#24 Papa spielt … Patchwork

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Patchwork
Ich würde gerne irgend etwas cleveres über Nähen und Handarbeit schreiben, aber ich kann nicht. Ich habe keine Ahnung davon.
Und das ist keine stereotypische Betrachtung, sondern die Realität. Ich war in der Schule im Handwerksunterricht (gibt es das heute noch?) schon schlecht, und auch mein Nähversuch eines schottischen Kilts, sollte man als Solchen bezeichnen.

Gekauft habe ich Patchwork eigentlich, weil ich auf der Suche nach einem Spiel für Zwei war. Zudem näht meine Frau gerne, und ich dachte: Thema passt, Spieleranzahl passt, Spiel von Uwe Rosenberg… kann nur gut werden.

In Patchwork versuchen zwei Spieler einen Quilt, eine Steppdecke, auf einem neun-mal-neun großen Feld zusammenzupuzzlen. Dazu werden Flicken in verschiedenen Formen mit Knöpfen, der Währung in dem Spiel, gekauft. Diese Teile kosten aber mit unter nicht nur Knöpfe, sondern auch Zeit. Diese zweite Währung wird auf einem zusätzlichen Zeitplan-Tableau angerechnet. Erreicht ein Spieler das Ende des Zeitplans, ist für diesen Spieler das Spiel zu Ende. Der Spieler weiter hinten auf dem Zeitplan, ist immer als Nächster am Zug.

Das Spiel ist ein ständiges Abwägen von Zeit- und Knopfkosten der nächsten drei Stofffetzen. Manche Flicken kosten etwas mehr, bringen aber im Verlauf des Spiel auch Einkommen, bei den sogenannten Knopfwertungen. Die Flicken müssen tetrisartig auf dem eigenen Spielplan untergebracht werden, und am Besten so, dass möglichst schnell ein sieben-mal-sieben großes Feld lückenlos belegt ist. Damit sichert sich der Spieler einen Punktebonus.
Alternativ kann der Spieler entscheiden, keine Flicken zu kaufen, und stattdessen Knöpfe verdienen, in dem er den anderen Spieler auf dem Zeitplan überholt.

Jedes nicht abgedeckte Feld am Ende des Spieles, kostet den Spieler zwei Minuspunkte. Gewonnen hat, wenn beide Spieler am Ende des Zeitplans angekommen sind, der Spieler mit den meisten Knöpfen.

Patchwork Uwe Rosenberg

Varianten:

keine

Fazit:

Material/Komponenten

Wer die kleine Schachtel sieht, wird sich wundern, wie viele Teile da am Ende drin stecken. Die Flicken sind aus sehr stabilem, beidseitig bedruckten Karton. Das Spiel ist sehr farbenfroh, ohne grell und störend zu wirken. Am Ende gefällt mir der Quilt, den ich zusammengenäht habe (wir ignorieren einfach das ein oder andere Loch…hehe). Die Knöpfe sind ebenfalls Chips aus Pappe und ich überlege tatsächlich echte blaue Knöpfe in die Packung zu legen. Allgemein macht das Material einen sehr guten Eindruck, besser kann es kaum sein.

Alter

Das Alter ist mit ab acht Jahren angegeben. Ich denke, das passt ziemlich gut, da dieses Spiel einige harte taktische und strategische Entscheidungen erfordert. Sicherlich spricht thematisch und spielmechanisch nichts dagegen, mit jüngeren Kindern zu spielen, aber ein faires Spiel wird das nicht werden.

Regelheft

Das Regelheft ist eigentlich ein Faltblatt mit sechs Seiten. Ich habe selten so ein toll organisiertes Regelheft gesehen. Alles ist klar erklärt und passend illustriert. Das Spiel kann also direkt nach dem ersten Auspacken, nach 10 Minuten Regellektüre und Spielaufbau, direkt gespielt werden

Empfehlung

Absolute Empfehlung für alle Spielpaare, zwei blaue Knopfdaumen nach oben. Das Spiel sieht erstmal harmlos aus, hat es aber in sich. Die Auswahl scheint einfach, wenn man sich die drei nächsten Flicken anschaut. Aber eventuell will man doch lieber nichts kaufen, in der Hoffnung eine anderes, teureres Teil eine Runde später ergattern zu können. Oder braucht der Gegenspieler unbedingt ein Teil, dass ich dann besser kaufe?
Das Spiel ist oft auch ein Rennen, um die Bonuspunkte für das sieben-mal-sieben große Quilt.
Will man am Ende nicht als Verlierer da stehen, muss man sehr vorausschauend im Bezug auf Knöpfe, Zeit und Flicken spielen. Die ersten Partien waren für mich ein Fiasko, denn von positiven Punktzahlen konnte ich nur träumen. Inzwischen achte ich mehr auf die Zeitkosten, die man anfangs gerne mal vernachlässigt und werde mit jedem Spiel besser.
Einziger kleiner Wermutstropfen am Spiel ist, dass es eine Menge Platz braucht. Man muss alle Flicken in einem Ring auf dem Tisch ausbreiten. Das ist dann doch größer als man zuerst denken würde.

Patchwork ist ein prima Spiel, für alle, die sich gerne messen wollen und Spaß daran haben, in ein Spiel tiefer einzutauchen. Jedes Spiel ist anders, und in jedem Spiel wird man besser.

Schachtelinhalt

1 Zentraler Zeitplan
33 Flicken
2 Ablagepläne
1 Spielfigur
2 Zeitsteine gelb und grün
50 Knopfplättchen
1 Sonderplättchen
1 Spielanleitung

Credits

Lookout Spiele
Author: Uwe Rosenberg
Grafik: Klemens Franz
2 Spieler
ab 8 Jahre
ca. 15-30 Minuten

Preis

17 € (Stand März 2016)

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