#130 Papa spricht über … Top Spiele 2017

      1 Kommentar zu #130 Papa spricht über … Top Spiele 2017


Zeit für einen kleinen Blick zurück ins Spielejahr 2017, oder auch meine Top Spiele 2017. Damit meine ich Spiele, die ich 2017 gespielt habe, und die mich dementsprechend beeindruckt haben, dass sie entweder in meiner Sammlung gelandet sind, oder in speziell guter Erinnerung bleiben. Diese Spiele… wenn immer ihr Bock drauf habt, und nen Mitspieler sucht: Ich bin dabei 🙂
Alle Spiele sind in keiner speziellen Ordnung und werden demnächst durch eine weitere Liste aus Solo-Spielen ergänzt, seid gespannt.

Brass


Brass, ein Klassiker von Martin Wallace. Dieses Spiel bekommt einen Ehrenplatz in meiner Sammlung. Es war zur Zeit, als Roxley Games auf Kickstarter die Kampagne laufen lies, um Brass als Neuauflage herauszubringen. Ich kann Euch gar nicht sagen, wie oft ich hier eingestiegen, und dann wieder ausgestiegen bin. Am Ende keines der preisgünstigen Spiele, die ich zuvor allzu oft gekauft habe. Es war also eine Entscheidung, die getroffen werden musste. Erschwerend kam dazu, dass Brass drei Spieler benötigt, und das ist eine Spielerzahl, bei der ich es mir sehr gut überlege, ein Spiel zu kaufen. Denn oft bleiben diese Spiele dann im Regal.

Ich bin über meinen Schatten gesprungen, und habe mir eine gebrauchte Kopie des Klassiker gekauft, und gespielt. Ich habe mich sofort in dieses Spiel verliebt. Von hier an, ging meine Reise in eine komplett andere Richtung. Ich habe Brass inzwischen 10 Mal gespielt (einige Male auch über die hervorragende App) und habe immer noch nicht das Gefühl, das Spiel vollständig gespielt zu haben. Tolles Gefühl.

Ich habe einen neuen Grundsatz für mich und meine Sammlung geschaffen:
Wenn mir ein Spiel gefällt, und ich es toll finde, werde ich es kaufen. Dabei achte ich nicht mehr auf Spielerzahl, Spieldauer oder Komplexität. Wo ich davor Spiele immer so gekauft habe, dass sie möglichst gut für meine Mitspieler passen, ist das jetzt nicht mehr der Fall. Sie mussten sich anpassen und es klappte erstaunlicherweise sehr gut. Win Win, denn viele Spiele vorher haben bei mir das Gefühl zurück gelassen, meine Zeit ein wenig verschwendet zu haben, an ein mittelmäßiges Spiel. Vorteil dieser Spiele: Ich konnte sie leicht abstoßen und durch andere beliebige Spiele ersetzen. Nachteil meiner neuen Leidenschaft: Es sind vermutlich alles Evergreens, und ich brauchte ein neues Regal.

Das besondere an Brass ist, es ist Anfangs völlig offen, welche Taktik man verwenden wird, da alles von den Aktionen von den Mitspielern abhängt. Investiere ich in Transportwege, kümmere ich mich um die Kohlenversorgung, oder Werte ich meine Technologien auf, um für den zweiten Teil des Spieles vorbereitet zu sein. Dazu dann noch Entscheidungen, ob und wann man Kredite aufnimmt. Ganz toll interagierende Mechanismen in einem tollen Setting, der industriellen Revolution Englands.

