#135 Papa spielt … Spoil me not!

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Spoil me not!
Die schon etwas länger aktiv spielen, könnten es noch kennen. Ich habe es sicher schon 10 Jahre nimmer gespielt zuvor. Nicht die Bohne, so hieß das Spiel, welches jetzt durch Spoil me not! re-implementiert wurde.

Weg von den Bohnen, ist das Thema nun Geschenke. Und jeder hat sie zu Hause, diese Mitbringsel und Höflichkeitsgeschenke, die man eigentlich gar nicht haben will. Wenn es aber mehreren so ergeht, warum kein Tauschgeschäft. Was der eine nicht haben will, ist vielleicht genau das, was der Andere gerade sucht.

Jeder Spieler bekommt eine bestimmte Anzahl von Karten auf die Hand, und ein Spieler wird zum Startspieler ernannt. Dieser spielt offen eine seiner Karten vor sich aus, und bietet damit allen diese Karte als Tauschgeschenk an. Die anderen Mitspieler spielen nun zunächst verdeckt eine Karte aus ihrem Fundus aus. Alle Karten werden dann gleichzeitig offenbart. Der Startspieler sucht sich eine Karte aus, dann sucht sich der Spieler, dessen Karte genommen wurde, eine Karte aus und so weiter. Der Letzte, der eine Auswahl treffen darf, nimmt die Karte und das Token darauf vom Startspieler und wird neuer Startspieler.
Alle so ausgewählten Karten werden offen, nach Farben sortiert, vor sich abgelegt.

Sind alle Karten verteilt, wird gewertet. Dafür werden alle Punkte einer Farbe addiert, und die Sonderkarten berücksichtigt. Eine x0-Karte im Stapel reduziert alle Punkte dieser Farbe auf 0. Eine x2-Karte verdoppelt die Punkte. Hat man eine ungerade Anzahl von -/+ Karten im Farbstapel, werden die Punkte vom Punktestand abgezogen, statt addiert. Eine gerade Anzahl dieser Karte hebt den negativen Effekt auf.

Gewonnen hat der Spieler mit der höchsten Punktzahl.

Spoil me not!

Fazit zu Spoil me not!:

Material/Komponenten

Linen-finish-Karten und ein Holzmarker, das ist alles, was man in der skurril anmutenden Box findet. Um auf die Illustration zu kommen; Ihr glaubt gar nicht, wie schwer ich es hatte, dieses Spiel auf den Tisch zu bekommen. Ich weiß nicht, ob es mit Bohnen leichter gewesen wäre, aber es wurde eigentlich entweder übersehen, oder abgelehnt. Keiner wollte Geschenkewichteln spielen. Auch als ich gesagt habe, dass sich ein cleveres Verhandlungsspiel dahinter verbirgt, was simpler aussieht, als es dann ist, wollte mir keiner glauben. Meine Mitspieler sind einfach raus aus dem Teddybärenalter.
Wer sich aber mit dem durchaus kindlichen Look anfreunden kann, darf auf ein gutes Spiel hoffen.
Spoil me not!

Empfehlung

Je weniger Spieler am Tisch sitzen, desto kalkulierbarer wird das Spiel. Die Minimalbesetzung mit drei Spieler ist praktisch unspielbar. Der Startspieler spielt seine Karte aus, und durch seine Wahl, welche Karte er nimmt, bestimmt er praktisch den neuen Startspieler und die anderen beiden Spieler haben keine Wahl welche Karte sie nehmen. Es ist vorbestimmt durch die Regel, dass der letzte Spieler die Karte des Startspielers nehmen muss. Deshalb empfehle ich mehr als drei Spieler. Wer es extrem mag, versucht es mal… nicht mein Fall.

Ab vier Spielern spielt man ein Spiel, was einige Strategien zulässt. Als Startspieler kann man versuchen bestimmte Reaktionen der Mitspieler hervorzurufen. Klappt manchmal, wenn die Spieler aber aufmerksam in die offene Auslage schauen, dann wird man ihm in die Suppe spucken. Genauso hat man als Spieler irgendwann die Möglichkeit den letzten zwei Spielern die Karten aufzuzwingen. Spoil me not! ist extrem gemein und kann genauso gespielt werden.

Aufgrund der Sonderkarten kann es sehr schnell gehen, und man ist statt des sicher geglaubten Gewinners, ganz schnell der Verlierer. Sollte man einen +50 Punkte Set haben, und in der letzten Runde ein +/- nehmen müssen, werden da ganz schnell -50 Punkte draus. Das mochte nicht jeder Mitspieler. Auch, dass die Punktzahlen am Ende so weit auseinander gingen, war nicht jedermanns Sache.

Ich hingegen finde es toll. Es ist ein kleines Kartenspiel, das etwas Pfeffer in sich trägt. Es ist kein Stichspiel, bei dem man Sets sammelt, fühlt sich aber ein bisschen so an. Und es macht Spaß, sein Angebot als Startspieler zu präsentieren oder sich zu überlegen, was der Startspieler haben möchte, um eventuell selbst die zweite Wahl zu haben. Ein hin und her zwischen helfen und dem Anderen zu schaden. Interessant fand ich auch die Tatsache, dass man keine der eigenen Handkarten zu seinen Sammlungen hinzufügen wird. Fühlte sich anfangs sehr komisch an. Wer also viele hohe Karten auf die Hand bekommt, muss drauf achten diese gleichmäßig zu verteilen, oder eben eine Sammlung des Gegners zu negieren.

Die Angabe der Spielzeit ist mit 30 Minuten bei sechs Spielern ziemlich gut getroffen. Die Illustrationen sind nicht zu 100% mein Fall, aber das waren die Bohnen der Ur-Ausgabe auch nicht. Ich habe aber läuten hören, dass es 2018 nochmal einen Reprint eines anderen Verlages gibt.

Für den Preis von 10€ bekommt man mit Spoil me not! ein gutes und auch ein ein wenig anderes Spiel, zu dessen stärken definitiv die knappen Regeln und der flotte, klare Spielfluss gehören. Ein schönes Spiel für Zwischendurch.

Spoil me not!

Credits

Korea Boardgames co., Ltd.
Autor: Horst-Rainer Rösner
Illustrationen: Wei Li Ng
3-6 Spieler
ab 8 Jahre
ca. 30 Minuten

Preis

ca. 10€ (Stand Januar 2018)

Ich bedanke mich bei Korea Boardgames co., Ltd. für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

One thought on “#135 Papa spielt … Spoil me not!

  1. Hilko

    Ja, zu sechst ist es toll (kenne nur das alte Original). Spielt aber keiner mit mir, und wenn doch, dann nicht gemein genug (oder nicht konzentriert genug), um das Potential des Spiels wirklich auszureizen.

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