#133 Papa spielt … Hanamikoji

Hanamikoji
Hanamikoji war, für mich persönlich, der große Hit der Spiel2016. Ich hatte es nicht vorbestellt und nach der Messe verzweifelt gesucht. Ich habe es dann auch Taiwan bekommen. So weit muss man heute nicht mehr reisen, Kosmos hat es für den deutschen Markt verfügbar gemacht.

In Hanamikoji spielen zwei Spieler um die Gunst von sieben Geishas. Dazu haben sie pro Runde genau vier Aktionen, die jede nur ein einziges Mal verwendet werden darf. Eine Option ist es, zwei Karten aus dem Spiel zu nehmen, die dann an keiner Wertung teilnehmen. Die zweite Option ist es, eine Karte geheim zu werten, die dann erst am Ende offenbart wird. Ab der dritten Option kommt endlich die Interaktion mit dem Mitspieler zum Zuge.

Beide Aktionen bedienen sich dem I-Split-You-Choose-Mechanismus. Man bildet ein Set aus drei Karten, oder ein Set aus je zwei Karten. Der Gegner wird sich zuerst entweder eine Karte oder ein Zweierpaket auswählen. Der Rest bleibt jeweils beim aktiven Spieler. Alle erhaltenen Karten werden, der Farbe entsprechend, an die jeweilige Geisha angelegt, und stellen die Geschenke dar, mit denen man versucht die Gunst zu gewinnen. Am Ende einer Runde wird dann gewertet. Man gewinnt die Gunst, wenn man mehr Geschenke an eine Geisha anlegen kann, als der Gegner. Bei einem Gleichstand, bleibt das Gunstplättchen dort, wo es lag.

Hat am Ende einer Runde ein Spieler vier Geishas oder Geishas mit einem Gesamtwert von 11 oder mehr Punkten, gewinnt dieser das Spiel. Wenn nicht, werden die Gunstplättchen nicht verändert, und eine neue Runde gespielt. So werden maximal drei Runden gespielt… oder wer mag, solange bis ein Sieger feststeht.

Hanamikoji

Fazit zu Hanamikoji:

Material/Komponenten

Optisch ist das Spiel für mich ganz weit oben. Ich liebe den Grafikstil und die verwendeten Farben. Das Material selbst ist ziemlich nah am Standard. Die Karten hätten ein Linen-finish vertragen können, wie es die Vorgängerversion von EmperorS4-Edition hatte, aber gemessen am Verkaufspreis, wurden hier wohl leichte Abstriche gemacht. Die Qualität der Karten würde ich auch als durchschnittlich bezeichnen. Besonders toll sind die großen Geisha Karten, der Blickfang auf dem Tisch.

Hanamikoji

Regeln

Die Regeln sind sehr klar strukturiert und gut geschrieben. Alles ist entsprechend illustriert und wichtige Schlüsselworte im knalligen Gelb geschrieben. Ich denke, ein neuer Spieler wird keine fünf Minuten benötigen, die Regeln zu lesen und zu erfassen. Ganz am Ende hat jede Geisha noch eine kleine Story erhalten, die aber keinerlei Bewandtnis im Spiel hat.

Hanamikoji

Empfehlung

Kosmos ist ja schon ein bisschen bekannt für ihre Zweipersonenspiele. Eine ganze Reihe gibt es da inzwischen. Mit Hanamikoji haben sich sich ein Spiel gesichert, was ganz sicher ganz oben auf deren Liste zu finden ist. Ich liebe dieses Spiel und kann es noch 100 Mal spielen, ohne Müde zu werden. Im Gegenteil. Das Spiel war im ersten Spiel für mich ein richtiger Reinfall. Meine Frau wollte sogar keine zweite Partie spielen. Aber zum Glück haben wir uns drüber weggesetzt. Denn je öfter ich es spiele, desto klarer wird die Taktik und die Zwiespalt in dem man sich befindet, welche Karten man seinem Gegner anbietet, und welche Karten man aus dem Spiel nimmt. Was wie ein sehr simples Spiel klingt, trägt doch einige bedeutungsschwere Entscheidungen in sich.
Ich schätze die kurze Spielzeit, und habe selbst nicht oft erlebt, dass es nach der dritten Runde noch keinen Sieger gab. Irgendwann gibt ein Spieler nach. Eine perfekte Mischung aus Bluff, Deduktion und Zocken.

Hanamikoji ist für mich ein grandioses Spiel, welches so viel, mit so wenig erreicht. Auch wenn ich die kleinere EmperorS4 Edition bevorzuge, bin ich sehr froh, dass nun jeder in den Geschmack dieser Perle der kleinen Kartenspiele kommen kann. Wer auch immer einen Duellpartner hat, der einem intensiven, taktisches Spiel nicht widerstehen kann, sollte sich Hanamikoji mal ansehen.

Hanamikoji

Credits

Kosmos
Autor: Kota Nakayama
Illustrationen: Maisherly Chan
2 Spieler
ab 10 Jahre
ca. 15 Minuten

Preis

ca. 13€ (Stand Januar 2018)

Ich bedanke mich bei Kosmos für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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