#3 Papa spielt … Kakerlakenpoker

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Ein Bluffspiel mit Tieren die keiner mag

Kakerlaken, Stinkwanzen, Kröten, Spinnen, Fliegen, Skorpione, Fledermäuse und Ratten sind nicht dein Ding? Dann könnte dieses Spiel wirklich lustig mit Dir werden.

In Kakerlakenpoker bekommt jeder einen Stapel Karten, die er den anderen Spielern unterjubeln muss. Ein Spieler beginnt und schiebt eine seiner Karten verdeckt an einen Mitspieler weiter.
Dabei schaut er dem Spieler in die Augen und behauptet „Kakerlake“.
Der Spieler, der die Karte bekommen hat, kann sich nun entscheiden;

Er gibt die Karte weiter:
Er sagt an, die Karte weiterzugeben und darf nun die Karte anschauen. Er muss die Karte dann einem Mitspieler geben, der die Karte noch nicht bekommen hat. Er kann nun die ursprüngliche Behauptung bestätigen, oder ein anderes Tier nennen.

Er glaubt dem anderen Spieler oder er bezichtigt den anderen Spieler als Lügner:
Sollte er mit seiner Anklage Recht behalten, bekommt der gebende Spieler die Karte, die er vor sich offen ablegen muss. Sollte er Unrecht haben, muss er die Karte vor sich ablegen.
Immer wenn ein Spieler eine Karte vor sich ablegen muss, muss dieser die nächste Karte in den Umlauf schicken.
Verloren hat der Spieler, der zuerst 4 Karten einer Sorte vor sich liegen hat, oder keine neue Karte mehr losschicken kann.

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Varianten:

Knopfvariante (Hausregel)

Die Regeln geben vor, dass die Spieler eine Karte ihrer Handkarten auswählen dürfen. Unsere Hausregel ist: Jeder legt seine Karten als Stapel vor sich ab, und darf diesen nicht einsehen. Er darf die oberste Karte anschauen, wenn er am Zug ist.
Ich denke diese Regel gleicht die unterschiedlichen taktischen Denkweisen der einzelnen Spieler aus und legt den Fokus jetzt mehr auf das Bluffen selbst.
Zudem muss man nicht so sehr auf seine Kartenhand aufpassen, dass der Nebenmann nicht reinspickt, oder man aus Versehen Einblicke gewährt.
Diese Variante hat sich auch bei Mitspielern mit kleineren Händen bewährt, da es bei 3-4 Spielern schon schwer sein kann, 15-20 Karten zu halten.
Zusätzlich hat man in geselligen Runden die Hände frei um Getränke und Snacks zu sich zu nehmen.

Man kann in dieser Variante zwar nicht sehen, welche Karten man selbst noch in den Umlauf bringen kann, leistet aber meiner Ansicht, dem Spielspaß keinen Abbruch.

2-Spieler – Top oder Flopp?:

Das Regelheft schlägt eine 2 Spieler-Variante vor, in der 10 Karten aus dem Spiel genommen werden, und man bis zu einem Quintett, das vor einem ausliegt, spielt, oder einem eben die Karten ausgehen. Meiner Ansicht eignet sich das Spiel aber überhaupt nicht für zwei Spieler, denn das Weitergeben der Karten fällt weg, und der wichtigste Teil, das Gelächter und Schadenfreude der anderen Spieler bleibt aus.
Das Spiel lebt von der Metaebene.

Fazit:

Material/Komponenten

Das Spiel besteht nur aus 64 Karten mit sehr liebevoll gezeichneten Ekeltierchen. Schön ist, dass sich jede Abbildung der Tiere auf den Karten unterscheidet. So kann man beim Bluffen auch Bezug auf bestimmte Karten oder Posen der Tiere nehmen. Nach ein Paar Runden kann man sich das ein oder andere ja merken.

