#59 Papa spielt … Imagine

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Imagine
Partyspiele haben bei mir einen wirklich schlechten Stand. Ich hatte viele, zu viele Abende unter Tabu und Privacy und ähnlichem gelitten. Aber wie will ich Freunde von guten Brettspielen überzeugen, wenn ich ihre Spiele kategorisch ablehne. Ich muss da also durch, und nach und nach, deren Sammlung durch gute Partyspiele ergänzen. Codenames hat hier einen super Job gemacht, und seitdem bin ich auch wieder größeren Experimenten aufgeschlossen. Spiele, in denen man zeichnen musste, oder kreativ werden konnte, lagen mir immer noch am ehesten. So bin ich auf Imagine aufmerksam geworden, ein Montagsmaler ohne selbst zeichnen zu müssen. Da kann jeder nur gewinnen, wer weiß, wie toll ich zeichnen kann.

Alle transparenten Karten werden auf dem Tisch ausgelegt, der Tippgeber zieht eine der Begriffkarten, und ein Mitspieler nennt eine Zahl zwischen eins und acht. Diese Zahl bestimmt den zu zeigenden Begriff auf der Karte.
Dazu darf der Tippgeber nennt nun laut die Kategorie und darf so viele Karten verwenden, wie er nur möchte, um den Begriff darzustellen. Er darf Teile der Karten mit den Fingern abdecken und er darf die Karten animieren, sprich auf dem Tisch oder in der Luft herumbewegen. Wird der Begriff erraten, bekommen alle Ratenden, die richtig lagen, und der Erklärer je einen Punkt. Kommt keiner auf das Ergebnis, entscheiden die Spieler, wann sie abbrechen. Gewonnen hat der Spieler, der die meisten Punkte hat, wenn jeder Spieler zweimal der Tippgeber war.

Varianten:

Wir haben die Punkte oft weggelassen, da es hier am Ende nicht so wichtig ist, wer gewonnen hat.

Imagine

Fazit zu Imagine:

Material/Komponenten

Imagine kommt mit ein paar Punktechips, den Begriffkarten und 60 transparenten Karten. Sowohl die Begriffkarten als auch die transparenten karten sind von sehr guter Qualität. Die gehen sicher nicht kaputt, oder nutzen sich ab. Ich bin sogar sicher, dass ein umgefallenes Glas Wasser keinen Schaden an den Karten anrichten wird. Wer das Spiel Gloom kennt, darf bei Imagine eine wesentlich höhere Qualität der transparenten Karten erwarten.
Imagine

Alter

Das Alter ist mit ab 12 angegeben. Hier kann es bei vielen Begriffen schon sehr dünn werden, denn ich kenne wenige 12-Jährige, die Vier Hochzeiten und ein Todesfall als Film kennen und erklären können. Wir haben hier einfach dem Tippgeber die Wahl gelassen, welchen Begriff der Karte er erklären kann und will. Damit ist es auch mit Jüngeren spielbar. Aber das Spiel richtet sich wohl eher an Leute der Elterngeneration.

Regelheft

Das Regelheft lässt keine Fragen offen, und auf der Rückseite bringt es nochmal die wichtigsten Regeln in der Zusammenfassung.
Imagine

Empfehlung

Die Idee des Spieles ist brillant, ist aber nicht uneingeschränkt zu empfehlen.
Das erste Problem ist der Tisch, auf dem gespielt wird. Wir haben einen dunklen Tisch, auf dem eine bunte Wachstischdecke liegt, und die nur durch dunkle Tischdecken bedeckt werden kann. Helle Tischdecken und kleine Knopf-Finger gehen nicht gut zusammen. Hier sieht man die ausgelegten transparenten Karten kaum. Wir haben uns mit einem DinA3 Malblock ausgeholfen, und der Tippgeber hatte den Symbolkartenstapel in der Hand. Anders war es nicht machbar, und machte es damit etwas unübersichtlicher, da man immer wieder durch den Symbolkartenstapel gehen muss. Das nächste Problem, nicht jeder hat die Kreativität, dieses Spiel zu meistern und kann gute Bilder erzeugen. Das kann auf Dauer frustrierend werden und das Spiel in die Länge ziehen.

Imagine hat uns dann doch wirklich Spaß gemacht. Bei vielen Begriffen fragt man sich: Wie um alles in der Welt soll ich das darstellen, dann folgen 1-2 Minuten Herumgeschiebe, bis der Plan passt. Zusammen mit der Möglichkeit der Animation der Karten auf dem Tisch, werden teilweise clevere Ergebnisse erzielt und doch einige Aha-Momente erzeugt. Ich sagte ja schon, die Punktezählerei war uns zu doof, und wir haben es einfach weggelassen und das Spiel als nette Aktivität gesehen, bis alle gemeinsam genug davon hatten.

Insgesamt ein netter Werkzeugkoffer an Möglichkeiten. Das Spiel kann ein totaler Hit sein, aber auch völlig floppen, je nachdem wie die Mitspieler mit der abstrakten Aufgabe und dem Material zurecht kommen. Aber diese Kritik gilt auch für Zeichenspiele oder Spiele, in denen etwas gebaut werden muss.

Ich hatte zudem eine Menge Spaß, bekannte Brettspiele mit den Karten darzustellen, und als Ratespiel auf Twitter rauszugeben.

Schachtelinhalt

60 transparente Karten
65 Begriffkarten
35 Chips
1 Spielanleitung

Credits

Huch! & friends
Author: Hiromi Oikawa, Shingo Fujita, Motoyuki Ohki
2-8 Spieler
ab 12 Jahre
ca. 30 Minuten

Preis

ca. 23€ (Stand September 2016)

Ich bedanke mich bei Huch! & friends für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. Mein Artikel wurde durch die Bereitstellung nicht beeinflusst und spiegelt meine Meinung und Erfahrung wieder.

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