#55 Knopf spielt … Das verdrehte Labyrinth

Das verdrehte Labyrinth

Ravensburger tut es immer wieder. Sie bringen weitere Iterationen des Brettspielklassikers „Das verrückte Labyrinth“ heraus.
Eine Sache ist mir erst neulich dabei aufgefallen; verrückt steht hier wohl eher für verschieben, als durchgeknallt. Interessant, dass mir das erst jetzt auffällt, nach gut 20 Jahren, die ich das Spiel relativ regelmäßig spiele.
Ich persönlich scheue mich, die Lizensversionen (Star Wars, Cars, Eiskönigin) zu spielen, da ich glaube, nicht wirklich was Neues zu erfahren. Das verdrehte Labyrinth allerdings, hat mich dann doch neugierig gemacht, da es keine Plättchen zum Schieben hat.

Nachdem das verdrehte Labyrinth zusammengebaut wurde, was einmalig nach dem Kauf getan werden muss, nehmen die Spieler an den vier Ecken des Spielfeldes ihre Positionen ein. Jeder Spieler bekommt sechs verdeckte Aufgabenkarten mit Gegenständen, die sie im Labyrinth suchen müssen. Die oberste Aufgabenkarte zeigt das erste Ziel. Dazu haben die Spieler in ihrem Zug zwei Optionen.

  • Hecke drehen:
  • Die Hecken versperren den Spielern den Weg zu den Aufgaben-Zielen und dürfen pro Zug um bis zu drei Felder weit gedreht werden. Jeder Spieler, der sich an der Hecke befindet, wird einfach mit versetzt.

  • Figur bewegen:
  • Die Figur darf vor oder nach dem Drehen so weit gezogen werden, bis sie auf ein Hindernis stößt.

    Erreicht ein Spieler so sein Ziel, darf er die Aufgabenkarte ablegen, und sich die nächste Aufgabenkarte anschauen. Sollte der Weg weiterhin versperrt sein, versucht der Spieler so nah wie möglich heran zu kommen, und darf eine Magiekarte ziehen. Diese Magiekarten helfen den Spielern schneller ans Ziel zu kommen. Für zwei Waldfeen-Flug Karten kann sich der Spieler von einer Fee auf dem Spielbrett zu einer beliebigen anderen Fee teleportieren. Die Hecken-Schluploch Karten erlauben den Spielern einmal durch eine Hecke hindurch zu schlüpfen, und den Weg auf der anderen Seite fortzusetzen.

    Hat ein Spieler alle Aufgaben erledigt bestimmt ein Mitspieler auf welcher Ecke des Spielbretts der Spieler das Spiel gewinnen kann, wer zuerst an dem ihm zugewiesenen Ausgang steht, und alle Aufgaben erledigt hat, gewinnt das Spiel.

    Varianten:

    Knopfvariante (Hausregel)

    Wir verwenden zwei Hausregeln für das Spiel. Wenn nur ältere Spieler spielen, und weniger als vier Spieler am Tisch sitzen, werden immer alle Karten verteilt. Im Spiel zu zweit, darf jeder 12 Aufgaben erledigen.
    Spielen wir mit dem Knopf, lassen wir die Magiekarten aus dem Spiel. Speziell die Feen-Karten versteht er noch nicht ohne viel Hilfe. Die Schlupfloch-Karten haben wir schon versucht, so wirklich klappt es aber noch nicht. Aber es geht auch sehr gut ohne.

    Knopf-Reaktionen:

    Für den Knopf war es zu Beginn sehr abstrakt, dass er entweder drehen oder laufen darf. Er wollte am liebsten laufen, drehen, laufen, Karte abgeben, laufen drehen ….. Also das Grundprinzip musste ich ihm gar nicht wirklich erklären. Da haben wir wohl schon einige Spiele zusammen gespielt, die ihm die Mechanismen intuitiv beigebracht haben.
    Das Mitdrehen seiner Figur ist ihm noch nicht als Taktik bewusst, aber Papa hilft hier gerne mal aus. Er hat tendenziell Spaß am Drehen, auch wenn ich nicht weiß, ob er wirklich weiß, was ein Labyrinth ist. Es wird Zeit für die ersten Maislabyrinthe im Herbst. Das ist einen Ausflug wert.

