#42 Knopf spielt … Mmm!

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Mmm!
Es ist ja eigentlich immer das Selbe. Die Maus hat Hunger und will sich nur etwas aus der Speisekammer borgen. Aber wer kommt und stört? Die Hauskatze. Man fragt sich da, als ehrliche Maus, muss das denn sein? Und was soll man denn machen, wenn die komplette Verwandtschaft einfällt, die haben Hunger und die Maiers haben eh immer zu viel in der Speisekammer liegen. Da kann man sich doch schon mal etwas aushelfen, so als gute Nachbarn.

„Mmm!“ ist ein kooperatives Spiel, in dem die Spieler den Mäusen helfen, die Nahrungsmittel aus der Speisekammer zu tragen. Dafür würfelt der Spieler mit drei Nahrungswürfeln. Diese zeigen dann entweder einen der fünf Nahrungsmittel oder ein X. Es darf maximal drei mal gewürfelt werden.
In jedem Wurf muss mindestens ein Würfel auf ein Spielfeld gelegt werden. Würfelt der Spieler nur X-Symbole oder das gewürfelte Futter ist nicht mehr vorhanden, dann ist seine Runde beendet, und die Katze kommt der Speisekammer einen Schritt näher.
Ziel des Spieles ist es, die komplette Speisekammer leer zu räumen, bevor die Katze diese erreicht. Die X-Würfel dürfen in einem weiteren Wurf auch nochmal geworfen werden, wenn davor ein Würfel gelegt wurde. Der Spieler kann jederzeit seinen Zug beenden, und wenn er am Ende dann ein Nahrungsmittel komplett herausgetragen hat, das heißt, wenn alle Felder der z.B. Karotte entweder mit Mäusechips oder Würfeln belegt sind, dann läuft die Katze nicht. Sollte in einem Zug kein Nahrungsmittel komplettiert werden, ist die Katze wieder am Zug.

Varianten:

Das Spiel kommt mit zwei Varianten, die das Spiel etwas schwerer machen. Zum Einen, kann das Spielbrett umgedreht werden; dort finden sich dann längere Nahrungsmittel, die das Abschließen in der eigenen Runde schwieriger machen. Die zweite Variante erlaubt das Ablegen der Würfel nur in der selben Spalte und Reihe, wie der erste Würfel, der gelegt wurde. Hier wird es dann sehr strategisch und deutlich zu schwer für den Knopf.

Knopf-Reaktionen:

Das Thema Maus und Katze ist ja in Kinderspielen schon fast zu oft genutzt. Aber dem Knopf taugt dieses Thema total. Wenn die Katze fast die Speisekammer erreicht, steigt die Aufregung und es wird schneller gewürfelt. Was ihn allerdings doch noch etwas überfordert, ist das Risikomanagement. Vielleicht doch nicht noch einmal würfeln und lieber den Zug beenden. Sehr gut versteht er schon, dass man lange Lebensmittel möglichst vorbereitet, und sich die Kurzen übrig lasst, um sie im nächsten Zug fertig zu bekommen. Sonst passt die Kombination aus tollem Thema und schicken Würfeln.
Mmm!

Fazit zu Mmm!:

Material/Komponenten

Die Materialqualität ist durchweg gut. Es gibt nichts auszusetzen. Optisch finde ich allerdings das Spielbrett gewöhnungsbedürftig. Ich kann noch nicht einmal genau begründen, was mir nicht so gefällt. Allein die Optik hat das Spiel für lange Zeit auf den nicht-so-interessant Stapel wandern lassen. Vielleicht liegt es aber auch nur an den anderen Kinderspielen, die optisch oft sehr viel auffallender und ansprechender sind. Beurteile ein Buch nicht nach dem Einband.

Alter

Hier war man sich wohl nicht ganz einig. Wenn man im Internet nach dem Cover-Bild sucht, findet man noch Bilder mit dem Aufdruck 7+. Unsere Version, mit dem Aufdruck „Spiel der Spiele 2015“, dem österreichischen Spielepreis, ist ein Alter ab 5 Jahren angegeben. Das passt. Auch geübte Vierjährige sollten das Spiel spielen können, da es ja sowieso kooperativ gespielt wird. Die Großen am Spieltisch sollten dann etwas beratend eingreifen. Bei reinen Kindergruppen, wird es dann wohl eher in einem Würfel-Glücksspiel enden.

Regelheft

Zum Regelheft habe ich eine Anmerkung. Ich spiele doch einige Würfelspiele mit einem angewandten Kniffelmechanismus. Wenn man ein X würfelt, darf man diesen Würfel normalerweise nicht nochmal werfen. Das ist bei „Mmm!“ anders. Dieser Punkt hätte für mich deutlicher beschrieben werden dürfen.
Besonders positiv war das Spielzug-Diagramm auf der Rückseite. Dadurch wurden die einzelnen Abläufe nochmal deutlich, und einige Fehler, die sich in der ersten Runde eingeschlichen haben, aufgedeckt. Bei solchen Diagrammen, werde ich als Informatiker abgeholt.
Mmm!

Empfehlung

„Mmm!“ war ein Kinderspiel, dass bei mir völlig unter dem Radar verschwunden ist. Wie schon gesagt, kann das an der Optik gelegen haben. Jedenfalls habe ich dem Spiel wirklich Unrecht getan. Alleine der Autor Rainer Knizia hätten Anlass sein sollen, sich das Spiel wenigstens mal anzuschauen. Spätestens nach Verleihung der der Preises „Spiel der Spiele 2015“ sollte klar sein, hier hinter versteckt sich ein tolles Spiel. Vielleicht lag es auch am aufgedruckten Alter.
Naja lange Rede, kurzer Sinn „Mmm!“ ist ein tolles Kinderspiel, das völlig zu Recht zum Kinderspiel des Jahres 2016 nominiert wurde. Es ist relativ einfach in seinen Regeln, es ist kooperativ, und es ist variabel in der Schwierigkeitsstufe. Ich muss zugeben, dass es uns mit den Varianten auch in reiner Erwachsenenrunde Spaß bereitet. Tolle finde ich es, zu beobachten, wie mein Knopf nach und nach begreift, was Risikoabschätzung bedeutet. Wo ich ihm Anfangs noch immer wieder raten musste, doch besser aufzuhören, tut er das ab und zu schon alleine, wenn er merkt, dass kaum noch Optionen auf dem Spielplan sind und er nur einen Würfel hat. Es ist deutlich die Handschrift des Mathematikers Knizia zu erkennen.
Aufgrund seiner recht kurzweiligen Spielzeit und des kooperativen Charakters kommt das Spiel bei uns aktuell sehr häufig zum Einsatz.

Wir dürfen noch ein paar Tage gespannt sein, ob es auch in Deutschland uns zum Titelgewinn reicht. Ein würdiger Kandidat ist es jedenfalls.

Schachtelinhalt

1 Spielbrett
1 Katze
3 Würfel
56 Mäusechips
Spielanleitung

Credits

Pegasus Spiele
Author: Rainer Knizia
Illustratoren: Andreas Resch
2-4 Spieler
ab 5 Jahre
ca. 15 Minuten

Preis

ca. 17€ (Stand Juni 2016)

Ich bedanke mich beim Pegasus Spiele für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. Mein Artikel wurde durch die Bereitstellung nicht beeinflusst und spiegelt meine Meinung und Erfahrung wieder.

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