#71 Papa spielt … Targi + Erweiterung

      Keine Kommentare zu #71 Papa spielt … Targi + Erweiterung

Targi

Wenn mit Salz, Datteln und Pfeffer gehandelt wird, wissen Brettspieler, welches Spiel auf dem Tisch landet. Es ist Targi, fast schon ein Klassiker. Nach knapp vier Jahren ist nun die erste Erweiterung für Targi erschienen. Das ist selten, dass nach so vielen Jahren so etwas passiert, und vermutlich noch seltener in einem 2-Personenspiel.
Targi ging all die Jahre an mir vorbei; habe zwar viel Gutes gehört, aber nie die Gelegenheit bekommen es zu spielen. Das haben wir nun geändert. Im ersten Teil gehe ich auf das Grundspiel ein, und erkläre dann, welche Änderungen die Erweiterung mit ins Spiel bringt.

Targi

Das „Spielbrett“ von Targi muss erstmal gebaut werden. Dazu werden 16 Karten als Rand ausgelegt, die in jedem Spiel die selbe Anordnung haben. Die Waren-und Stammeskarten im Inneren sind dann etwas variabler. Zusätzlich wird ein Räuber auf dem Rand platziert. Nun setzen die Spieler ihre drei Targi-Figuren auf eine freie Randkarte des Spielfeldes außer den Eckfeldern. Dabei dürfen die Figuren auch nicht auf das Feld gegenüber eines gegnerischen Targi gestellt werden. Diese drei und die bis zu zwei Schnittpunkte kann der Spieler nun nutzen. Auf dem Rand finden sich zum Beispiel Tauschmärkte, Karawanen auf denen sich neue Waren beschaffen lassen und Waren.
Targi
Die besetzten Karten aus der Mitte werden herausgenommen und durch Neue für die nächste Runde ersetzt. Warenkarten werden abgeworfen und der Spieler nimmt sich die entsprechenden Waren, die Stammeskarten kann der Spieler in drei Reihen mit je vier Karten ablegen. Sein Ziel sollte sein, die Karten so zu legen, dass entweder vier gleiche Symbole auf den Karten der Reihe sind, oder vier unterschiedliche Symbole. Das bringt am Ende nochmals Siegpunkte. Diese Stammeskarten haben eventuell noch Spezialaktionen, die auf den Karten beschrieben sind. Allerdings kann ein Spieler Stammeskarten nicht einfach so ablegen, die Karten müssen mit den gesammelten Waren und Gold bezahlt werden.
Am Ende jeder Runde wandert der Räuber eine Karte weiter und blockt diese Aktion. Kommt er an den Eckfeldern an, findet ein Überfall statt, und die Spieler müssen das geforderte abgeben.

Targi

Hat ein Spieler 12 Karten vor sich ausliegen, oder betritt der Räuber den vierten Überfall endet das Spiel, und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Targi

Targi – Die Erweiterung

Targi

Das Grundspiel hat nun viele Jahre Spieler weltweit begeistert und Spieler haben sich mehr Optionen und Abwechslung in Spiel gewünscht. Das hätte man als Verlag für ein kleines, sehr günstiges 2-Personenspiel ignorieren können. Aber Kosmos hat sich dann doch für eine Erweiterung entschieden. Die Erweiterung bringt einige neue Elemente ins Spiel, und ersetzt bereits bestehende Spielelemente.

Randkarten

Einige Randfelder des Grundspieles werden durch zehn neue Karten ersetzt. Diese orientieren sich mehr an den neuen Waren und bieten weitere Tauschmöglichkeiten an.

Targi

Targia

Diese Figur wandert auch um das Spielfeld, allerdings entgegen der Richtung des Räubers. Das Feld darf besetzt werden und man bekommt einen kleinen Bonus, wenn das Feld verwendet wird.Targi

Stammeskarten

Die Stammeskarten des Grundspieles werden nicht verwendet und komplett ersetzt. Diese neuen Stammeskarten orientieren sich an den neuen Waren und bieten optionale zusätzliche Aktionen an. Zusätzlich sind die Stammeskarten mit kleinen Symbolen markiert, welche Aktion einmalig, dauerhaft oder am Ende des Spiels verwendet werden können.Targi

Warenkarten

In die Warenkarten des Grundspiels werden zusätzliche Warenkarten mit Wasser als Tauschgut gemischt.