Mini Rails


Mini Rails war das erste Spiel zur Spiel17, was noch vor der Messe bei mir zu Hause ankam. Dierktimport aus Taiwan, und so schnell, wie es in Essen ausverkauft wurde, war das auch keine dumme Idee. Mini Rails ist so simpel, wie es nur sein kann. Sechs Runden, und jede Runde hat jeder Spieler genau 2 Aktionen. Zugstrecken ausbauen, und Aktienanteile kaufen. Der Clou ist, dass jede Entscheidung ineinander verwoben ist. Welche Strecken baue ich aus, wenn ich dadurch auch anderen, die schon Anteile besitzen helfe, oder kaufe ich zuerst Anteile, die mir dann eventuell jemand anderes abwertet. Jede Entscheidung bestimmt zudem die Spielerreihenfolge, und am Ende, wenn die Linien, in die ich Investiert habe nicht versteuert wurden, werden sie nicht gewertet. Mini Rails ist ein kleines Spiel, gespielt in locker 30 Minuten, und bisher immer ein voller Erfolg gewesen. Die ersten Reaktionen sind immer: Aktien, Züge? Willst du mich veräppeln. Am Ende hat man glückliche Gesichter am Tisch, weil jeder den kleinen Kampf überstanden hat. Es dauert 1-2 Runden, bis die Mitspieler begreifen, wie wichtig ihre Entscheidungen sind. Aber dann sieht man rauchende Köpfe, und der Wunsch nach einer zweiten Runde kommt sicher 🙂 Für mich ein absolutes Meisterwerk.

Junk Art


Speziell die Holz-Edition hat es mir Anfang 2017 angetan. Es ist ein tolles Paket, vollgepackt, in einer hübschen Holzbox. Das Spiel selbst ist großartig, ein würdiger Nachfolger unseres Stapelfavoriten Bausack. Junk Art bietet viele Spielmodi und damit jede Menge Abwechslung. Es ist zugänglich für fast alle Spielgruppen und Mitspieler. Das Spiel belohnt den größten Hochstapler, und bietet spannende Formen, die gestapelt werden wollen, gefertigt aus hochwertigem Material.

Haspelknecht


Markus ist Schuld. Markus der Autor hinter Spielkinder.Essen hat mir dieses Spiel quasi aufgequatscht. Wer will es der Ruhrpottseele auch verübeln. Bei uns wird Kohle im Wald gemacht und nicht im Boden geschürft 🙂
Ich habe mir das Spiel angeschaut, fand den Aktionsmechanismus ansprechend, war fasziniert. Dazu dann tolles Artwork und ein Thema, dem ich nicht abgeneigt bin. Während der Spiel17 hat sich dann endlich das erste Spiel gegen Markus für mich ergeben. Und er hat den Boden mit mir ausgewischt. Haspelknecht ist ein waschechtes Eurogame, was nicht zu komplex, aber auch nicht zu simpel ist. Es können Entscheidungen getroffen werden, die später im Speil eine Rolle spielen werden, und bis zuletzt bleibt es spannend, wer tatsächlich gewinnt. Für mich ein Spiel, was ich vielleicht auch der Erinnerung wegen, niemals wieder abgeben werde…. 2018 ist die Erweiterung dran 🙂 Bin gespannt, welchen Unterschied die kleinen Module machen.

Thunder Allye


GMT Games sind eine kleine Obsession, die sich in 2017 aufgebaut hat. Ich liebe deren Art Spiele zu machen. Sicher, sie sind nicht von hochbezahlten Grafikern illustriert, und sie bestehen aus hunderten Pappmarkern. Ein Problem an GMT Spielen, es sind oft Wargames oder historische Konfliktsimulationen. Und diese sind etwas schwierig auf den Tisch zu bekommen. Aber immer wieder ist auch ein Spiel dabei, dass sich der Mechaniken und Techniken bedient, aber thematisch abdriftet. Okay Stockcarrennen sind auch irgendwie ein Konflikt, aber auch irgendwie cool. Ganz anders als beim bekannten FormulaDe, wird bei Thunder Alley nicht ein einziges Mal gewürfelt, sondern alles wird mit Karten gesteuert. Und es zählt auch nicht der Sieg eines einzelnen Autos, sondern das des Teams. So muss man schlicht insgesamt auf das Feld reagieren, und seine Mitspieler clever nutzen. Das macht Thunder Alley zu einem herausragendem Spiel für mich, da es zu zweit, genau wie zu siebt hervorragend funktioniert und wirklich gut skaliert. Wer möchte, findet auch eine Solovariante.
Für mich ist Thunder Alley DAS Rennspiel.

