#21 Papa spielt … Sushi Go

Sushi Go

Jeder liebt Sushi, jedenfalls kann man das glauben, wenn man durch die Straßen zieht. An jeder Ecke wird Sushi angeboten. Ob es nun die der China-Imbiss ist, Fertig-Sushi von der Fischfutterkette aus dem Norden Deutschlands oder in den Kühltheken der Discounter und Supermärkte.
Wir hatten in Karlsruhe ein richtiges Sushi-Restaurant, in dem man auch sehr ausgefallene Sushis bekommen konnte, wie Seeigel und Seegurke. Leider hat diese vor Jahren seine Pforten geschlossen, da der Betreiber wohl keine Lust auf den Preiskampf mit den 16,99€ Suhsi-All-You-Can-Eat Chinesen hatte.

Nun ja, ob sich in Sushi Go von Zoch Spiele nun eher schlechtes Fastfood, oder ein gutes Menü befindet, werden wir herausfinden.

In Sushi Go wird ein Mechanismus verwendet, den man als Draftig bezeichnet. Ob es ein deutsches Wort dafür gibt, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Jedenfalls spielt jeder Spieler gleichzeitig eine seiner Handkarten verdeckt vor sich aus. Alle Spieler zeigen gleichzeitig ihre ausgespielte Karte, und geben danach alle ihre Handkarten an den linken Mitspieler weiter. Da man zu Beginn des Spiels mehr Karten auf der Hand hat, als Mitspieler am Tisch sitzen, wird die eigene Start-Kartenhand wieder zurück kommen. Ich muss also entscheiden, welche Karte nehme ich lieber gleich, und welche Karte kommt später vielleicht wieder. Dazu sollte man die Auslagen der Mitspieler genau beobachten. Wenn der Spieler links von mir eine bestimmte Sorte sammelt, gebe ich ihm die fehlende Karte zu seinem Set, oder lege ich sie vor mir aus, obwohl sie mir vielleicht gar keine Punkte bringt?

Gespielt werden insgesamt drei komplette Durchgänge, in denen die Spieler versuchen bestimmte Kartenkombinationen, Sets, vor sich abzulegen. Es gibt Karten, die geben am Ende des Durchgangs nur Punkte, wenn man eine Mehrheit hat (Maki-Rollen), oder eine bestimmte Anzahl besitzt (Tempura, Sashimi).
Nigiri-Sushi, diese leckeren Reisbänkchen auf denen ein Stück Lachs oder Thunfisch liegt, können mit einer darunterliegenden Wasabi Karte um den Faktor x3 multipliziert werden.
Pudding muss über den Verlauf von allen drei Durchgängen gesammelt werden. Der Spieler mit den meisten Puddingportionen wird belohnt, der Spieler mit den wenigsten Puddingportionen mit Minuspunkten abgestraft.

Zuletzt gibt es noch Stäbchen-Karten. Diese sind mehr eine Investition in die Zukunft. Spielt ein Spieler die Stäbchen vor sich aus, kann in er in einer folgenden Runden des aktuellen Durchgangs, sollte er „Sushi-Go!“ rufen, zwei statt einer Karte vor sich auslegen. Die Stäbchen nimmt er dann wieder in seine Hand, und gibt die Karte mit den anderen an den nächsten Spieler.

Zwischen jedem Durchgang werden die Punkte notiert. Am Ende des dritten Durchgangs wird der Pudding gewertet und der Spieler mit der höchsten Punktzahl hat gewonnen.

Sushi Go Spielmaterial

Varianten:

Im zweiten Durchgang können die Karten auch rechts herum gereicht werden.

Sojasoße-Promo

Wer das Glück hatte, auf einer Messe oder beim Händler diese Promo zu bekommen, bekommt eine kleine Ergänzung, die das Spiel nicht zu sehr verändert. Alle Spieler, die eine Sojasoße-Karte am Ende des Durchgangs vor sich ausliegen haben, zählen die verschiedenen Karten-Hintergrundfarben ihrer Karten in der Auslage. Der oder die Spieler mit den meisten Farben bekommen dann nochmal Zusatzpunkte. Dabei werden die Hintergrundfarben aller Spieler gezählt. Sollte ein Spieler, der keine Sojasoße vor sich liegen hat, die meisten Farben besitzen, gehen alle leer aus.

Fazit zu Sushi Go:

Material/Komponenten

Die Spielkarten machen einen sehr robusten Eindruck und auch nach vielen Spielrunden zeigen sich keine Abnutzungen. Der Wertungsblock ist ganz nett, aber nicht notwendig, wie es oft in anderen Spielen ist. Also man muss sicher keinen nachkaufen, sollte der beigelegte Block irgendwann aufgebraucht sein.

