#134 Papa spielt … Century – Die Gewürzstraße

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Century - Die Gewürzstraße
Century – Die Gewürzstraße hat schon vor seinem Erscheinen für ein wenig Aufsehen gesorgt. Es war angekündigt als ein Spiel, welches in zwei Geschmacksrichtungen erscheinen wird. Klassisch als Wüstenthema und einmal als Golem-Edition. Zudem ist das Spiel der erste Teil einer Trilogie, bei der jeder Teil unabhängig voneinander spielbar, und doch ineinander verwoben sein soll. Nachdem der erste Teil erschienen ist, und Plan B Games erstmal nix von einer Golem-Edition wissen wollte, wurden die Rufe der Fans laut, und man hat dem Druck nachgegeben. Auf Deutsch ist diese Edition nie erschienen, und auch weitere Titel sollen nur im klassischen Thema fortgesetzt werden. Mal sehen, wie laut die Rufe sein müssen 🙂
In Century – Die Gewürzstraße spielt ihr als Führer einer Gewürzkarawane und handelt mit Kurkuma, Safran, Kardamom und Zimt.

Kleiner Hinweis: Die Spielmatte ist NICHT Bestandteil des Spieles. Diese habe ich für 30€ bei Abacus separat dazu gekauft.

Century - Die Gewürzstraße

Century startet für jeden Spieler sehr langsam. Ein paar Gewürze und zwei Karten auf der Hand. In seinem Zug, kann der Spieler EINE von vier Aktionen wählen:

1. Eine Karte aus der Auslage auf die Hand nehmen. Dabei ist die Karte ganz links umsonst. Überspringt man Karten, muss man auf jede Karte, links von der gewählten Karte, ein Gewürzwürfel legen.

2. Eine Handkarte ausspielen, und damit entweder Gewürze nehmen, vorhandene Gewürze aufwerten oder Gewürze tauschen.

3. Eine Punktkarte aus der oberen Reihe kaufen. Dazu müssen die angegebenen Gewürze zurück in den Vorrat gelegt werden. Sollten Münzen über der Karte liegen, darf man sich zudem noch eine davon nehmen, die am Ende nochmals Punkte einbringt.

4. Rasten, und damit alle ausgespielten Karten wieder auf die Hand nehmen.

Nimmt ein Spieler die fünfte Punktkarte, endet das Spiel nach der aktuellen Runde und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Century - Die Gewürzstraße

Fazit zu Century – Die Gewürzstraße:

Material/Komponenten

Das allererste, was ins Auge sticht, ist die wundervolle grafische Illustration von Fernanda Suárez. Ob es das Cover der Box ist, oder die Karten, sie vermitteln ein wunderbares Gefühl, für das sonst fast Themalose Century. Wer die Box dann öffnet, findet tolle Karten und vier Schälchen, gefüllt mit farbigen Würfeln, die auch bei senkrechter Lagerung nicht herumpurzeln. So macht man Tiefziehteile. Völlig unnötig, aber sehr schön, sind die Metallmünzen, die easy auch einfach Pappmarker hätten sein könne. Die zusätzlich gekaufte Spielmatte rundet das Spiel für mich optisch ab. Ein wunderbares Komplettpaket.
Century - Die Gewürzstraße

Regeln

Knapper könnten Regeln nicht sein. Im Spiel selbst findet sich ein etwas stabileres Papier, und alles was man wissen muss, findet sich auf diesen beiden Seiten. Gut gegliedert, und teilweise noch mit Beispielen konkretisiert.

Century - Die Gewürzstraße

Empfehlung

Splendor-killer haben sie gesagt, es soll deutlich besser sein, haben sie gesagt. Ich kann dem wiedersprechen. Diese beiden Spiele können hervorragend gemeinsam in unserem Regal existieren. Sicher, beide Spiele sind ein Rennen, sich möglichst schnell die besten Karten zu sichern und damit die hochwertigen Punktkarten zu nehmen.

Genug mit den Vergleichen. Die Spiele sind verschieden genug. Zuerst ist es nötig sich gute Karten zu sichern, die effektiv ineinander greifen, und gut zusammen harmonieren. Dann muss die Entscheidung getroffen werden, wann man aufhört, sein Kartendeck zu vergrößern, und in die Produktion zu gehen, sprich sich um die Punktkarten zu kümmern. Wenn man Karten nehmen will, muss man entscheiden, welche Karte man nehmen will, und speziell zu welchen Preis. Wartet man noch eine Runde, und hofft, die Wunschkarte wird noch billiger, weil andere Spieler Karten kaufen. Oder nimmt man sich gleich, bevor ein anderer dieselbe Idee hat. Wird als Punktkarte eine hohe Punktzahl offenbart, ist der Reiz eine kurzfristige Strategie zu nutzen, natürlich deutlich bevorzugt.

Das Spiel ist ein leichtgewichtiges Familienspiel, was aber durchaus sehr kompetitiv gespielt werden kann. Man kann immer etwas tun, und eigentlich verbessert man seine Situation auch ständig. Der Trick ist es, es effizienter als seine Mitspieler zu tun. Wer einen schlechten Start erwischt, kann also schon mal auf verlorenem Posten kämpfen. Ist aber nicht so schlimm, da Century nicht wirklich interaktiv ist, und es trotzdem Spielspaß bereitet.

Einen Kritikpunkt habe ich, was die Startbedingungen angeht. Je später man in Spiel dran ist, desto mehr Gewürze bekommt man zum Start. Jedenfalls theoretisch. Der dritte Spieler in der Runde bekommt genau so viel wie der Zweite, und der fünfte Spieler genau wie der Vierte. Somit haben gleich zu Beginn Spieler 3 und 5 einen kleinen Nachteil, da sie zwar auch mehr bekommen, aber trotzdem noch eine Spielrunde später dran sind, als der Vorgänger.

Davon abgesehen macht uns Century wirklich großen Spaß. Egal ob zu zweit oder mit mehr Mitspielern. Es ist optisch wirklich ansprechend, und der Spielfluss ist toll. Es darf also bleiben, und wir freuen uns tierisch auf die folgenden Spiele der Reihe. Zum Jetzigen Zeitpunkt wurde der zweite Teil zum Juni/Juli 2018 angekündigt. Es sieht komplett anders aus, und ich bin wirklich gespannt, wie die beiden Spiele miteinander interagieren.

Ein tolles Spiel also für Optimierer und Freunde des abstrakten Handelns mit Gewürzwürfeln.

Century - Die Gewürzstraße

Credits

Plan B Games / Abacusspiele
Autor: Emerson Matsuuchi
Illustrationen: Fernanda Suárez
2-5 Spieler
ab 8 Jahre
ca. 30-45 Minuten

Century - Die Gewürzstraße

Preis

ca. 30€ (Stand Januar 2018) (+ 30€ für die Spielmatte)

Century - Die Gewürzstraße
Ich bedanke mich bei Plan B Games / Abacusspiele für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.