Klask


Tischkicker in klein und bezahlbar. Ein tolles Geschicklichkeitsspiel, was ich hier rezensiert habe. Ich möchte es nicht mehr missen, da es IMMER toll angenommen wird, und für jede Menge Spaß sorgt.

Hanamikoji


Hanamikoji war der Geheimtipp 2016 für mich. Auch dieses Jahr hat das Spiel jede Menge Spielzeit bekommen. Nicht nur wegen der Neuauflage von Kosmos. Hanamikoji ist für mich das beste kleine Zweipersonenspiel, was ich bisher gespielt habe. Es sind vier Aktionen, die man in einem Spiel durchführt. Aber diese sind tricky. Das erste Spiel selbst hat mich nicht umgehauen, aber je öfter ich es spiele, desto mehr mag ich es. I-split-you-choose ist der Hauptmechanismus, und ich mag diese Entscheidung, denn man muss vorhersehen, was der andere eventuell möchte. Dazu kommt die hervorragende Grafik und die Geschichte, wie ich an das Spiel gekommen bin. Aber das erzähl ich vielleicht ein ander mal.

Gentes


Wohlfühlzone, das beschreibt das Spiel für mich wohl am Besten. Gentes ist ein Zivilisationsaufbauspiel, was aber nicht so komplex wie andere Spiele seiner Art ist. Es ist zunächst recht simpel zu erklären und dann offenbart es doch eine gewisse Tiefe, die bis zur Unerträglichkeit gesteigert werden kann. Hier zeigt sich ein klein wenig der Stil von Stefan Riesthaus, dessen Meisterwerk Arkwright von mir irgendwann noch gespielt werden muss. Aber noch trau ich mich da nicht ran.

Gentes zeichnet sich durch einfache Aktionen und für mich, eine großartige Illustration aus. Der Zeitmechanismus, und die Balance der Population auf dem Spielerbrett sind der Kern des Spieles. Das Sammeln der Karten das Salz in der Suppe. Wir habe das Spiel nun mehrfach zu zweit gespielt, und es hat echt einen wirklich guten Eindruck hinterlassen.

Calimala


Calimala habe ich zuerst auch von der Liste gestrichen. Ab 3 Spieler und thematisch eher schwach. Nunja, wie dem so ist, habe ich ab der Messe in Essen ständig von diesem Spiel gehört. Ob es der Heavy Cardboard Podcast war, oder schlicht auf Twitter und Instagram. Permanent vor meiner Nase. Ich habe es gekauft, und gleich auf den Tisch gebracht. Es war ein voller Erfolg. Das Spiel geht flott, ist super simpel zu erklären, und hat genug Tiefe, um nicht trivial zu wirken. Calimala ist eine schöne Spielerfahrung, locker gespielt in 90 Minuten und spannend bis zum Schluss. Zumal der Aktionsauswahlmechanismus das Besondere am Spiel ist.

Tak


Schickes Holzmaterial, abstraktes Spiel, simple Regeln, viel Spieltiefe und schon hat man mich. TAK hat mich umgehauen, so gut finde ich dieses Spiel. Es ist so simpel… verbinde zwei Seiten des Spielbrettes mit deinen Holzklötzchen. Aber die Fähigkeit auf Steine zu springen, Mauern zu bauen, und diese wieder umzustoßen machen das Spiel so unglaublich komplex, dass es in ernsthaften Duellen wirklich fast zum Durchglühen der Glühbirne im Koppe kommt.

