#139 Christina spielt … Kodama

      Kommentare deaktiviert für #139 Christina spielt … Kodama


„Kodama – Die Baumgeister“ von Daniel Solis erschienen bei Kosmos, 2-5 Spieler, ab 8 Jahren, 30 Minuten

Erster Eindruck:

Kodama ist ein Familienspiel aus dem Hause Kosmos (2017). Dieses hübsche Spiel, in dem wir als Baumhirten ansprechende Bäume für unsere Baumgeister wachsen lassen, ist in einer übersichtlichen Schachtel verstaut. Die Regeln lassen sich für Vielspieler schnell lernen. Der Inhalt umfasst 116 verschiedene Karten.

Der Inhalt: 116 schön gestaltete Karten und eine Anleitung reichen dem kompakten Kosmosneuling.

 

Worum geht es?

Zu Beginn erhält jeder Spieler eine zufällig gezogene Stammkarte (insgesamt gibt es sechs verschiedene Stammkarten). Diese Stammkarten sind doppelt so groß wie die anderen Karten, also gut zu erkennen, und zeigen, wer hätte das erwartet, den Stamm unseres Baumes. Diese Stammkarte legen wir vor uns aus. Auf jeder der sechs Stammkarten findet sich ein anders „Symbol“ – Blume, Glühwürmchen, Pilz, Raupe, Stern oder Wolke. Von nun an versuchen wir für unsere Kodamas – die Baumgeister – von diesem Stamm ausgehend lukrative Bäume wachsen zu lassen.

Doch was sind diese Kodamas? Kodamas sind japanische Baumgeister, wie uns die Anleitung verrät, die wir als Baumhirten natürlich gern in unserem Baum beherbergen wollen. Nach jeweils vier Runden wird ein Baum gewertet und ein Kodama zieht ein und bringt so hoffentlich viele Punkte mit, die wir für den Sieg als bester Baumhirte benötigen.

Zum Spielaufbau
Neben der Stammkarte bekommt jeder Spieler zu Spielbeginn vier Kodamakarten, auf denen die Kodamas zu sehen sind, die man möglicherweise in den Baum einziehen lässt. Nun heißt es: Karten gut studieren und im Spielverlauf weiter gut im Auge halten! Denn auf den Kodamakarten steht, welche „Symbole“, oder besser gesagt, welche Wünsche der Kodama hat, und wie viele Punkte er einem beim Einzug bringt. Während der eine Kodama viele Punkte gibt, wenn an eine Karte möglichst viele Karten angrenzen, auf denen beispielsweise ein Stern abgebildet sind, geben andere Kodamas Punkte für bestimmt Symbole an Astenden.

Außerdem gibt es vier Astkarten in der Auslage, aus denen wir die für unseren Baum passenden Äste heraussuchen, und dazu passend gibt es einen verdeckten Stapel zum Auffüllen der Astkarten. Die letzte Sorte Karten sind die Jahreszeitenkarten, zu denen kommen wir aber später. Eine Startspielerkarte zeigt zudem, welcher Spieler die Jahreszeit begonnen hat. In der ersten Jahreszeit ist das der Spieler, der am meisten Grün trägt, man ist ja schließlich ein Baumhirte.

Hier der Aufbau für drei Spieler – natürlich im Spiel mit verdeckten Handkarten!

 

Der Spielablauf

Gespielt wird drei Jahreszeiten lang und nach jeder Jahreszeit wählen wir in der Kodamaphase einen Kodama, der in den Baum einzieht. Der aufmerksame Leser merkt: Vier Kodamas für drei Jahre – das bedeutet wir lassen einen Kodama nicht in den Baum einziehen, drei müssen in den Baum. Die Auswahl will natürlich gut durchdacht sein. Eine Jahreszeit wird unterteilt in vier Runden. In jeder Runde wird Reihum eine Astkarte aus der Auslage genommen und an den eigenen Stamm angelegt. Die Anlegeregeln sind denkbar einfach: Eine Astkarte muss und darf nur eine andere bereits ausliegende Karte überdecken, allerdings darf niemals ein „Symbol“ verdeckt werden. Hinzu kommt, dass die Unterkante der Stammkarte anzeigt, wie tief man die Äste im Spiel hängen lassen kann, denn unter der Erde können wir natürlich keine Äste wachsen lassen. Auch darf kein Ast so angelegt werden, dass er mehr als 10 Punkte bringen würde. Nach dem Anlegen einer Astkarte wird der Ast sofort gewertet.

