#16 Papa spielt … Skyliners

IMG_6656

In Skyliners geht es hoch hinaus. Zwei bis vier Architekten versuchen eine, aus Ihrer Perspektive, möglichst schöne Skyline zu bauen. Leider pfuschen die anderen Baulöwen den eigenen Plänen immer wieder ins Handwerk.

Skyliners ist mal was völlig anderes, als das was man sonst vom Hans im Glück Verlag gewohnt ist. Viel Plastik und eine große Schachtel. Darin dann ein eher abstraktes Spiel.

Die Spieler bauen hierbei Hochhäuser, indem Sie reihum immer wieder Gebäude erhöhen. Dabei versucht jeder Spieler seine Ziele umzusetzen.
Das bedeutet auch, dass die Spieler sich gegenseitig die Pläne vereiteln müssen. Dazu können sie auch Parks bauen, um Gebäude an Bauplätzen zu verhindern, oder sie setzen ein Dach auf ein Gebäude, um dieses nicht höher werden zu lassen.

Währen eines Zuges hat ein Spieler zwei Aktionen. Die Erste muss eine Bauaktion sein, indem ein Gebäudeteil, ein Dach, oder ein Park gebaut wird. Die Zweite kann auch eine Bauaktion sein, oder das Spielen einer Planungskarte. Mit diesen kann der Spieler geheim einen Tipp abgeben, wie viele Gebäude er in jeder Reihe A-E am Ende des Spieles sehen kann aus seiner Perspektive. Nur für richtige Tipps gibt es am Ende auch Punkte. Wer früh seinen Tipp abgibt, und Recht behält, darf auch zuerst die Gebäude mit Antennen für sich beanspruchen. Er hat aber eben eine höhere Unsicherheit, dass der Plan auch gelingt.
Die Planungskarten werden während des Spieles in einen Papp-Baucontainer geheim abgelegt, so dass kein Mitspieler wissen kann was getippt wurde.

Am Ende gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten. Punkte gibt es für richtige Tipps, Antennen der eigenen Farbe, dem höchsten Gebäude im, durch eine ausgeteilte Wolkenkratzerkarte, zugewiesenen Quadranten.

IMG_6657

Varianten:

Das Spiel beschreibt zuerst eine Einsteigervariante, die die Planungskarten und den Baucontainer zum Ablegen nicht benötigen. Ich empfehle allerdings diese zu ignorieren, sollten nicht nur komplette Spielanfänger am Tisch sitzen.

IMG_6658

Fazit:

Material/Komponenten

Zunächst einmal die positiven Dinge. Die Plastikgebäudeteile sind toll. Sie fassen sich toll an, lassen sich prima stapeln, womit auch unser dreijähriger Knopf seine Freude hatte. Das dazugehörige Tiefziehteil als Teil des Spielplans zu nutzen ist super. Aber hier fangen jetzt auch schon die Probleme an. Das Tiefziehteil in der Schachtel ist nicht groß genug gestaltet, damit alle Komponenten darin gut verstaut werden können. Den vierteiligen Papp-Baucontainer muss man nach jedem Spiel wieder auseinander bauen. Und für die Spielkarten ist überhaupt kein Platz vorgesehen.
Um die Punkte zu zählen sind Papp-Möwen beigelegt, die leider sehr instabil sind. Deshalb hat der Verlag wohl auch je drei Stück pro Spielerfarbe drucken lassen. Die Punkte werden dann mit den Möwen am Spielekarton-Rand befestigt, was auch nur klappt, wenn nicht drei oder vier Spieler die gleiche Punktzahl haben. Hans im Glück hätte hier, wie üblich, ein Punktetableau verwenden sollen.
Zuletzt der zusammensteckbare Baucontainer. Nett gedacht, aber eine flache Tasche, in die die Planungskarten geschoben werden können, hätte es auch getan.
IMG_6660

Alter

Das Alter ist mit ab 8 angegeben. Je nach strategischem Vorausdenken, kann das Spiel aufgrund der sehr einfachen Regeln auch früher schon gespielt werden.

Regelheft

Das Regelheft hat Sage und Schreibe 12 Seiten und ist so groß wie die Box selbst. Damit hat man ein völlig unhandliches Heft in der Hand. Die Spielbeschreibung ist durch viel zu viele Beispiele unnötig lang. Das eigentliche Spiel wird auf den letzten zwei Seiten erklärt, und ich meine für die wenigen Regeln hätte es ein doppelseitiges Blatt auch getan. Davor wird nur das Einsteigerspiel erläutert, und erklärt was man sieht und was nicht.
Vielleicht ist meine Spielerfahrung hier einfach zu hoch, und ich habe schon zu viele Anleitungen gelesen, aber vielleicht gibt es Spieler, die solch ausführliche Regeln brauchen, mich hat es eher verwirrt.
IMG_6659

Empfehlung

Skyliners kann ich aus unserer Erfahrung leider nicht empfehlen. Nicht, dass sich in der Schachtel nicht auch ein tolles abstraktes Ärger-Strategiespiel befindet. Aber genau dieser Ärgerfaktor ist das, was uns gar nicht gefallen hat. Man muss dem anderen Spieler praktisch in die Suppe spucken, um zu gewinnen. Das geht bei uns im Spiel zu zweit gar nicht, und auch mit mehr Personen im Spiel, kam das nicht wirklich gut an. Zum Material habe ich schon einiges geschrieben. Die kleinen Fehler und Unschönheiten könnte ich irgendwie akzeptieren, wenn das Spiel für uns ansprechender wäre.
In Vollbesetzung hatten wir den meisten Spielspaß, aber dann war das Spiel auch so unvorhersehbar, dass es wenig Raum für Strategien gab.
Bei uns hat immer auch der Spieler gewonnen, der konstant konservativ und auf Sicherheit gespielt hat. Spieler, die ein hohes Risiko eingegangen sind, sind oft abgestraft worden.
Also Spieler, die sich eine strategisch, wenig planbare Schlacht bieten wollen, können sich das Spiel Skyliners gerne mal anschauen.
Aber am Ende muss man Hans im Glück doch Danken, dass sie den Mut haben, auch mal was völlig anderes zu versuchen.

Schachtelinhalt

76 Stockwerke
40 Antennen in 4 Farben
8 Dächer in 4 Farben
5 Parks
20 Planungskarten
16 Startaufstellungskarten
4 Wolkenkratzerkarten
12 Möwen
1 Baucontainer
1 Spielanleitung

Credits

Hans im Glück
Author: Gabriele Bubola
Illustration: Michael Menzel
2-4 Spieler
8+ Jahre
ca. 30 Minuten

Preis

ca. 35€ (Stand Februar 2016)

Ich bedanke mich bei Hans im Glück für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. Mein Artikel wurde durch die Bereitstellung nicht beeinflusst und spiegelt meine Meinung und Erfahrung wieder.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *