#126 Knopf spielt … Sleeping Queens

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Sleeping Queens
Königinnen und Könige, Drachen und Ritter: alles drin in der Rezeptur, für ein Spiel, dass dem Knopf gefallen könnte. Und obwohl das Spiel ab 7 Jahren empfohlen wird, wollen wir den Versuch wagen.

Alle Königinnen schlafen zu Beginn des Spieles, und jeder Spieler bekommt fünf Karten auf die Hand. Diese Karten müssen im Zug ausgespielt werden. Es kann ein König ausgespielt werden, um eine Königin aufgeweckt werden. Das Spiel hat aber auch gemeine Momente. So kann ein Spieler einen Ritter schicken, um eine Königin aus der Auslage eines Mitspielers zu entführen, oder einen Schlaftrunk ausspielen, um eine bereits geweckte Königin wieder in den Schlaf zu schicken. Um sich vor solchen Aktionen zu schützen, sollte man einen Drachen auf der Hand halten, um den Ritter zu vertreiben, oder einen Zauberstab, um dem Trank entgegenzuwirken. Die letzte Sonderkarte im Kartenstapel ist der Joker. Spielt man diesen aus, wird die nächste Karte aufgedeckt. Ist es eine Sonderkarte, darf der Spieler diese behalten; ein guter Weg an Könige zu kommen. Ist es aber eine Zahlkarte, wird reihum abgezählt. Den Spieler, den es trifft, darf eine Königin aufwecken.

Apropos Zahlenkarten. Diese sind etwas tricky, oder besser völlig unbrauchbar. Deshalb muss man diese abwerfen. Man kann entweder eine Zahlkarte abwerfen, oder zwei gleiche Zahlkarten, oder 3 Karten, sollte man daraus eine Addition bilden können (2 + 3 = 5). Am Ende seines Zuges wird dann wieder auf fünf Karten aufgefüllt. So wird gespielt, bis entweder eine bestimmte Anzahl an geweckten Königinnen vor einem liegt, oder eine bestimmte Punktzahl erreicht wurde.

Sleeping Queens

Knopf-Reaktionen:

Die einfachen Mechanismen, wie das Ziehen von Karten und Ausspiele, waren kein Problem für den Knopf. Die Sache mit dem Ritter und dem Drachen, war natürlich der Hit, und ich konnte an seinem Gesicht schon sehen, dass er eine dieser Karten gezogen hatte. Manchmal hat er mich herausgefordert, einen Ritter zu schicken. Ein netter Papa tut ihm dann diesen Gefallen. Die Zahlenkarten haben ihn anfangs irritiert, da er nicht wusste, warum er sie ablegen soll. Einzelne oder zwei Gleiche, waren kein Thema dann. Die Addition, kann man sich vorstellen, hatte nicht geklappt mit einem Fünfjährigen, aber inzwischen hat er sich vermutlich gemerkt, dass 1,2,3 und 2,3,5 zusammen abgelegt werden darf.

Reicht für unsere Bedürfnisse. Die Punktzahlen auf den Karten, haben ihm natürlich auch kein bisschen weitergeholfen. Er hat sich schlicht über jede Königin gefreut, weshalb wir die Punktzahl-Gewinnoption nicht beachten. Er hat eine wage Vermutung, dass die Herzkönigin mit 20 von 50 nötigen Punkten in Zweipersonenspiel sehr mächtig ist. Aber er freut sich eher über die Pfannkuchen- und Tortenkönigin (Mein Sohn… 🙂 )

Ich finde, diese Hausregeln tun dem Spiel keinen Abbruch, und es ist schön noch Entwicklungspotential in einem schönen Spiel zu haben.

Thematisch trifft dieses Spiel beim Knopf voll ins Schwarze. Ritter, Drachen und Königinnen.