Ein besonderes Lob gilt den Piktogrammen auf den Karten. Auf der Vorderseite wird manchmal im Eifer des Gefechts, schon mal eine Spinne mit einem Skorpion zu verwechselt.
Sollte man regelgerecht spielen, und die Karten auf der Hand halten, sind die Piktogramme für Rechtshänder leider auf die falschen Seite gedruckt. Sie befinden sich rechts oben, und sind somit unsichtbar, wenn die Karten als Fächer gehalten werden.
UPDATE 25.11.2015: Keine Ahnung was mich hier geritten hat. Danke für den Kommentar, der mich darauf hingewiesen hat. Auf dem Foto kann man sogar sehen, dass ich komplett falsch lag.

Super sind die 8 Piktogramme auf den Kartenrückseiten… so kann man auch mal auf ein Piktogramm zeigen, wenn einem der Name nicht einfällt, oder man kann nachsehen, welche Tiere gibt es überhaupt im Spiel.

Alter

Die Packung sagt 8-99 Jahre. Hier kommt es ganz klar auf die Mitspieler an. Ich habe das Spiel mit meinen Neffen gespielt, die beide im Grundschulalter und auch innerhalb dieser Altersangaben liegen. Ich konnte beim Kartenschieben fast jeder Karte sagen, ob die Jungs bluffen oder nicht. Sicherlich wird es Kinder geben, die zum Bluffen geboren sind, aber ich denke als Erwachsener fällt es einem vielleicht leichter, eine Bluff-Strategie zu entwickeln. Also obwohl Drei Magier Spiele für Ihre Kinderspiele berühmt sind, würde ich hier das Alter etwas nach oben korrigieren.

Regelheft

Kurz und Knapp… Es gibt keine Regelunklarkeiten, und schön ist die Multilinguale Übersicht auf der Rückseite. So kann man das Spiel auch auf spanisch spielen, sollte einem der Sinn danach stehen. Und manche Spieler, haben vielleicht Anfangs etwas Schwierigkeiten sich die Namen der Tiere zu merken. Besonders oft wurde die Stinkwanze als Wanze oder Käfer benannt.

Empfehlung

Ein Daumen hoch. Das Spiel ist der optimale Einstieg in einen Spiele-Abend. Mit den richtigen Leuten macht diese simple Spiel mächtig Spaß. Es spielt sich locker in 15-20 Minuten in einer 5-er Runde und lässt sich auch locker in einer 8-er Runde spielen (dann hat eben jeder weniger Karten).
Allerdings steht und fällt das Spiel mit den Mitspielern. Sind nur Spieler anwesend, die nicht bluffen können oder wollen, ist es das falsche Spiel, denn objektiv betrachtet, ist es ein langweiliges und stupides Spiel. Alles was dieses Spiel wirklich gut macht, passiert auf der Metaebene am Spieltisch.
Einfach mal eine Karte losschicken, ohne die Karte vorher angeschaut zu haben, oder strikt jeden der Lüge bezichtigen, dann plötzlich wechseln.

Wir hatten jedenfalls viel Spaß mit diesem kleinen Spiel. Soviel Spaß, dass wir uns zwingen mussten, auch noch ein anderes Spiel an diesem Abend zu spielen.

Schachtelinhalt

64 Spielkarten (8 je Tierart)
1 Spielanleitung

Credits

Drei Magier Spiele
Autor: Jacques Zeimet
Grafik: Johann Rüttinger
Illustrationen: Rolf Vogt
2-6 Spieler
8-99 Jahre
15-25 Minuten

Preis

zwischen 7 und 10 €

2 thoughts on “#3 Papa spielt … Kakerlakenpoker

  1. HilkMAN

    Da kann ich mich doch gleich mal revanchieren… die Ehre für die Illustrationen gebührt Rolf Vogt, auch wenn Rüttinger die Grafiken bearbeitet hat.
    Deinen Hinweis auf die Rechtshändersituation verstehe ich nicht ganz – die Piktogramme sind doch auf beiden Seiten?

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  2. dawue Post author

    Danke… ich habe es korrigiert. Keine Ahnung was hier passiert ist. Vermutlich habe ich beim Schreiben des Reviews die Karten falsch herum gehalten?

    Und Grafiker != Illustration… das muss man auch erstmal auseinander halten können.

    Reply

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