#68 Papa spielt … Arboretum

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Arboretum

Ein Arboretum ist eine Gartenanlage mit den verschiedensten Baumarten in den wunderschönsten Farben der Natur.

„Zitat aus der Anleitung“

Gerade jetzt im Hebst zeigt sich die Natur in den schönsten Farben. Anstatt eintönigem Grün, leuchtet der Blätterwald in den schönsten Farben von Gelb bis Rot.

In jedem Spielzug in Arboretum zieht der Spieler zwei Karten, legt einen Baum in seine Auslage (seinen Garten) und wirft eine Karte auf seinen Ablagestapel. Jeder besitzt seinen eigenen Ablagestapel, kann aber von jedem beliebigen Ablagestapel nehmen, oder eben vom Stapel ziehen.
Während des Spieles versuchen die Spieler Bäume so zu pflanzen, dass die Zahlwerte zwischen 1 und 8 aufsteigend angeordnet sind, und je der erste und der letzte Baum eines Weges die gleiche Farbe haben. Denn nur diese können überhaupt gewertet werden. Das Spiel endet, wenn die letzte Karte vom Stapel gezogen wurde.

Bis hier hin, ist das Spiel sehr linear, und klingt etwas langweilig. Aber am Ende wird noch jede Baumsorte gewertet und hier kommt der Pfeffer ins Spiel. Ich empfehle jedem, der bis hier gelesen hat, bis zum Ende des Fazit abzuwarten, um sich ein Urteil zu erlauben. Ich lag hier vor dem ersten Spiel, ja sogar nach diesem noch komplett falsch.

Arboretum

Fazit zu Arboretum:

Material/Komponenten

Arboretum besteht aus 80 wunderschönen Karten, die wirklich tolle Qualität und Illustrationen haben. Dazu wird ein Wertungsblock mit ausreichend vielen Seiten geliefert. Die Karten sind so hübsch, dass es immer schade ist, wenn man Bäume aussortieren muss, wenn nicht mit voller Spieleranzahl gespielt wird.

Arboretum

Alter

Arboretum ist ab acht Jahren angegeben, und obwohl das Spiels sehr einfach klingt, kommt gerade bei der Wertung eine Komplexität ins Spiel, was es jüngeren Spieler schwer machen wird, eine gute Strategie zu verfolgen. Zudem gibt es für junge Spieler sicher spannendere Themen, als Bäume zu pflanzen.
Arboretum

Regelheft

Selbst die Regeln sind auf hübschen Karton gedruckt. Wenn immer nötig, werden Bildbeispiele gezeigt, so dass bei uns keine Fragen offen blieben. Speziell bei der Wertung mussten wir dann nochmal hineinschauen; auf der letzten Seite findet man eine gut strukturierte Auflistung der Wertung.
Arboretum
Arboretum

Empfehlung

Dieses Spiel, Arboretum, hat es wirklich in sich. Nach dem Lesen der Regeln und dem ersten Spiel hätte ich es gerne bei Seite gelegt, denn es klang nicht nach Spaß, und das erste Spiel hat keinen Spaß gemacht. Dank der tollen Illustrationen bin ich aber dran geblieben, habe nochmal in die Regeln geschaut, um sicher zu gehen keine Fehler gemacht zu haben. Wir haben es nochmal gespielt. Das war eine extrem gute Entscheidung. Denn nach dem ersten Spiel, und da jeder gesehen hat, wie die Wertung verläuft, wurde plötzlich anders gespielt. Das Spiel wurde auf einmal sehr interaktiv und sehr verwoben.

Der große Twist in Arboretum liegt in der Wertung. Am Ende hat jeder Spieler immer noch sieben Karten in der Hand, und diese werden dann sehr wichtig. Denn nur wenn ich einen Weg zwischen zwei Bäumen gleicher Farbe gelegt habe UND dann auch noch Karten mit der höchsten Punktzahl dieser Farbe auf der Hand habe, kann ich eine Wertung machen. Dabei werden dann eventuell Mitspieler versuchen mir diese Wertung zu verhageln.

Jetzt könnte man meinen, gut ich behalte einfach die Acht einer Farbe meines Arboretums auf der Hand, und das wird dann schon passen. Aber das Spiel kann noch mehr, denn eine Acht wird schnell zu einer Null, wenn ein Mitspieler die Eins auf der Hand hat. Auch hier könnte man sich denken; dann werden sicher keine dieser beiden Kartenwerte ausgelegt und gebunkert. Aber wenn ein Weg mit einer Eins oder Acht beginnt oder abschließt lassen sich ein paar wichtige Bonuspunkte sammeln. Und bisher ist jedes Spiel immer relativ knapp ausgegangen.

Gerade nach der ersten Regelerklärung klingt diese Wertung sehr verwirrend. Da das Spiel doch aber recht zügig gespielt ist, sollte man einfach mal loslegen, und spätestens in der zweiten Runde ist es den Mitspielern klar.

Arboretum

Die ersten Spielzüge spielen sich sehr flott, aber irgendwann ist klar, was die Mitspieler sammeln. Jetzt wird das Spiel kniffliger und man versucht die hohen Karten nicht für den anderen Spieler abzulegen, und ihm gleichzeitig damit die Wertung streitig zu machen. Auf der anderen Seite hat man nur sieben Handkarten, und man muss sich entscheiden: Welche Karten muss ich behalten, und welche kann ich ohne großen Schaden ablegen und versuche ich eine Wertung eines Mitspielers zu verhindern. gerade im Spiel zu zweit passiert uns das relativ häufig. Dieses Spielgefühl, nicht alles erreichen zu können, mag ich sehr gerne. Andere hat das dann fast zur Verzweiflung gebracht.

Eine Tatsache muss ich erwähnen; Arboretum ist nicht das niedliche, hübsche und friedliche Spiel, wie es zuerst den Anschein hat. Ganz im Gegenteil, es ist gerade am Ende richtig gemein und unberechenbar. Normalerweise lehne ich solche Spiele ab, aber hier hat das gesamte Spielgefühl gestimmt.

Arboretum ist für mich ein absoluter Gewinner, was sicher nicht mehr meine Ludothek verlassen wird. Das Spiel skaliert perfekt zwischen zwei und vier Spielern, was für uns extrem wichtig ist. Dazu kommt eine intensive, aber kurze Spielzeit, was viele Runden hintereinander erlaubt. Oder eine schnelle Runde Abends, wenn man zu müde für ein großes Spiel ist. Deshalb bekommt Arboretum eine UNEINGESCHRÄNKE Empfehlung von mir. Eine richtige Perle unter den kleinen Kartenspielen.

Arboretum

Schachtelinhalt

80 Karten
1 Spielblock
1 Spielanleitung

Credits

Abacusspiele
Author: Dan Cessar
Grafik: Chris Quilliams, Philippe Guérin
2-4 Spieler
ab 8 Jahre
ca. 30 Minuten

Preis

ca. 13€ (Stand November 2016)

Ich bedanke mich bei Abacusspiele für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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