#31 Papa spielt … Legends

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Legends

Ja, die größte Wette unserer Zeit. In nur 75 Wochen wollen wir zu den acht sagenumwobensten Orten der Welt reisen und möglichst viel über ihre Legenden lernen. Vier Mal werden wir uns hier im „Club der Abenteurer“ treffen und von unserem Wissen über die Legenden berichten.

Eine Wette, um die Welt reisen, 80 Tage, ach halt das war eine andere Geschichte. Diese Geschichte hat 75 Wochen Zeit um den Yeti zu finden, das Bernsteinzimmer auszugraben, Atlantis zu besuchen, das Grab der Nofretete zu erfoschen oder andere Orte wie Avalon zu bereisen. Also kein Problem, fangen wir an.

Der Spieler muss als erste Aktion seines Zuges den Ort wechseln. Das Reisen kostet Zeit, die auf der Zeitleiste angerechnet wird. An einem Ort angekommen, kann der Spieler nun zwischen der Kartenaktion und der Buchaktion wählen. Die Kartenaktion bringt dem Abenteurer mehr Wissen in Form von Karten der sieben Orte. Dabei gibt es Kartenaktionen, die gezielt Karten aus der Auslage auswählen lassen, oder Kartenaktionen, die blind vom Stapel ziehen lassen. Jede Kartenaktion kostet wieder Zeit, die auf der Zeitleiste vorgezogen wird.
Bei der Buchaktion kann der Spieler Karten der jeweiligen Farbe am entsprechenden Ort abgeben, um dort eines seiner sechs Bücher zu platzieren oder bereits liegenden Bücher aufzuwerten. Dabei ist die Anzahl der Symbole auf den Karten entscheidend. Pro abgegebene Karte kostet die Aktion eine Woche Zeit.
Die Bücher sind die einzige Möglichkeit in dem Spiel zu Punkten oder mit anderen Spielern zu interagieren. Mit den Büchern kämpft man um die begehrten hohen Punktwerte an den Orten. Bücher können gesetzt und nach unten verdrängt werden. Und nur an den Orten mit gesetzten Büchern, kann der Spieler Punkten, sollte es dort zu einer Wertung kommen.
Hier kommt ein besonderer Ort zum Einsatz; der Club der Abenteurer. Hier können als Kartenaktion, während des Spieles, verdeckt ein bis drei Karten von den Spielern abgelegt werden. An vier Zeitpunkten während des Spiels kommt es zu einer Wertung. Hier werden alle Karten des Clubs der Abenteurer gemischt, und solange Karten aufgedeckt, bis fünf verschiedene Farben aufgedeckt sind. Diese fünf Orte werden gewertet.
Auf der Zeitleiste wird die Spielerreihenfolge abgelesen. Der Spieler am weitesten zurück, ist dran. So kann ein Spieler auch mehrere Züge hintereinander machen.
An den vier Wertungspunkten steht auch immer eine goldene Sanduhr. Der Spieler der sie jeweils zuerst erreicht, darf sie auf einen Ort setzen, der bei der nächsten Wertung auf jeden Fall gewertet wird.
Durch die bei der Wertung aufgedeckten Karten werden noch Sonderpunkte verteilt, wobei der mit den meisten Punkten am Ort auch noch die Wertvollsten Karten zugeteilt bekommt. Die Anzahl der Symbole auf den Karten bestimmen die Sonderpunkte, diese Karten werden danach abgeworfen.

Der Spieler, der nach der vierten Wertung die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Varianten:

Die Zweispieler-Variante hat ein Paar kleinere Regelanpassungen.

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Fazit zu Legends:

Material/Komponenten

Beim Material sticht zuerst das Spielbrett hervor, es ist nicht gefaltete Pappe, wie sonst, sondern kommt in sechs Puzzleteilen, die einer alten, leicht beschädigten Landkarte gleichen. Irgendwie auch schick, Ravensburger und Puzzle, das erkennt man wieder. Jeder Spieler hat noch ein stabiles Playerboard, was aber lediglich etwas Flufftext enthält, und sonst als Ablage für die schicken Holzbücher dient. Das gesamte Holzmaterial macht einen sehr guten Eindruck und ist liebevoll gestaltet.

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Alter

Die Altersangabe ist etwas merkwürdig mit ab neun Jahren angegeben. Man kennt ab acht Jahren, und ab zehn Jahren. Neun Jahre ist doch etwas künstlich in die Mitte gesetzt, vermutlich um hervorzuheben, dass es sich bei Legends um „ein etwas anspruchsvolleres Abenteuer- und Reisespiel für die ganze Familie“ handelt. Ich sehe allerdings keinen Grund, warum das Spiel nicht auch mit acht Jahren gespielt werden kann. So schwer sind die Regeln nicht, und zu strategisch ist das Spiel auch nicht.
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Regelheft

Das Regelheft ist in zwei Teile geteilt. Ein separates Blatt zeigt den Aufbau, dann noch ein Heft, welches den Spielablauf erklärt. Ich bin kein großer Freund von diesen Trennungen, da ich den Spielaufbau eigentlich immer am Anfang der Anleitung erwarte. Ich war diesbezüglich auch irritiert, da das extra Blatt nicht als Download auf der Ravensburger Seite zu finden ist. Man sollte das Beiblatt also nicht verlieren.
Die Regeln sind klar und strukturiert erklärt. Ein bisschen Flufftext lockert die Lektüre ein wenig auf. Schön gemacht und bis auf eine Regel gut geschrieben. Auf diesen Punkt gehe ich im letzten Abschnitt genauer ein. Es hat sich in den ersten beiden Spielrunden ein Regelfehler eingeschlichen, der vermutlich durch eine etwas unglückliche Patzierung des Regeltextes in der Regel zu Stande kam.
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Empfehlung

