#46 Papa spielt … Isle of Skye

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Isle of Skye

Update: Isle of Skye wurde zum Kennerspiel des Jahres 2016 gewählt

Eigentlich sollte man das Trinken von Alkohol ja nicht bewerben, aber das Wort Whisky bedeutet ja „Wasser des Lebens“ und Wasser braucht man doch? Oder? In Isle of Skye geht es um vieles, was mein Herz höher schlagen lässt. Whisky, Schottland, Plättchenlegen, Rinder und Schafe und flexible Wertungen.
In Isle of Skye baut sich jeder Spieler sein Clangebiet, um sein Schloss herum, aus und versucht am Ende König der Insel zu werden. Dazu werden Plättchen aus einem Sack gezogen und vor den Sichtschirm gelegt. Dahinter legt der Spieler die Preise für die Plättchen fest. Eines der Plättchen, nimmt er mit einer Axt, dem Abwurfmarker, geheim aus dem Spiel zurück in den Beutel. Bei den anderen Plättchen muss er abwägen, ob er es selbst behalten will, dann muss er den Preis so hoch setzen, dass keiner der Mitspieler das Plättchen kaufen kann oder will. Nachdem die Preise festgelegt worden sind, wird der Schirm entfernt. Jetzt darf jeder ein Plättchen bei einem Mitspieler einkaufen, sofern er sich es leisten kann. Das Geld dafür, und das Geld was er geheim dahintergelegt hat, bekommt der Verkäufer. Plättchen, die keiner kaufen will, muss der Besitzer selbst zum festgelegten Preis kaufen.
Dann werden die Plättchen an das Clangebiet angelegt. Anders als man es von Carcassonne kennt, müssen nur die drei Landschaften Gebirge, Seen und Wiesen passend angelegt werden. Straßen dürfen in Sackgassen enden.
Nach dem Anlagen kommt es zur Wertung. Jedes Spiel werden andere Aspekte gewertet, was vor dem Spiel festgelegt wird. Dazu kommt das Spiel mit 16 Plättchen, so dass jedes Spiel andere Punktewertungen haben wird. Jedes dieser vier Wertungskriterien wird, im Laufe des Spiels, je drei Mal gewertet. Am Anfang einer jeden Runde gibt es dann frisches Geld in die Tasche. Und dabei kommen dann die Straßen und Whiskyfässer zum Einsatz. Jeder wird im Spiel versuchen, so viele Fässer mit Straßen mit seinem Schloss zu verbinden, denn dafür gibt es dann extra Geld zum Grundeinkommen.
Nach der letzten Wertung endet das Spiel, es kommt noch zu einigen Sonderwertungen und das restliche Vermögen kann noch in Punkte gewandelt werden. Der Clan mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel und wird zum König der Isle of Skye.

Isle of Skye

Fazit zu Isle of Skye:

Material/Komponenten

Das Material ist so, wie ich es von einem Plättchenlegespiel erwarten würde. Stabil und schön gestaltet. Besonders toll ist der große Beutel, in den auch große Hände gut reinpassen. Die Sichtschirme könnten etwas höher sein, da man, wenn man es darauf anlegt schon sehen kann, wo etwas hingelegt wird. Allerdings hat sich gezeigt, dass alle mit ihren einen Schilden beschäftigt sind, und es kaum ein Thema ist. In einem Turnierspiel ist das aber sicher ein interessanter Faktor. Den Startspieler-Marker finde ich ein wenig Ideenlos und auch aus den Punktmarkern hätte man thematisch etwas machen können. Was wir vermisst haben, ein kleines Beutelchen, um seinen Reichtum geheim zu halten. Die Regeln schlagen vor, es in die Hand zu nehmen, ist aber nicht immer das Optimale (z.B. Mitspieler mit schwitzenden Händen)

