#74 Papa spielt … Der Herr der Ringe – Die Gefährten

Der Herr der Ringe - Die Gefährten
Kennt ihr die Cerberus Engine? Nein, nicht der Höllenhund. Mit dieser Engine hat Cryptozoic schon einige Deckbau-Spiele veröffentllicht. Eines davon, DC-Superhelden, habe ich bereits hier schon vorgestellt, und dieser Review muss sich deshalb den Vergleich gefallen lassen. Die DC-Variante hat mir sehr gut gefallen, und ich war gespannt, wie sich die Herr der Ringe Version schlagen wird.

Der Herr der Ringe ist das Buch, das ich fast auswendig kenne, so oft habe ich es in meinem Leben schon gelesen. Und alleine diese Tatsache macht mich sehr neugierig auf jedes Spiel mit dieser Lizenz.

Thematisch schlüpfen wir in die Rollen von Frodo, Sam, Gandalf, Gimli und all den Anderen, die wir aus dem ersten Teil, die Gefährten, kennen.
Jeder Spieler beginnt mit den selben zehn Karten, inklusive einer charakterspezifische Karte.

Das Hauptdeck beinhaltet die Karten, die später auf dem sogenannten Pfad ausgelegt werden. Dieser besteht immer aus fünf Karten, aus denen die Spieler Karten kaufen können und wird nach jedem Spieler wieder aufgefüllt wird.
Ein paar Standardkarten werden noch ausgelegt, und das Erzfeindedeck vorbereitet. Diese Erzfeinde stellen sozusagen den Countdown dar. Alle Spieler versuchen in ihrem Zug, diese starken Gegner zu besiegen. Sind alle acht Erzfeinde besiegt, endet das Spiel.

Während ihres Zuges spielen die Spieler die Karten aus ihrer Hand und kaufen mit der somit erworbenen Macht, Karten aus dem Pfad. Diese Karten und alle gespielten Karten wandern auf den eigenen Ablagestapel. Danach zieht der Spieler wieder fünf Karten und der nächste Spieler ist an der Reihe. Sollte irgendwann der Nachziehstapel des Spielers aufgebraucht sein, mischt er seinen Ablagestapel. So kommen dann die neu erworbenen Karten ins Spiel.

Nach dem Zug einen Spielers wird der Pfad aufgefüllt, wird dabei eine Feindeskarte mit Hinterhalt ausgelegt, muss der nächste Spieler diesem entweder ausweichen, oder mit den Konsequenzen umgehen.

Am Ende des Spieles zählt jeder Spieler die Punkte auf allen Karten seines Decks und derjenige mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.

Der Herr der Ringe - Die Gefährten

Varianten:

Das Spiel bietet noch einen Albtraum-Modus an, für alle, denen das Spiel dann zu einfach erscheint. Ich verrate mal nicht, was genau sich ändert.

Der Herr der Ringe - Die Gefährten

Fazit zu Der Herr der Ringe – Die Gefährten:

Material/Komponenten

Im Gegensatz zum Superhelden-Deckbauer, hat man hier eine kleinere Schachtel gewählt, was ich sehr positiv finde. Allerdings hätte man die Box auch nochmal um den Faktor vier verkleinern können, denn auf einen Sortiereinsatz hat man leider verzichtet. Das Spiel besteht aus 220 Karten, die eine ganz ordentliche Qualität haben. Optisches Highlight sind die Fotos aus dem ersten Film der Herr der Ringe Trilogie. Normalerweise mag ich gezeichnete Grafiken eher als Fotos, aber hier in diesem Fall finde ich sie sehr ansprechend und passend. Wer den Film gesehen hat, wird auch die thematische Umsetzung auf den Karten erkennen. Negativ ist ich die teilweise sehr kleine Schrift auf den Karten. Hier ist manchmal sehr viel Text auf den Karten, was das Spiel mit neuen Spielern am Tisch etwas in die Länge ziehen kann.