Tigris und Euphrates


Seit 1997 gibt es diese Perle schon. 2017 war das Jahr, als ich es zum ersten mal gespielt habe. Und meine Güte steckt da viel Strategie und Taktik drin. Man sendet Anführer aus, und baut Tempel um Punkte zu sammeln. Der Kniff im Spiel, von vier verschiedenen Punktwertungen, wird nur die niedrigste gewertet. Und da die Wertung bis zuletzt geheim bleibt, ist es maximal schwierig einzuschätzen, wer gewinnen wird. Ein hervorragendes Plättchenlegespiel, welches von den Spielern viel abverlangt, denn es ist gemein und konfrontativ… es kann nur einen geben 🙂 Bei einer Revolte. Man gewinnt, man verliert. Am Ende zählt die richtige Taktik und ein bisschen Glück.

Ethnos


Ethnos füllt eine große Lücke in meiner Spielesammlung. Ein Area-Control Spiel, was sowohl zu zweit, als auch zu sechst wirklich gut funktioniert. Die Regeln sind simpel, und die Spielzüge sind sehr flott. Wenn ein Spieler seine Kartenreihe ausspielt, muss er den Rest seiner gesammelten Karten, den anderen Spielern wieder zur Verfügung stellen. Das zwingt einen zu kniffligen Entscheidungen. Jede der 12 Rassen im Spiel hat ne spezielle Sonderfähigkeit, die dem ganzen Spiel dann doch etwas Tiefe gibt. Sonst wäre es ähnlich komplex wie Zug um Zug.

Ich mag die Illustrationen von John Howe, einer meiner liebsten Herr-der-Ringe-Illustratoren. Hier scheiden sich die Geister, und das Spielbrett und die Plastikscheiben sehen skurril aus, erfüllen aber ihren Zweck.

Century


Splendorkiller haben sie gesagt, besser als Splendor haben sie gesagt. Ich kann sagen, dieses Spiel hat seinen Platz neben Splendor bei uns verdient. Es ist elegant und ein tolles Wettrennen, um die besten Karten in der Auslage. Das schicke Artwork und das Material tun ihr Restliches dazu, dass dieses Spiel unseren Haushalt wohl eher nicht mehr verlassen wird. Dafür spricht auch, der Teaser, der für den zweiten Teil der Trilogie angekündigt wurde. Ich bin sehr gespannt, wie die Spiele ineinander greifen werden.

Startups


Für mich das beste OINK Game. Ziel des Spieles ist es die Mehrheit an den wertvollen Unternehmen zu bekommen, ohne dass die Mitspieler einem die Suppe versalzen oder ahnen, was du vor hast. Dazu muss man bluffen und clever handeln. Am Ende wird nämlich abgerechnet und sollte man nicht der Mehrheitsbesitzer sein, muss man für jeden Anteil, den man besitzt, dem Gewinner eine Münze abgeben.

Ich finde das Thema spannend, und das gesamte Paket super gut gemacht.

Fazit

So ich hoffe, euch hat diese Auflistung genau so viel Spaß gemacht, wie mir. Ich fand es echt nett, mich an die tollen Spiele zurück zu erinnern, und sitze hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge, da viele Spiele davon, viel zu selten gespielt wurden. Das werde ich 2018 ändern. Versprochen. Weniger neuen Kram, mehr das Gute spielen, was liegt so nah. Zudem habe ich Ende 2017 noch einiges an Spielen zugelegt, die man nicht mal so eben spielt. Ein 18xx, einige Splotter Titel und ich hab die Büchse „Age of Steam“ aufgemacht. Es wird ein spannendes Jahr 2018 werden… frohes neue Jahr, und bis bald in meiner Solospiel-Liste, auf die ich mich besonders freue 🙂

One thought on “#130 Papa spricht über … Top Spiele 2017

  1. Oliver

    Tolle Liste – mit der ich an vielen Stellen übereinstimme. Dabei bleibst Du angenehm weit weg vom Mainstream, was der Zusammenstellung noch einmal Authentizität verleiht. Es ist eigentlich egal, wie viele Spiele im Jahr rauskommen. So lange es solche persönlichen Erfahrungsberichte wie Deinen gibt, braucht man keine Angst zu haben, etwas zu verpassen.

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