Alter

Das Spiel ist für Spieler ab acht Jahren. Ich denke, rein spielmechanisch spricht hier nichts dagegen. Aber das Spiel ist ganz klar ein Kennerspiel und man muss wirklich auf viele Dinge achten. Das heißt, der junge Mitspieler sollte schon einige Spiele dieser Richtung gespielt haben, um eine faire Chance zu haben.
Isle of Skye

Regelheft

Das Regelheft ist gut geschrieben, und lässt keine Fragen offen. Auch Nachschlagen der wenigen Regeln ist übersichtlich. Auf der Rückseite gibt es eine praktische Übersicht über alle möglichen Wertungsplättchen.
Isle of Skye

Empfehlung

Ich war wirklich sehr skeptisch, was das Verkaufen der Plättchen angeht. Ich bin kein großer Fan von Auktions-Spielen. Das hat sich aber mit Isle of Skye doch geändert. Der Mechanismus ist sehr intensiv, und bringt das meiste Kribbeln ins Spiel. Wenn ich ein Plättchen unbedingt haben möchte, muss ich es sehr teuer machen, dann hab ich aber in Zukunft weniger Geld zur Verfügung, was mich dann vermutlich wieder einholt. Ein weiterer Mechanismus, der mir wirklich extrem gut gefallen hat; Ab der dritten Runde bekommen Spieler die weiter zurück liegen, mehr Gold für jeden Spieler der vor ihnen auf der Punkteleiste ist. In der letzten Runde bedeutet das eine Menge Münzen für den Letzen. Das hat dazu geführt, dass wir eigentlich auf der Punkteskala immer sehr nah beieinander lagen. Thematisch verliert sich das Spiel leider ein wenig in den vielen Wertungen. Es bleibt wenig vom schottischem Lebensgefühl übrig. Allerdings ist es wirklich erstaunlich wie viele mögliche Strategien sich ergeben. Manchmal kann man auf einzelne Wertungsplättchen verzichten, wenn man genug Sonderwertungen am Ende des Spiel aufzuweisen hat. Es ist auch sehr intensiv, darauf zu achten, worauf bauen die Anderen, und welche Plättchen legen sie vor sich ab. Das Spiel fordert eine ganze Menge, und doch spielt es sich durch die wenigen Grundregeln recht flott. Bisschen Schade findet man es, wenn das Spiel dann wirklich zu schnell vorbei ist, und sein Clangebiet gerade anfängt, hübsch auszusehen.
Unterm Strich ist Isle of Skye ein würdiger Nominierter für das Kennerspiel des Jahres 2016. Das Spiel hebt sich deutlich von den beiden Anderen ab, da es das einzige kompetitive Spiel ist. Ist aber ein Spiel, was man in dieser kategorie erwarten würde, gewohnte Kost.
Mit zwei Spielern war das Spiel okay, was ich durch den Kaufmechanismus nicht erwartet hätte, aber es ist deutlich besser mit 3 oder 4 Mitspielern. Dort wird es dann aber auch teilweise sehr mühsam, alle Baustrategien der Gegner im Auge zu behalten. Von mir eine ganz klare Empfehlung, wer ein knackiges Strategiespiel sucht, aber keinen Bock hat, sich seitenweise durch Regeln zu kämpfen und das Spiel dann eine halbe Stunde lang den Mitspielern erklären zu müssen. Hier haben die Autoren einen perfekten Job abgeliefert.

Schachtelinhalt

1 Spielplan
16 Wertungsplättchen
73 Pappmünzen
78 Landschaftsplättchen
6 Sichtschirme
5 Spielsteine + 1 Rundenmarker
1 Stoffbeutel
6 Abwurfmarker
1 Startspielerplättchen
1 Spielanleitung

Credits

Lookout Spiele
Author: Andreas Pelikan und Alexander Pfister
Illustratoren: Klemenz Franz
2-5 Spieler
ab 8 Jahre
ca. 50-60 Minuten

Preis

ca. 26€ (Stand Juli 2016)

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