Sleeping Queens

Fazit zu Sleeping Queens:

Material/Komponenten

Oh Mann, bin ich Dankbar, dass dieses Kinder-Kartenspiel solch tolles Kartenmaterial hat. Oft ist das bei Kinderspielen echt miserabel. Und nicht immer, sind Kinderhände die Vorsichtigsten. Oft klebrig etc… Eltern wissen, was ich meine. Hier braucht man keine großen Sorgen haben. Die Karten halten was aus.
Ich persönlich liebe diese, etwas schrägen Illustrationen, aber da ist nicht jeder meiner Meinung. In der Box selbst, ist nochmal eine Kurzregel abgedruckt, was ich ganz praktisch finde.
Sleeping Queens

Empfehlung

Wer auch immer Sleeping Queens spielt, muss einiges aushalten können. Es ist eine gehörige Menge Glück involviert, und es ist gemein. Da knutscht man mühsam sich die Königinnen wach, und schon schnappt sich jemand die schönste Königin, oder schickt sie wieder schlafen. Sollten Königinnen wieder abgelegt werden, muss man sich schon merken, welche Königin wo hin gelegt wurde. Denn es gibt hochwertigere und welche mit wenigen Punkten, und speziell, zwei Zickenköniginnen, die man nicht zusammen in die Auslage legen darf. Hier sind sich Pudel und Katze nicht grün 🙂 Auch zu wissen, wo die Rosenkönigin ist, ist kein Fehler, da sie eine weitere Königin aufweckt, sollte sie geweckt werden.

Die Joker oder Hofnarren, wie sie im Spiel genannt werden, sind etwas riskant. Entweder man hat Glück und bekommt eben eine der 26 anderen Spezialkarten oder eine der 40 Zahlkarten wird gezogen. Die Chancen stehen also nicht schlecht. Aber, wenn dann der Gegner eine Königin deshalb wecken darf, und dann auch gewinnt; alles eine Entscheidung, die man treffen muss. Zudem wissen die anderen Spieler dann, dass man z.B. einen Drachen oder Zauberstab auf der Hand hat, wodurch ein Angriff vermutlich einen anderen Spieler treffen wird.

Tolle finde ich die Regel mit der Addition der Zahlkarten. Das erlaubt das spielerische Üben der Plus-Rechenart im Zahlenraum bis zur Zehn. Alles was spielerisch Spaß an Zahlen vermittelt, unterstütze ich.

Aufmerksam geworden bin ich auf das Spiel durch Hilko, und hatte dieses Spiel als ein exotisches Spiel abgetan, an das ich vermutlich eh nicht herankommen werde. Als es dann aber auf der Empfehlungsliste 2017 der Kinderspiel des Jahres Jury auftauchte, musste ich es mir genauer anschauen. Oft erlebt man speziell bei Kartenspielen für Kinder eine Enttäuschung. Der 100ste Mau Mau/Uno/Quartett Klon. Das ist hier definitiv anders. Es ist ein spannendes und lustiges Spiel. Bisher hatte jeder Spaß am Spiel, und es dauert auch nicht so lang, damit man es auch mehrere Runden spielen kann. Durch den Glücksanteil, hat auch wirklich jeder die Chance, zu gewinnen, was ein großes Plus ist.

Mit mehr als zwei Spielern wird das Spiel deutlich variabler, aber spielt sich genauso gut, wie zu zweit. Den einzigen Kritikpunkt, im Spiel zu zweit, dass man immer den selben Spieler angreifen muss, und das Auszählen des Hofnarren etwas komisch wirkt. Uns stört das allerdings nicht.

Sleeping Queens hat mich wirklich positiv überrascht, und da noch Luft nach oben ist, wird uns dieses Spiel sicher noch eine ganze Weile begleiten. Und so gern ich IceCool von Amigo spiele, das Kinderspiel des Jahres 2017, empfinde ich Sleeping Queens inzwischen als den würdigeren Titel. Aber es wird seine Gründe gehabt haben, die sicher ihre Berechtigung haben.

Klein aber Oho, würde ich abschließend sagen.

Sleeping Queens

Credits

Game Factory
Author: Miranda Evarts, Madeleine Evarts, Denise Evarts, Max Evarts
Grafik: Jimmy Pickering
2-5 Spieler
ab 7 Jahre
ca. 15 Minuten

Preis

ca. 15€ (Stand November 2017)

Ich bedanke mich bei Game Factory für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

2 thoughts on “#126 Knopf spielt … Sleeping Queens

  1. Hilko

    Darf man in dieser Version denn nur drei Karten zu einer Addition zusammenfügen? Ich meine, in meiner Ausgabe wären es beliebig viele gewesen (habe eine israelische Version).

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