#48 Papa spielt … Cacao und Chocolatl

Cacao und Chocolatl
Erst Sushi, dann Cacao, dann Schokolade und zuletzt Pyramiden. Interessante Mischung an Spielen von Phil Walker-Harding. Nach Sushi Go haben wir in der letzten Zeit öfter das Plättchenlegespiel Cacao und die Erweiterung Chocolatl gespielt. Ob das Grundspiel genug bietet, und ob die Erweiterung das Spiel zu komplex macht, oder unnötiger Fluff ist, könnt Ihr hier nachlesen. Ich werde zunächst das Grundspiel beschreiben, und dann die einzelnen Erweiterungsmodule aus der Chocolatl Erweiterung.
Cacao und Chocolatl
Bei Cacao handlet es sich um ein Plättchenlegespiel, wo jeder Stammeshäuptling versucht durch Anbau und Handel mit Cacao das meiste Gold anzusammeln.
Anders als bei Carcassonne sind die Meeple nicht aus Holz, sondern in verschieden großen Gruppierungen auf den Arbeiterplättchen der Spieler abgebildet. Diese legt man in seiner Runde an den Urwald an, ergänzt dann eventuell den Urwald um ein oder zwei Plättchen aus der Auslage und führt dann die Aktionen für alle angrenzenden Arbeiter, also auch jene von Mitspielern, aus. So entsteht ein schachbrettähnliches Muster aus Arbeiter- und Dschungelplättchen. Die Spieler können Kakao ernten, diese Bohnen verkaufen, nach Gold schürfen, Wasser für die Plantagen besorgen, Sonnenkultstätte besuchen oder um Mehrheiten an den Tempeln im Dschungel kämpfen. Jeder Spieler hat ein eigenes Dorftableau, worauf ein Wasserträger steht und als Lagerplatz für bis zu 5 Kakaobohnen dient. Der Wasserträger ist am Anfang auf -10 Goldstücken, erwirtschaftet also ein Minus. Dieses Minus kann durch die Aktion der Wasserstellen im Dschungel ausgleichen werden. Am Ende kann es passieren, dass keine Dschungelplättchen mehr im Vorrat sind. Das Spiel geht weiter, bis der letzte Spieler sein letztes Arbeiterplättchen gelegt hat. In dieser Phase können dann Sonnensteine, die in den Sonnentempeln gesammelt wurden, eingesetzt werden, um eigene Plättchen mit neuen Arbeiterplättchen zu überbauen. Dadurch ergeben sich oft Verschiebungen in den Tempelmehrheiten oder ein besonders lukrativer Markt kann im Dschungel ein zweites Mal genutzt werden.

Am Ende gewinnt der Häuptling, der den meisten Reichtum anhäufen konnte.

Cacao und Chocolatl

Chocolatl Erweiterung

Diese Erweiterung ist eine Ansammlung von verschiedenen Modulen, die völlig frei einzeln oder eben komplett in das Grundspiel gemischt werden können.

Landkartenmodul

Die Auslage der Dschungelplättchen wird von zwei auf vier Plättchen erhöht. Jeder bekommt zwei Landkartenmarker, die er einsetzen kann, um ein Plättchen vom Landkartentableau zu nehmen, das zwischen dem Nachziehstapel und den zwei Dschungelplättchen aus dem Grundspiel liegt. Am Ende der Runde rutschen die Plättchen dann weiter nach vorne in der Reihe und das Landkartentableau wird aufgefüllt.

Bewässerungsmodul

Mit dem Bewässerungsmodul haben die Spieler die Möglichkeit den Wasserträger auf dem Tableau ein Feld zurück zu bewegen, und dafür vier Kakao in sein Lager zu legen.
Cacao und Chocolatl

Schokoladenmodul

Jetzt wird es süß, denn mit diesem Modul haben die Spieler die Möglichkeit Kakao in Schokolade zu wandeln, und diesen auf speziellen Märkten teurer zu verkaufen.
Cacao und Chocolatl

Hüttenmodul

Das Modul bringt 12 beidseitig bedruckte Hütten. Diese Hütten können mit Gold gekauft werden. Die bringen entweder am Ende des Spiels mehr Gold oder eine neue Goldwertung, oder brechen während des Spiel die Regeln für den Besitzer. Wichtig, der Kaufpreis ist nicht verloren, es ist ein Rennen, wer zuerst die lukrativsten Hütten kauft.

Cacao und Chocolatl

Fazit zu Cacao und Chocolatl:

Material/Komponenten

Sowohl in der Erweiterung als auch im Grundspiel sind die Holzteile schön gefertigt, und die Plättchen genau so, wie man sich diese in einem Plättchenlegespiel wünscht. Um die Teile später wieder besser auseinander sortieren zu können, sind die Arbeiterplättchen auf der Rückseite in der Spielerfarbe eingefärbt. Die einzige kleine Kritik ist, es sind zu wenig Goldmünzen im Grundspiel. Die Erweiterung hat das etwas entschärft.