Legends ist ein solides Spiel, welches uns leider nicht komplett überzeugen konnte. Vorab sei erwähnt, dass das Spiel nur in Vollbesetzung, also vier Spieler, wirklich sein Potential entwickeln konnte.
In der Zweispieler-Variante ist das Spiel leider völlig langweilig, und für unseren Geschmack zu aggressiv. Es ist viel zu leicht, Bücher seines Gegenspielers von seiner Buchposition zu verdrängen, und passierte es selten, dass mal ein Ort nicht gewertet wurde, wo nicht beide Spieler ein Buch liegen hatten. Um einen Spieler zu verdrängen genügt eine Karte des entsprechenden Ortes. Das hatte zur Folge, das die Punkte zum einen recht gleichmäßig stiegen, und es dem Führenden sehr einfach gemacht wurde, durch die verteilten Sonderpunkte, die Führung zu halten, bzw weiter auszubauen. Ein Spieler der hinten liegt, muss seine Bücher nach vorne bringen, hat somit weniger Aktionen/Zeit sich neue Karten zu besorgen. Damit hat der Führende der Freiheit sich Karten zu besorgen, und im Club der Abenteurer für eine entsprechende Gewichtung der Karten zu sorgen.
Dieses Verhalten gleicht sich dann mit drei oder vier Spielern aus. Es ist viel mehr Bewegung in den Buchpositionen, und es wird nicht jedes Mal der gleiche Spieler getroffen. Auch der Club der Abenteurer gewinnt durch die höhere Anzahl der Karten an Gewicht, da mehr Bonuspunkte geholt werden können und nicht ganz klar ist, welcher Ort gewertet werden wird. Im Spiel zu Zweit wurden fast immer alle Karten aus dem Club des Abenteurers aufgedeckt, sehr vorhersehbar. Eine Regel, die im Spiel zu Zweit fast nie angewendet wurde, kommt notgedrungen zum Einsatz; man muss einen Spieler mit einer Karte bezahlen, will man den gleichen Ort besuchen. Bei zwei Spielern geht man sich zu einfach aus dem Weg. Und die goldene Sanduhr wird auch öfter von anderen Spielern eingesetzt, was auch zu einer besseren Verteilung der Punkte führte.
Das sind alles Gründe, das Spiel mit mehr als zwei Spielern zu spielen.

Die vorab erwähnte Regelunklarheit kam Zustande, da die Regel ganz klar formulierte, dass die aufgedeckten Karten nach der Auswertung, an die jeweiligen Spieler verteilt werden sollen. In einem kleinen Abschnitt danach wird erst erwähnt, dass die gewerteten Karten abgelegt werden sollen, und nicht wie wir fälschlicherweise zuerst gespielt haben, die Karten behalten haben. Das kann leicht überlesen werden, wie auch Diskussionen in Brettspielforen zeigen. Wir haben den Fehler korrigiert, sonst wäre dieser Review ganz verheerend ausgefallen.
Ich finde es sehr komisch die Karten erst zu verteilen, dann wieder abzuwerfen. Das hätte besser geschrieben werden können.

Ein weiterer Kritikpunkt, kam von einer Mitspielerin. Warum gibt es nur eine Frau unter den Abenteurern, und wenn schon, warum hat die weibliche Spielfigur auch den Zylindermann als Spielfigur? Sicher sind Produktionskosten der Grund dahinter, aber ich wollte diese Kritik nicht unerwähnt lassen. Spieltechnisch hat es natürlich keinen Einfluss.

Legends ist ein durchschnittliches Familienspiel, was wirklich schnell erklärt ist, und einen schönen Spielfluss hat. Keine langen Wartezeiten, die taktischen Entscheidungen werden den Mitspielern schnell klar, und mit dem Ärgerfaktor ist der Spaß am Tisch garantiert, wenn die Spielgruppe sich darauf einlassen kann. Besonders toll ist der Mechanismus mit den Zeitkosten für die Aktionen und dass man nicht komplett auf das Kartenziehglück angewiesen ist, da man auch Karten aus der offenen Auslage nehmen kann. Ich kann Legends jeder Spielgruppe ab drei Spielern empfehlen, die gerne mal das Spiel um die Zeitleiste erleben will. Es ist ein selten genutzter Mechanismus, der Mal ein anderes Spielerlebnis bietet.

Schachtelinhalt

1 Puzzle-Spielplan
120 Legendenkarten
4 Spielfiguren
24 Holzbücher
4 Medaillen
5 große Holz-Sanduhren
4 kleine Holz-Sanduhren
4 Abenteurertafeln
4 Punktemarker
1 Spielanleitung
1 Beiblatt zum Spielaufbau

Credits

Ravensburger
Autoren: Knut Happel & Christian Fiore
Illustratoren: Franz Vohwinkel
2-4 Spieler
ab 9 Jahre
ca. 45-60 Minuten

Preis

ca. 30€ (Stand April 2016)

Ich bedanke mich bei Ravensburger für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. Mein Artikel wurde durch die Bereitstellung nicht beeinflusst und spiegelt meine Meinung und Erfahrung wieder.

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