Hierfür werden die Symbole der neuen Astkarte mit den Symbolen der Karte verglichen, an die man angelegt hat. Im groben sei an dieser Stelle nur gesagt: Lange Reihen mit dem gleichen Symbol bringen viele Punkte. Habe ich zum Beispiel einen Ast mit fünf Astkarten, und auf jeder dieser Karten ist das gleiche Symbol, bekommt man schon fünf wertvolle Punkte. Die Punkte werden notiert und der nächste Spieler wählt eine Astkarte. Nach vier Runden und dem Anlegen von vier Karten endet die Jahreszeit und die Kodamas werden ausgewählt. Welchem Kodama gefällt der aktuelle Baum am besten und gibt die meisten Punkte?

Nun sind aber leider oder zum Glück nicht alle Jahreszeiten gleich. Für jede Jahreszeit zeigt uns die Jahreszeitenkarte eine Regeländerung wie „Wolken werden wie Sterne gewertet“.

Nach den drei Jahreszeiten mit jeweils vier Runden gibt es eine Abschlusswertung und der erfolgreichste Baumhirte wird gekrönt.

Ein Baum am Ende des Spiels, in dem sich die Baumgeister wohl fühlen…

 

Varianten:

Die Anleitung schlägt vor das erste Spiel ohne Jahreszeiten zu bestreiten, um erst einmal Lege- und Wertungsmechanismus zu verinnerlichen. Auch gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen bei den Kodamas. Als Einsteigervariante können als Kodamas die neun Karten der „Kodamakids“ genutzt werden, die natürlich in der Wertung leichter zu berechnen sind. Einige Kodamas haben einen gelben Punkt und gelten als etwas komplexer, diese sollte man nicht in den ersten Spielen nutzen.

Fazit zu Kodama:

In unserer Spielegruppe waren sich alle einig, dass Kodama ein unglaublich hübsch gezeichnetes Spiel ist. Die kleinen niedlichen Waldgeister sind ein echter Eyecatcher, genau wie die andern gut illustrierten Karten. Ein kompletter Baum auf dem Tisch lädt wirklich zum Anschauen ein. Darüber hinaus bietet das Spiel aber noch mehr.

Die Qualität des Spiels und das Preis-Leistungsverhältnis sind wirklich gut. Die Karten sind fest, der Karton ist angemessen und mit einer Einlage zum besseren Kartenaufbewahren versehen, der Preis ist mit 12,99€ (Stand Januar 2018) wirklich günstig. Das taktische Anlegen ist nicht besonders schwierig, variiert aber durch die verfügbaren ausliegenden Astkarten, die Kodamas und die Jahreszeitenregel. So macht das Spiel unserer Spielegruppe auch nach vielen Partien noch großen Spaß.

Was weniger großen Spaß gemacht hat, war das erste Lesen der Anleitung. Die Begrifflichkeiten für die Karten und Spielphasen sind zu Beginn doch etwas verwirrend – Wachstumsphase, Jahreszeiten, Jahreslauf – bis der Ablauf eines kompletten Spiels klar war, hat es länger gedauert, als wir bei dem Umfang der Anleitung vermutet hätten. Ist die Anleitung aber einmal verinnerlicht, ist es ein wirklich tolles Familienspiel, welches absolut zu empfehlen ist.

Zum Abschluss:

Wir haben unsere Punkte für die Äste und Kodamas auf einem einfachen Zettelchen notiert, so wie man es von ähnlichen Spielen kennt. Schön wäre natürlich ein Wertungsblock gewesen, auf der Rückseite der Anleitung ist freundlicherweise eine Kopiervorlage abgebildet. Was für uns aber nicht nötig und hilfreich ist, ist die von Kosmos beworbene App um die Punkte auszurechnen. Wir haben sie ausprobiert und ein Spieler musste die ganze Zeit auf dem Handy Punkte eingeben, bestätigen, „Weiter“ klicken, so dass es den Spielspaß in unserer Runde gebremst hat.

Ich bedanke mich bei Kosmos für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.