Alter

Das angegeben Alter von acht Jahren scheint mir stimmig zu sein. Wir haben es nicht versucht, mit jüngeren Spielern das Spiel zu spielen, ich kann mir aber vorstellen, dass das Grundspiel kein Thema für einen jungen, erfahrenen Spieler ist.
Cacao und Chocolatl

Regelheft

Die Regelhefte sind gut strukturiert und lassen keine Fragen offen.
Cacao und Chocolatl

Empfehlung

Cacao ist ein prima Familienspiel und ein Spiel, um Nichtspieler einen guten Einstieg zu geben. Es hat sehr überschaubare Regeln, die Strategien sind auch nach wenigen Runden allen Mitspielern bekannt. Das macht es zu einem sehr schönem, und leicht von der Hand gehenden Spiel. Wir sind große Fans von Carcassonne und haben dieses Spiel schnell für gut befunden. Jeder Spieler hat die selben Arbeiterplättchen, bekommt diese aber per Zufall zu verschiedenen Zeitpunkten auf die Hand. Das macht das Spiel spannend und zwingt einen Spieler vielleicht zu anderen Strategien.
Besonders durch die Tempelwertung und den Wasserträger ist lange nicht klar, wer weiter vorne liegt. Auch die Sonnensteine sind am Ende wirklich das Salz in der Suppe, hier kann ein Spiel noch gedreht werden.
Mir allerdings, war es nach ein paar Runden dann doch zu vorhersehbar und ich habe mich nach einer Erweiterung gesehnt.

Phil hat mich erhört und hat Choclatl entwickelt. Die einzelnen Module sind eigentlich alle gut spielbar. Und je nachdem mit wem ich spiele, werfe ich alle Module in den Ring, oder nehme nur einige. Welche auf jeden Fall IMMER dabei ist, ist die Schokoladenerweiterung. Diese Holzteile will man einfach haben, und es ist thematisch so toll, endlich auf Schokoriegel kochen zu können. Die landkarten bringen nicht so viel Neues ins Spiel, dass es sich wirklich lohnt. Am komplexesten sind die Hütten. Diese würde ich bei der ersten Partie erstmal raus lassen. Danach ist aber auch das Hüttenmodul eigentlich für alle beherrschbar.

Chocolatl ist eine sehr gelungene Erweiterung und wertet das Grundspiel Cacao deutlich auf. Es verändert das Spiel nicht zu sehr, und verlängert das Spiel nicht, was mir bei Erweiterungen immer wichtig ist. Am Ende bietet das Spiel für die Augen ein sehr befriedigendes Ergebnis, das entstandene Muster ist wirklich schön anzuschauen. Und jeder, der mich kennt; ein schönes Spiel hat schon fast gewonnen. Wenn sich dann noch ein gutes Spiel dahinter verbirgt, kann ich es nur empfehlen. Nach Sushi Go ein weiteres tolles Spiel zum Einstieg in das Brettspielhobby von Phil Walker-Harding. Aktuell ist sein Spiel Imhotep auch noch zum Spiel des Jahres 2016 nominiert. Ich denke, der Mann hat gerade einen Lauf. Man darf gespannt sein, was er sich noch einfallen lässt. Ich wünsche mir jedenfalls, dass Cacao ähnlich oft erweitert wird, wie Carcassonne. Damit kann sich jeder sein Lieblingspaket schnüren.

Cacao und Chocolatl

Schachtelinhalt

44 Arbeiterplättchen
4 Wasserträgermeeple
28 urwaldplättchen
4 Dorftableaus
20 Kacaofrüchte
12 Sonnensteine
48 Goldmünzen
1 Spielanleitung

Chocolatl:
1 landkartentableau
8 landkartenplättchen
9 Urwaldplättchen
12 Hüttenplättchen
20 Schokoladentafeln
ein paar extra Goldmünzen
1 Spielanleitung

Credits

Abacus Spiele
Author: Phil Walker-Harding
Illustratoren: Claus Stephan
2-4 Spieler
ab 8 Jahre
ca. 45 Minuten

Preis

ca. 20€ (Stand Juli 2016) für das Grundspiel Cacao
ca. 15€ (Stand Juli 2016) für die Erweiterung Chocolatl

Ich bedanke mich bei Abacus Spiele für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars der Chocolatl Erweiterung. Mein Artikel wurde durch die Bereitstellung nicht beeinflusst und spiegelt meine Meinung und Erfahrung wieder.

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