    Das verdrehte Labyrinth

    Fazit zu Das verdrehte Labyrinth:

    Material/Komponenten

    Die Karten und das Spielbrett sind toll illustriert, und von guter Qualität. Leider sind die Spielerfiguren sehr ideenlos, wenn auch dadurch funktional, da man immer sehen kann auf welchen Symbol ein Spieler steht. Die Drehverbindungen für die Hecken sind stabil, aber zu sehr sollte man sie nicht belasten, dann gehen diese schon mal auf. Ich wage zu bezweifeln, dass sie schnell brechen werden, aber es ist zum Glück ein Extra-Verbinder im Spiel enthalten.
    Das verdrehte Labyrinth

    Alter

    Das Spiel ist ab sechs Jahren. Ein geübter Brettspiel-Lehrling kann sicher schon früher mit einsteigen, ohne die Regeln etwas zu vereinfachen. Ab sechs Jahren ist das Spiel dann kein Problem mehr. Das Spiel ist aber durchaus auch für schnelle Spiele zwischen Erwachsenen geeignet. Mehr dazu am Ende.
    Das verdrehte Labyrinth

    Regelheft

    Hier spart Ravensburger farbiger Tinte und Papier. Geschrieben ist es gut, und die Regeln sind lückenlos vorhanden und verständlich. Aber optisch ist es ganz im Sinne des Klassikers.
    Das verdrehte Labyrinth

    Empfehlung

    Das verdrehte Labyrinth hat in beiden Konstellationen, mit Kindern und mit Erwachsenen in allen Spielerzahlen Spaß gemacht. Durch die Zauberkarten kann man der Zufälligkeit etwas entkommen, die entsteht, während man auf seinen Zug wartet. Sie entschädigen ein bisschen, sein Ziel nicht erreicht zu haben.
    Wer sich an den Klassiker erinnert, weiß um die Ärgermomente, wenn ein Spieler die Spielfigur eines Spielers aus dem Labyrinth heraus schiebt. Das ist hier nicht möglich, aber es ist möglich, einen Spieler mit den Hecken in eine schlechte Ausgangslage für seinen Zug zu drehen. Wir spielen es gerne Abends als kleines Duell und es kann dann sehr gemein werden.

    Die Kritik, die man auch am Klassiker üben kann, bleibt erhalten. Wer beim Verteilen der Aufgabenkarten mehr Glück hatte, und Ziele nah beieinander bekommen hat, wird das Spiel wohl eher gewinnen, als jemand der ständig die Seite des Spielplans wechseln muss. Die Zauberkarten mitigieren das ein wenig, aber leider nicht genug.

    Das verdrehte Labyrinth ist ein tolles Familienspiel, und eine gute Variante zum Klassiker. Die Zauberkarten und die drehbaren Hecken machen das Spiel unterschiedlich genug, beide Spiele im Regal zu haben. Auch wenn mein persönlicher Favorit der Klassiker bleiben wird.

    Das verdrehte Labyrinth

    Schachtelinhalt

    4 Spielfiguren
    24 Aufgabenkarten
    29 Magiekarten
    4 Spielerkarten
    1 Spielplan mit drehbaren Hecken
    1 Spielanleitung

    Credits

    Ravensburger
    Author: Michael Feldkötter
    Illustratoren: Joachim Krause
    2-4 Spieler
    ab 6 Jahre
    ca. 20-30 Minuten

    Preis

    ca. 18€ (Stand August 2016)

    Ich bedanke mich bei Ravensburger für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. Mein Artikel wurde durch die Bereitstellung nicht beeinflusst und spiegelt meine Meinung und Erfahrung wieder.

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.