#141 Papa spielt … Paper Tales

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Paper Tales
Unscheinbar und doch ansprechend. So würde ich die Schachtel von Paper Tales beschreiben. Mir ist es in Essen am Stand von Blackrock Games ins Auge gefallen. Noch bevor ich wusste, worum es ging, hat mich die Illustration in seinen Bann gezogen.

Normalerweise habe ich ein klein bisschen ein schlechtes Gewissen, wenn ich Spiele vorstelle, die in Deutschland nur schwer zu bekommen sind. Hier allerdings können alle aufatmen. Frosted Games hat sich dem Spiel angenommen, und wird es sogar in deutscher Sprache publizieren, der Vertrieb läuft dann über Pegasus.

Paper Tales ist ein eigentlich sehr simples Drafting Spiel. Man sucht sich eine Karte aus, und gibt den Rest weiter, und hofft vielleicht, das bestimmte Karten bei einem selbst wieder ankommen. Diese Karten werden nach dem Draft in die eigene Auslage gelegt. Dazu hat jeder Spieler zwei Posten in der Frontlinie und zwei Posten in der hinteren Linie frei. Mehr können nur durch ein Gebäude freigeschalten werden, das man im Spiel bauen kann. Die Karten werden erst verdeckt abgelegt, und dann gleichzeitig offenbart. Die entsprechenden Kosten müssen bezahlt werden, und es kommt zum Krieg.

Paper Tales

Die Kampfstärken der vorderen Karten werden mit den linken und rechten Tischnachbarn verglichen, und entsprechen Punkte verteilt. Es gibt nicht nur kriegerische Einheiten, die man deshalb besser in der zweiten Reihe platziert. Nach einer Einkommensphase können nun entweder Gebäude errichtet werden, oder bestehende verbessert. Diese geben am Ende wichtige Siegpunkte und geben permanente Boni für das Spiel. Am Ende der Runde altern die Einheiten. Sollten zu diesem Zeitpunkt schon Karten einen Altersmarker auf sich liegen haben, sterben diese Einheiten, andere bekommen einen solchen Chip verpasst.

Damit endet die erste von vier Runden. Der Spieler mit den meisten Legendenpunkten gewinnt das Spiel.

Paper Tales

Fazit zu Paper Tales:

Material/Komponenten

Wen die Illustration der Box nicht schon überzeugt hat, wird es spätestens von den Karten. Ich finde die Illustrationen gehören mit zu den Schönsten, die ich seit sehr langer Zeit gesehen habe. Ich liebe diese Darstellung von Papierschnitten. Da es ein Kartenspiel ist, in dem die Karten viel am Tisch herumgereicht werden, ist die Kartenqualität angemessen gewählt worden.

Die Spielerhilfe-Karten sind super, und unterstützen die sowieso schon excellente Ikonografie.
Paper Tales

Regeln

Die Regeln sind super klar geschrieben, und sollten auch mit englisch Grundkenntnissen kein Problem darstellen. Alle Regeln werden durch Illustrationen und Beispiele untermauert.

Paper Tales

Empfehlung

Paper Tales ist sehr schnell zu meinem liebsten Drafting-Spiel herangewachsen. Sicher ist die Optik erstmal der Angelhaken gewesen. Aber angebissen habe ich beim zweiten Spiel. Das erste Spiel ist mehr ein Kennenlernen der Karten, und wie alles ineinander greift. Versteht man aber wie manche Karten gedacht sind, die erstmal keinen Sinn zu ergeben scheinen, aber dann die passenden Kombo-Karten dazu erkennt, wird die Tiefe des Spieles zu schätzen lernen.

Ein großer Vorteil dieses Spieles ist es, dass es so leicht zu vermitteln ist. Neue Spieler, die schonmal ein Drafting Spiel alla Sushi-Go oder 7 Wonders gespielt haben, werden sich direkt zurecht finden. Das Spiel wird mit steigender Erfahrung der Spieler immer interaktiver, da man schnell erkennt, welche Taktik der Gegner verfolgt. Und dann muss man eben entscheiden, lasse ich eine Karte, die ich eigentlich nicht brauchen kann, durch zum nächsten Spieler? Das macht den Reiz aus. Die Kriege sind auch eher passiv zu sehen, denn es wird nichts zerstört, was sich jemand aufgebaut hat. Es geht lediglich um Punkte auf der Leiste. Was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist, ist die Tatsache, dass die Karten so schnell wieder verschwinden, eine so kurze Lebenszeit haben.

Die Gebäude sind definitiv das komplexeste am Spiel. Deren Vorteil zu erkennen, braucht schon ein oder zwei Spiele, zumal man nicht alle verfügbaren Gebäude auch in einem Spiel bauen kann.

Wenn ich etwas zu kritisieren habe, ist es die geringe Auswahl an verschiedenen Karten. Das Spiel schreit nach Erweiterungen. Bietet aber dennoch einige Spielrunden jeweils eine neue Erfahrung.

Ich empfehle dieses etwas unbeachtete Spiel und freue mich speziell auf die bald erscheinende Erweiterung die zusätzlich eine Soloversion beinhaltet. Wir haben das Spiel auch zu zweit versucht, aber die Anzahl der Karten, die man bewerten muss, ist schlicht zu hoch. Ab drei Spielern oder in Vollbesetzung absolut zu empfehlen, da fast alles simultan getan werden kann. Es ist leicht zu erlernen, es ist schnell gespielt und bietet den Spielern die es suchen, eine gewisse Spieltiefe, das Spiel genauer erforschen und neue Kombinationen kennen zulernen. Und am Ende … Hölle ist das Spiel hübsch.

Paper Tales

Credits

Catch Up Games / Blackrock Games
Autor: Masato Uesugi
Illustrationen: Christine Alcouffe
2-8 Spieler
ab 12 Jahre
ca. 30 Minuten

Preis

ca. 30€ (Stand April 2018)

Ich bedanke mich bei Blackrock Games für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.
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