#7 Papa spielt … Freitag

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Freitag
Du liegst auf deiner einsamen Insel unter einer Palme und lässt dir die Sonne auf den Pelz brennen. Plötzlich breitet sich ein Schatten über dir aus; du öffnest die Augen und da steht er vor dir…. Robinson. Vorbei ist es mit der himmlischen Ruhe.
Dein Ziel in diesem Spiel ist es, diesen ollen Tollpatsch wieder los zu werden. Das ist aber gar nicht so einfach.

Freitag

Freitag ist ein Solo-Deckbau-Spiel von Friedemann Friese und seinem Verlag 2F-Spiele.

Solo?

Ja richtig, solo, alleine, alone. Das Spiel ist ein Spiel für mich, wenn ich eine Herausforderung suche und keiner da ist, der mit mir spielt. Das klingt jetzt trauriger als es ist. Aber nicht jeden Abend ist Spielen für alle eine Option. Manchmal ist das stumpfe Berieseln lassen durch US-Serien eine gute Alternative.

Deckbau?

Nein wir bauen kein Boot, obwohl das bei der Mission, die Insel wieder zu verlassen, eine gute Idee wäre. Deckbau-Spiele zeichnen sich dadurch aus, dass man mit einem vordefiniertem Kartensatz beginnt, und diesen im Verlauf des Spiels durch gute Karten ergänzt und versucht die schlechten oder weniger nützlichen Karten wieder loszuwerden.

Wie wird man Robinson nun los?

Robinson ist zu Anfang des Spiel noch sehr ängstlich und tollpatschig. Er muss Aufgaben bewältigen, wie zu einem Wrack mit seinem Floss zu schwimmen, sich mit wilden Tieren messen, die Insel erkunden und sich dabei Kannibalen entgegenzustellen.
Besteht er die Aufgabe, entwickelt sich unser Robinson zu einer ideen-und trickreichen Person, bastelt sich auch schon mal eine Waffe oder wird von einer erhellenden Vision heimgesucht. Mit jeder bestandenen Aufgabe wird er besser. Dazu nimmt er die Aufgabenkarte in sein Kartendeck auf, und kann ab sofort dessen positive Eigenschaft als Kampfkarte nutzen.

Selbst Aufgaben, die nicht bestanden werden, können hilfreich sein. Wir alle wissen, aus Fehlern lernt man! Bei einer Niederlage hat man die Möglichkeit, die negativen und nutzlosen Karten aus seinem Deck zu entfernen.

Bei allem Hin und Her muss aber ständig auf die Lebenspunkte von Robinson geachtet werden. Manchmal ist es einfach hilfreich eine Pause zu machen, und einen Happen zu essen, bevor man sich dem nächsten wilden Tiger stellt.
Manchmal macht es sogar Sinn, einen Lebenspunkt zu opfern, um eine weitere Karte zu spielen, und dadurch dann eine schwierige Aufgabe zu lösen.

Das Kartendeck wird mehrfach durchgespielt, dabei altert der gute Robinson und nimmt einige seltsame Eigenschaften an. Alle Gefahren, die umgangen wurden, begegnen Robinson später im Spiel wieder. Er muss sich also genau überlegen, ob man lieber gleich, als junger Mann, später den Kannibalen entgegentritt oder lieber noch etwas Lebenserfahrung sammelt.

Am Ende sollte ein Robinson vor Euch stehen, der vor Kraft, Energie und Einfallsreichtum nur so strotzt. Jetzt noch zwei Piratenschiffe besiegen, und schon habt Ihr wieder Ruhe auf der Insel.

Sollte Robinson überleben, kann man am Ende noch eine Punktwertung durchführen, um sich selbst beim nächsten Spiel zu schlagen.

Varianten:

Das Spiel bietet noch einige Regelanpassungen, bzw Veränderungen der Startbedingungen, um das Spiel schwerer zu machen. So werden dann zusätzliche Tollpatschkarten direkt am Anfang ins Kartendeck gemischt, oder die Lebenspunkte von Robinson werden verringert.
Ich habe diese Varianten jedenfalls noch nie anwenden müssen, da ich das Spiel so für schwer genug halte.

Fazit zu Freitag:

Material/Komponenten

In einem Deckbau-Spiel sind die Karten und die Qualität der Karten nicht unerheblich, da diese oft gemischt und ausgespielt werden. Hier hat 2F-Spiele tolle Arbeit geleistet. Die Karten fühlen sich toll an und haben ein „interessantes“ Format. Sie sind deutlich höher als gewöhnliche Spielkarten. Hier muss man beim Mischen dann doch die ersten Male etwas üben.

Zusätzlich kommen noch Holzmarker für die Lebenspunkte und 3 Tableaus als Kartenablage zum Einsatz. Diese wären für das Spiel eigentlich nicht notwendig, hübschen den Spielaufbau aber deutlich auf. Mir gefallen Sie sehr gut, und die Piktogramme auf den Tableaus helfen, Regeln nicht im Eifer des Gefechts zu vergessen.

Alter

Auf der Schachtel wird ein Alter von 10+ angegeben. Ich muss dazu sagen, dass das Spiel schon sehr herausfordernd ist, und man auch sehr schnell den Überblick etwas verlieren kann, gerade wenn man es noch nicht oft gespielt hat. Aber mit etwas Anleitung dürfte das für einen zehnjährigen gut spielbar sein. Obwohl ich empfehlen würde ein anderes Deckbau-Spiel für den Einstieg zu wählen, um das Prinzip eines Deckbauers zu verinnerlichen.
Thematisch ist es jedenfalls total gut gelungen, und absolut familienfreundlich.

Regelheft

Das Regelheft ist klar und strukturiert geschrieben. Besonders muss man die ausführlichen Beispiele und die Beschreibungen der Sonderfähigkeiten auf den Karten erwähnen.
Ein extra Lob gibt es für das vierseitige Beiblatt, das den schneller Aufbau illustriert und auf der Rückseite eine kleine Tabelle bietet, um seine Erfolge zu protokollieren.

Empfehlung

Ein Daumen hoch, eine klare Empfehlung von mir.
Ich habe mir einige Solo-Spiele angeschaut, aber dann aufgrund des geringen Preises zu Freitag gegriffen. Die großen Deckbau-Spiele aus den USA, die solo spielbar sind, bewegen sich mal locker bei 60 €.Hier war dieses kleine Juwel deutlich attraktiver.
Am Ende wurde ich nicht enttäuscht, nach vielen Runden Freitag habe ich immer noch Spaß daran, und es bleibt eine Herausforderung. Glück spielt sicher eine Rolle, aber ohne die richtige Strategie und etwas Mut verliert man das Spiel definitiv.
Die ersten drei Runden waren knallharte Niederlagen, bis ich dann verstanden hatte, dass man nicht jeden Kampf gewinnen muss, und auch eine hohe Niederlage im Kampf sehr nützlich sein kann.
Ein interessant anderer Ansatz von einem genialen Spiele-Designer.

Schachtelinhalt

3 Ablagetableaus
72 Spielkarten (Phasenkarten, Kampfkarten, Piratenkarten)
22 Lebenspunkte
1 Spielanleitung
1 Beiblatt

Credits

2F-Spiele
Author: Friedemann Friese
Grafik: Marcel-André Casasola Merkle
1 Spieler
10+ Jahre
ca. 20-30 Minuten

Preis

ca. 10€

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