Wasser

Wasser ist ein wertvolles Gut, das gegen Gold und andere Waren getauscht werden kann, oder für bestimmte Aktionen genutzt werden kann.

Wanderdüne

Die Wanderdüne ist eine Auslage von drei Karten. Statt seine Targi auf den Rand des Spielplanes zu setzen, kann der Targi auch auf eine unbesetzte Dünenkarte gesetzt werden. Dadurch hat der Spieler einen Schnittpunkt weniger, was aber durch die Aktion auf der Wanderdünen-Karte ausgeglichen wird. Die Karten der Wanderdüne werden im Verlauf des Spieles immer wieder ausgetauscht und aufgefüllt.Targi

Fazit zu Targi:

Empfehlung

Das Grundspiel alleine hat uns schon eine Menge Spaß bereitet. Es war immer extrem eng und die guten Karten waren extrem umkämpft. Speziell Gold war Mangelware. Aber mit etwas Ellenbogen und einer Prise Glück versucht man eben, besser als sein Gegner da zu stehen. Nach einigen Spielen hatten wir allerdings das Gefühl, dass sich vieles wiederholt und ein paar Strategien haben wir beide verfolgt.
Nun habe ich das Glück, nicht vier Jahre auf die Erweiterung warten zu müssen. Wir konnten recht bald die Erweiterung mit ins Spiel nehmen. Mit der Erweiterung ändert sich das Grundprinzip nicht, aber sie eröffnet viel mehr Optionen. Wasser wird zu einer wertvollen Ressource, die gegen Gold getauscht werden kann. Die Targia Figur ermuntert die Spieler, auch mal eine Randkarte zu besetzen, die vielleicht nicht die mächtigste Aktion in der Situation bringt. Und mein Highlight, die Dünenkarten. Diese bieten eigentlich immer eine super Alternative, wenn die noch verfügbaren Randkarten nicht besonders gut sind. Diese Dünenkarten sind teilweise extrem stark, aber man bezahlt ja auch mit einem Schnittpunkt der einem dann auf dem Spielfeld fehlt, und fühlen sich gut ausbalanciert an.

Man merkt, dass Andreas Steiger diese Erweiterung gut durchdacht hat, und wie ich aus einem Interview weiß, für sich und seine Frau gemacht hat. Es macht alles Sinn, und nichts ist künstlich hinzugefügt, um die Schachtel voller zu machen. Für mich wird es keine Partie Targi mehr geben, ohne die Erweiterung zu nutzen. Bei Einsteigern würde ich empfehlen die erste Runde ohne die Erweiterung zu spielen, aber dann sofort umzusteigen.

Targi und die Erweiterung bilden ein wirklich tolles 2-Personenspiel, das ein intensives Spielgefühl vermittelt und alles andere als trivial wirkt. Mich zieht es sogar thematisch in den Bann des Orients, obwohl das Spielmaterial doch etwas nüchtern gestaltet ist. Ich habe das Gefühl ein Händler zu sein, der auf dem Markt und an den Karawanen sein Glück sucht.
Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wären es Tableaus, auf denen man seine Karten ablegen kann. Aber diese würden nur den preis des Spieles erhöhen und wären nicht mehr als optischer Zucker.
Wer als auf Workerplacement-Spiele steht, und eines sucht, was sich wirklich gut zu zweit spielt, sollte unbedingt Targi einmal ausprobieren.

Credits

Kosmos
Author: Andreas Steiger
Grafik: Franz Vohwinkel
2 Spieler
ab 12 Jahre
ca. 60 Minuten

Preis

je ca. 13€ (Stand November 2016)

Ich bedanke mich bei Kosmos für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.