#64 Knopf spielt … Bauboom

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Bauboom

Seit Biene Maja wissen wir alle: Ameisen tragen Helme. Aber hier hat sich historisch ein kleiner Fehler eingeschlichen. Denn es waren keine Stahlhelme für Ameisensoldaten, sondern es handelt sich vielmehr um Bauhelme. Denn auch Ameisen wissen, nicht alles Gute kommt von Oben.
Die Ameisengewerkschaft hat zusätzlich erwirkt, dass Ameisenarbeiter die schweren Steine nicht mehr auf dem Rücken tragen müssen, so steht jeder Ameise nun eine Schubkarre zu. Auch hier zieht also der Fortschritt ein.

In Bauboom schiebt jeder Ameisenarbeiter seine Schubkarre über die Ameisenstraße und sammelt farbige Bausteine für seinen Ameisenhügel.
Dieser ist eine Pyramide, die von unten nach oben aufgebaut werden muss. Ein Stein kann in eine höhere Reihe nur eingesetzt werden, wenn die zwei Steine darunter schon gebaut wurden. Um Material für den Hügel zu sammeln, werden jede Runde zwei sechsseitige Würfel geworfen. Hier kann der Spieler nun entscheiden, zieht er die Zahl des einen Würfel, die des anderen Würfels oder addiert er die Zahlen.
Auf dem Weg sammelt der Spieler Bausteine, und legt diese verdeckt in seine Schubkarre. Der Ameisenarbeiter muss sich also merken, was eingeladen wurde. Während des Sammelns bekommt man noch extra Steine von freundlichen Marienkäfern oder wird von fiesen Ameisenbären beklaut… aber besser der Bauklotz geht hops, als man selbst. Landet man auf einem Feld, das schon besetzt ist, wird der jeweilige Spieler ein Feld vor geschoben und muss dort den dort liegenden Baustein nehmen. Kommt ein Spieler wieder auf dem Startfeld an, wird die Schubkarre ausgeleert, und die Pyramide aufgebaut. Bleibt am Ende ein nicht verbaubarer Baustein übrig, kommen alle nicht platzierten Steine in den Container zurück und zur Strafe muss ein Stein aus dem Ameisenhaufen wieder abgegeben werden. In der Zwischenzeit füllen die Mitspieler alle abgesammelten Felder mit neuen Bausteinen aus dem Container auf.

Wer zuerst seine Pyramide fertig gebaut hat, gewinnt das Spiel.

Bauboom

Varianten:

Einsteigerspiel: Das Addieren der Würfel entfällt und die Bausteine können den Umweg in die Schubkarre auslassen und direkt auf dem Hügel platziert werden. Dabei müssen die Bauregeln beachtet werden.

Expertenspiel: Zusätzlich zum Addieren, dürfen die Würfel auch voneinander subtrahiert werden, man kann also auch stehen bleiben. Zudem darf am Ende des Spieles kein Baustein übrig bleiben, was im Grundspiel legal ist. Dann unterscheidet sich das Wegschubsen noch. Denn im Grundspiel wird eine Schubkarre um ein Feld vorgeschoben. In der Expertenvariante um die Zahl der Felder, die der Spieler Anlauf genommen hat. Zusätzlich hat die Rückseite der Ameisenhaufen-Tableaus 15 statt 10 Baufelder. Diese Seite sollten Erwachsene auch nutzen.

Knopf-Reaktionen:

Thematisch musste ich den Knopf nicht überzeugen das Spiel zu spielen. Im Gegenteil, es musste sofort auf den Tisch. Baustellen üben eine seltsame Faszination auf kleine Jungs aus.
Was wir noch weglassen müssen, ist das Addieren der Würfel. Er zählt zwar die Punkte richtig, aber haben uns für ein Zwischending zwischen Einsteiger- und Expertenspiel entschieden. Er hat sofort kapiert, dass er sich merken muss, was er geladen hat. Schwierig war das Vorausplanen der Steine, die dann nicht verbaut werden können. Immer wieder hat er zwar zuviel in der Karre, was als Taktik auch ab und an aufgeht. Er spielt es sehr gerne und wird immer besser.

Bauboom

Fazit zu Bauboom:

Material/Komponenten

Überraschend war, alles war bereits ausgestanzt und aufgebaut war, so dass direkt losgelegt werden kann. Der Container und die Schubkarren sind fertig und zusammengeklebt. Bei einer der Schubkarren hat sich relativ bald der Klebepunkt gelöst, aber nix was Papa nicht mit einem Tropfen Klebstoff wieder hinbekommen würde. Das Spielbrett und die Spielertableaus sind super schön illustriert, und das Spiel lädt optisch zum Spielen ein.

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Alter

Hier Punktet das Spiel extrem. Das Spiel ist fast in jedem Alter spielbar und skalierbar. Auf der Box steht: „Gut zusammen spielbar für Groß und Klein“. Und der Verlag schwindelt hier nicht. Zum einen sind die Pyramiden zweiseitig, und Eltern und erfahrenere Spieler können ja die schwerere Seite wählen. Mit den einfachsten Regeln ist das Spiel gut mit vier Jahren spielbar. Ab fünf Jahren geht nur, wenn das Konzept der Addition schon bekannt ist.

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Regelheft

Hier gibt es weitere Pluspunkte. Nicht nur gibt es eine tolle Regelerklärung inklusive flexibler Varianten. Es gibt auch ein festes Beiblatt für den Schnelleinstieg.

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Empfehlung

Es wäre jetzt überraschend, wenn ich keine Empfehlung aussprechen würde. Ich mag das Spiel wirklich gerne, da es sich langsam wie ein richtiges Spiel, nicht nur ein Kinderspiel, anfühlt. Die Memory-Elemente fordern auch die größeren Spieler, und spieltechnisch ist es wirklich spannend, wenn man mal gezielt eine Schubkarre eines Mitspielers anschubst. Mit mehreren Spielern kann es dann auch zu Kettenreaktionen kommen, was einen hübschen Ärgerfaktor an den Familienspieltisch bringt.
Besonders toll finde ich den Aspekt mit den Würfeln rechnen zu können und die Vorausplanung für den Ameisenbau. Ich denke dieses Spiel wird den Knopf noch eine ganze Weile begleiten, bis wir es mit vollem Regelwerk spielen können. Das Spielmaterial ist hübsch und lädt zum Spielen ein. Insgesamt ein wirklich tolles Lauf/Memoryspiel zu einem günstigen Preis.

Schachtelinhalt

1 Spielplan
72 Bausteine in 4 Farben
2 Würfel
1 Vorratscontainer
4 Schubkarren
4 Ameisenhügel
1 Schnellstartanleitung
1 Spielanleitung

Credits

Amigo
Author: Arpad Fritsche
Grafik: Gediminas Akelaitis
2-4 Spieler
ab 5 Jahre
ca. 25 Minuten

Preis

ca. 18 € (Stand Oktober 2016)

Ich bedanke mich bei Amigo für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. Mein Artikel wurde durch die Bereitstellung nicht beeinflusst und spiegelt meine Meinung und Erfahrung wieder.

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