ich euch jetzt vorstellen kann.

Es treten zwei Spieler gegeneinander an. Einer der Spieler bekommt alle weißen Spielsteine, und zwei rote DVONN-Steine. Der andere Spieler, einen DVONN-Stein und die schwarzen Spielsteine. Jetzt wird, beginnend mit dem Spieler der weißen Spielsteine, abwechselnd je ein Stein auf das Spielbrett gelegt. Angefangen mit den roten DVONN-Steinen, die eine besondere Bedeutung im Spiel haben werden.

Nachdem das Spielbrett nun komplett mit Steinen belegt ist, beginnt das Spiel. Ein Spieler darf nur Spielsteine seiner Farbe oder Stapel bewegen, die ihre Farbe obenauf haben. Die Stapelhöhe bestimmt die Zugweite, und es darf nur in geraden Linien gezogen werden. Ein Zug, der auf einem leeren Feld endet, ist nicht erlaubt. Außerdem darf kein Stein bewegt werden, der an allem sechs Seiten umzingelt ist. Als letzte Regel: Wer ziehen kann, muss ziehen. Wenn man irgendwann keinen Zug mehr machen kann, setzt man so lange aus, bis wieder ein Zug möglich ist.

So was soll das Ganze jetzt? Hier kommen die drei DVONN-Steine ins Spiel. Zu jeder Zeit im Spiel, müssen die Spielsteine auf dem Spielbrett mit einem der DVONN-Steine verbunden sein. Das ist besonders spannend, da die DVONN-Steine auch in Stapeln verschwinden können, und somit bewegt werden können. Bricht eine solche Verbindung auf, müssen die betroffenen Steine sofort aus dem Spiel entfernt werden.

Es wird so lange gespielt, bis keine Züge mehr möglich sind. Dann stapelt man alle Steine aufeinander, die die eigene Farbe oben drauf haben. Der Spieler mit dem höchsten Turm gewinnt.

DVONN

Fazit zu DVONN:

Material/Komponenten

Es ist kein Geheimnis, die Komponenten der gesamten Reihe sind Klasse. Fühle sich toll an, hören sich gut an (Klack-Geräusche) und sind ganz klar voneinander zu unterscheiden. Einzig der rote DVONN-Stein kann sich etwas zwischen zwei schwarzen Steinen verstecken, also aufpassen… Immer wissen wo die DVONN-Steine sind.
DVONN

Regelheft

Das Regelheft erschreckt zuerst, denn es sind 30 Seiten. Aber durchatmen. Es ist mehrsprachig, und am Ende, passt alles auf drei Seiten. Was den verwöhnten Brettspieler verwundert, es sind langweilig gestaltete schwarz-weiße Seiten… irgendwie thematisch 🙂 Aber es ist sehr klar, und es ist schwer eine wichtige Regel zu übersehen. So mag ich das.
DVONN

Empfehlung

Ich mag DVONN. Nicht so sehr wie YINSH und LYNGK aus der selben Reihe, aber es ist bisher auf Platz 3 von 5 gespielten. Das Spiel anderen zu erklären ist sehr simpel, es tatsächlich aber gut zu spielen, sieht leichter aus, als es ist. Denn es beginnt schon mit dem Aufbauen des Spielplans. Wo setze ich meine Steine, denn nur, wenn ich am Ende lange mobil bleibe, und mir viele Optionen offen halte, kann ich gewinnen. Anfängern passiert es immer wieder, dass sie die DVONN-Steine aus dem Blick verlieren, und dann auf einen Schlag ne ganze Menge an Steinen verlieren. Darauf setze ich oft… muahahaaaa. Auch ist das Spiel knallhart, denn der Gegner kann einen zu Zügen zwingen, die man nicht machen möchte.

Warum das Spiel allerdings etwas niedriger in meiner Gunst, als die anderen Beiden liegt, ist durch das Setup bestimmt. Das ist ungefähr so, wie bei Auktionsspielen, wo man schlicht nicht weiß, wie viel etwas wert ist, spielt man das Spiel das erste Mal. Wir haben den Ansatz versucht, die Steine einfach, der Reihe nach, aus dem Sack auf dem Spielplan zu platzieren, aber das fühlte sich nicht korrekt an, und der Zufall bestimmt zu viel. Wenn man wenig Spielsteine am Rand hat, ist man Anfangs sehr eingeschränkt. Wenn ich es mit Jüngeren spiele, dann mach ich das so, da es mehr um das Spiel, als ums Gewinnen geht. Da ist ein kürzeres Spiel besser.

Für mich ist DVONN ein hervorragendes und sehr intensives Spiel, was ich nicht oft genug spielen kann. Zum einen sind die Spielsteine eine Freude, und dann das flotte Spiel. Es kann sehr gemein werden, aber darum geht es ja. Wer einen Einstieg in die Welt der abstrakten Spiele sucht, kann hier einen guten Kandidaten finden.

Credits

HUCH! & friends
Autor: Kris Burm
2 Spieler
ab 9 Jahre
ca. 30 Minuten

Preis

ca. 30€ (Stand November 2017)

Ich bedanke mich bei HUCH! & friends für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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