Alter

Altersangabe ab acht Jahren. Sobald das Kind das Konzept der Multiplikation umsetzen kannat, kann es gerne mitspielen. Vorher kann auch gespielt werden, dann aber eher ohne Wert auf die Wertung zu legen.

Regelheft

Das Regelheft ist gut geschrieben. In je acht Seiten pro Sprache (deutsch, englisch, französisch, italienisch) werden die Regeln klar und deutlich vermittelt. Das Einzige, woran man sich gewöhnen muss, und genauer hinschauen; Die Begriffe Durchlauf, Zug und Runde müssen korrekt aufgefasst werden. Zoch hat deutlich drauf geachtet, das klar ist, welcher Begriff genau was bedeutet.
Am Ende der Regeln gibt es noch eine sehr praktische Schnellübersicht, was den Wiedereinstieg deutlich erleichtert.
Sushi Go Anleitung

Empfehlung

Absolut, zwei Daumen nach oben. Sushi Go ist für uns an jedem Spieleabend fast schon Pflicht. Es ist ein lockerer Aufwärmer, oder ein Spiel, das den Abend abschließen kann. Die Regeln sind eingängig, werden durch die Texte auf den Karten unterstützt, und man kann sich die wenigen Regeln wirklich gut merken. Das Tollste aber, jeder spielt gleichzeitig. Es gibt keine Wartenzeiten (Downtime).Es gibt sicherlich inzwischen viele Spiele, die den Drafting-Mechanismus verwenden, aber ich glaube keines der populären Spiele da draußen, macht es so elegant wie Sushi Go. Ich brauche keine fünf Minuten, um das Spiel zu erklären, und selten gibt es Unklarheiten. Das Thema ist weitestgehen akzeptiert (bei Fairy Tale ist das Schwieriger, nicht jeder mag Fantasy). Andere Drafting-Spiele wie z.B. 7 Wonders, das den mechanismus polpulär gemacht hat, sind ein ganz anderes Kaliber. Es gibt mehr Regeln, mehr verschiedene Karten, mehr zu beachten. Wir haben als Alternative Die holde Isolde versucht, aber auch dabei wurde das Thema etwas zum Hindernis. Zusätzlich haben es dann diese fummeligen Punktemarker nicht einfacher gemacht.

Für uns macht Suhsi Go einfach alles richtig.
Einziger Wermutstropfen: man braucht mindestens 3 Spieler.

Jeder, der den Draftig-Mechanismus nicht kennt oder ihn schätzt, sollte sich das Spiel unbedingt anschauen. Der günstige Preis ist ein weiterer Pluspunkt … und vielleicht serviert man dazu das ein oder andere Maki-Röllchen 🙂

Schachtelinhalt

108 Spielkarten
1 Wertungsblock
1 Spielanleitung

Credits

Zoch Verlag
Author: Phil Walker-Harding
Grafik: Tobias Schweiger
3-5 Spieler
ab 8 Jahre
ca. 20-30 Minuten

Preis

ca. 13 € (Stand Februar 2016)

3 thoughts on “#21 Papa spielt … Sushi Go

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  2. Andreas

    Hallo 🙂

    In unseren Runden kommt Sushi Go auch extrem gut an. Eines meiner Lieblingsspiele für zwischendurch. Mir ist aufgefallen, dass es im Englischen dort keine Muscheln gibt sondern „Dumplings“ also Teigtaschen. Mich würde interessieren, was den Verlag dazu bewogen hat, das zu ändern. Teigtaschen wären mir lieber gewesen … *mjam* 😀

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  3. dawue Post author

    ich kann mir gut vorstellen warum. Ich habe noch in keinem Sushi-Restaurant Dunplings bekommen. Ich kenne Dunplings eigentlich auch mehr aus China… wenn du mal in Shanghai bis, verrat ich dir die beste Adresse dafür 🙂

    Jeder der sich überwinden kann, sollte mal eine rohe Jakobsmuschel oder Auster versuchen… mir ist di deutsche version deutlich lieber, sowohl grafisch als auch inhaltlich 🙂
    nur den Pudding versteh ich nicht 🙂 Sake wäre angebracht gewesen 🙂 Aber vermutlich weniger Kinderfreundlich 🙂

    heute gabs übrigens tatsächlich Sushi zum Abendessen…. hmjjamm 🙂

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