Nun aber zum größten Ärgernis, der mir erst am Spieleabend aufgefallen ist. Das Spiel soll für 2-5 Spieler sein, so steht es auf der Schachtel. Leider enthält die Box nur Starterdecks für 4 Spieler. Von einer Sorte sind sechs Karten zu wenig enthalten, von einer anderen Sorte Starter-Karten sind 4 zuviel dabei. Dabei handelt es sich aber nicht um einen Verpackungsfehler, wie der Inhaltsangabe in der Anleitung zu entnehmen ist. Wie kann sowas passieren, zumal das Spiel seit 2013 in den USA auf dem Markt ist? Hat die US-Version dieses Problem auch?
Der Herr der Ringe - Die Gefährten

Alter

Das Alter ist mit 12 Jahren angegeben. Der einzige Grund, der mir dafür einfällt, dass der Film auch eine FSK12 Jahre trägt, und somit die Bilder aus dem Film die selbe Altersempfehlung tragen muss. Spieltechnisch kann es gerne auch früher gespielt werden.

Regelheft

Das Regelheft ist verständlich geschrieben. Allerdings sind gleich auf der ersten Seite Text und Bild nicht im Einklang. Die Regel schreibt von drei Verzweiflungs-Karten, die in das Start-Deck gemischt werden sollen, die Abbildung zeigt vier Karten. Etwas unglücklich bin ich über die weiße Schrift auf dunklem Grund. Macht für mich das Lesen deutlich mühsamer.

Der Herr der Ringe - Die Gefährten

Empfehlung

Vergessen wir die kleinen Fehler im Regelheft, die unsinnig große Schachtel und die fehlenden Karten. Der Herr der Ringe – Die Gefährten ist ein wirklich tolles Deckbau-Spiel. Es hat wenig Schnick-Schnack, und ist innerhalb von fünf Minuten erklärt. Es spielt sich flott, und für jeden, der die Filme kennt, machen die Karten thematisch Sinn, und sind so schnell verinnerlicht. Gerade Fans der Filme werden auf ihre Kosten kommen. Aber auch Spieler, denen Deckbauspiele liegen, die besonders leicht von der Hand spielbaren sind, können hier gerne zugreifen.

Das Spiel hat ein wenig Spielerinteraktion mit kleinen Angriffen auf die Handkarten der Mitspieler, die aber nicht besonders ins Gewicht fallen. Verglichen mit DC-Superhelden ist es, trotz des gleichen Spielprinzips, doch das bessere Spiel. Wieso?

Erstens ist die Spezialfähigkeit in Form einer Karte im Deck, so muss man sich nicht merken, dass man diese besitzt. Das ist mir leider im DC-Deckbauer immer wieder passiert. Und ich habe dort bemängelt, dass ich nicht sonderlich viele gute Kombinationen spielen konnte, wie ich sie in anderen Deckbauern so liebe. Hier in diesem Spiel hat man viel öfter Karten, die sich miteinander ergänzen, und öfter Karten nachziehen lassen. Eine meiner Lieblingskarten ist „Neue Kraft schöpfen“. Diese Karte spielt man als erste Karte aus, wirft seine vier anderen Karten ab, und zieht vier Neue. Damit kann man, wenn das Glück mitspielt, seine schlechte Kartenhand direkt im selben Zug verbessern, ohne noch eine Runde zu warten. Es gibt auch genug Karten, sein Kartendeck wieder auszudünnen, und Karten zu zerstören. Auch das fehlte mit in der DC-Variante.

Uns hat das Spiel überzeugt, und wir hoffen, dass die zwei weiteren Teile, die bereits in den USA verfügbar sind, auch auf deutsch verlegt werden.

Der Herr der Ringe - Die Gefährten

Der Herr der Ringe - Die Gefährten

Schachtelinhalt

220 Karten
9 Heldenbögen
1 Spielanleitung
Der Herr der Ringe - Die Gefährten

Credits

Cryptozoic / Asmodee
Author: Ben Stoll
2-4 Spieler
ab 12 Jahre
ca. 30-45 Minuten

Preis

ca. 27€ (Stand Dezember 2016)

Ich bedanke mich bei Asmodee für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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