#131 Christina spielt … Gier

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Gier
Gier von Alexander Pfister erschienen bei Amigo 2-5 Spieler, ab 8 Jahren, 15 Minuten

Gier ist ein kleines, schnelles Kartenspiel für Zwischendurch. Es kommt in gewohnter Amigoqualität und kleiner Schachtel daher. Die Regeln sind schnell gelernt.

Zu Beginn einer Partie, erhält jeder Spieler sieben Spielkarten und eine Garnovenkarte. Diese nimmt er auf die Hand. Auf den Karten ist immer eine Zahl, ggf. ein Spezialeffekt und eine Farbe zu sehen. Wobei die Farben und Zahlen immer gleich zugeordnet sind (z.B. ist die Karte mit der 1 immer rot usw.).Der gierigste Spieler beginnt.

Er legt nun eine seiner Handkarten vor sich in seine Auslage (hier Sammlung genannt), dann wählt er einen Mitspieler aus und zieht von dessen Handkarten – und zwar so viele er sich traut. Der Clou des Spiels besteht darin, möglichst viele Karten auf diese Weise zu ergattern – dabei aber nicht zu gierig zu sein, denn sobald eine Karte zum 2.Mal gezogen wurde (Zahl/Farbe), verliert man alle in dieser Runde erbeuteten Karten.

War man erfolgreich und hat rechtzeitig aufgehört Handkarten zu ziehen, also keine doppelte Karte erbeutet, darf man die Gezogenen seiner Sammlung hinzufügen. Ist man aber zu gierig gewesen und hat eine Karte doppelt gezogen, gehen alle zuvor erbeuteten Karten zurück auf die Hand des Mitspielers, von dem man diese gezogen hatte.

So versucht man, Runde um Runde, seine Sammlung auszubauen und dem Spielziel: Sechs Karten einer Farbe/Zahl, näher zu kommen um das Spiel für sich zu entscheiden. Aufgepeppt wird der einfache Spielmechanismus durch spezielle Zusatzeffekte einzelner Karten. Erwischt man beim Ziehen der Karten den Ganoven, darf man sogar eine Karte aus der Sammlung des Mitspielers klauen und der eignen hinzufügen. Die Ganovenkarte geht immer wieder auf die Hand seines Besitzers zurück.

Am Ende eines Zuges kann man sich dafür entscheiden, alle Karten einer Zahl/Farbe aus seiner Sammlung auf den Ablagestapel zu legen und damit seine Kartenhand wieder auf insgesamt 8 Karten(inklusive dem Ganoven) aufzufüllen. Dies ist die einzige Möglichkeit im Spiel an neue Handkarten zu gelangen.

Regeländerung bei 2 Spielern:
Im Spiel zu Zweit, darf der aktive Spieler entscheiden nicht bei seinem Mitspieler, sondern beim allgemeinen Nachziehstapel seine Karten zu ziehen. So gibt es auch für zwei Spieler eine Auswahlmöglichkeit.

Gier

Fazit zu Gier:

Gier ist ein einfaches, familientaugliches Kartenspiel. Der Push-your-luck-Mechanismus (Forder dein Glück heraus) wird durch überschaubare Zusatzfunktionen aufgepeppt.

Schön ist, dass dieses Spiel auf Grund der Kartengestaltung, Farbe und Zahl gehören immer zusammen, auch für Farbenblinde ohne Einschränkung zu spielen ist. Die Altersempfehlung ab acht Jahren würde ich auf sech Jahre bzw. Kinder mit Kartenspielerfahrungen heruntersetzen. Der Mechanismus ist einfach umsetzbar, so dass ggf. bei den Spezialeffekten und der Einschätzbarkeit „Wie oft kommt meine benötigte Karte?“ zu Beginn, Unterstützung nötig sein könnte.

Das Spiel ist komplett (natürlich bis auf die Anleitung 😉 ) sprachneutral.

Die taktischen Überlegungen sind überschaubar. So stellt sich z.B. die Frage, ob es sinnvoll ist seine Handkarten aufzufüllen – und so den Mitspielern eine größere Auswahlmöglichkeit zu bieten- oder es lieber zu lassen.

Spiel zu Zweit:

Zu Zweit hat mir bzw. uns das Spiel nicht so gut gefallen, weil es sich in unseren Augen sehr langwierig gestaltete, und wir oft nur darauf gewartet haben, dass die 6.Karte gezogen wird und dann ein Gewinner feststeht. Auch die Auswahl, nur bei dem anderen Mitspieler oder dem Nachziehstapel ziehen zu können, hat uns nicht überzeugt und den Spielspaß gebremst. Wollte man seinen Mitspieler ärgern zog man keine Karten mehr nach und der aktive Spieler war gezwungen für eine größere Auswahl beim Nachziehstapel zu ziehen. Dort entfiel aber auch die Möglichkeit der Ganovenkarte. Zu Zweit hat sich für uns kein Wiederspielreiz entwickeln können.

Das Spiel zu dritt und zu viert:

Das Spiel zu dritt bzw. zu viert hat uns dagegen um einiges besser gefallen. Hier boten sich mehr Auswahlmöglichkeiten, der Spielablauf wirkte flüssiger und auch einen „Ärgerfaktor“ konnte man so zum Spielspaß gut einbringen. So lässt es sich sehr gut als nettes Familienspiel, zwischendurch oder aber auch als Absacker spielen.

Credits

Amigo
Author: Alexander Pfister
Grafik: Olaf Preiß
2-5 Spieler
ab 8 Jahre
ca. 15 Minuten

Preis

ca. 8€ (Stand Dezember 2017)

Ich bedanke mich bei Amigo für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.