#75 Knopf spielt … Tiptoi – Schatzsuche in der Buchstaben Burg

Tiptoi

Im Knopfhaushalt gibt es eine Sache, die dominanter als die Liebe zu Brettspielen ist. Das ist die Liebe zu Büchern. Es vergeht kaum ein Monat, in dem uns nicht ein neues Kinderbuch ins Haus flattert. Sei es stapelweise aus der Bücherei, oder eben durch den netten Postboten. Da Bücher so ein großes Thema sind, war es vorprogrammiert, irgendwann sich den Tiptoi näher anzuschauen. Normalerweise meiden wir elektronische Spielzeuge. Hier ist es aber weniger Spielzeug, mehr ein Hilfsmittel zur Selbsthilfe.

Wie funktioniert ein Tiptoi Stift?

Es ist fast magisch, man tippt ein Bild an und schon plappert der Stift drauf los. Wie funktioniert das? Der erste Gedanke war, dass in den Seiten des Buches Chips oder Kontakte vorhanden sein müssen. Aber weit gefehlt. Ravensburger verwendet etwas, was sie digitales Papier nennen. Das klingt jetzt spektakulärer als es ist. Ein Infrarot-Sensor im Stift erkennt Punkt-Kodierungen auf den Grafiken, die bei genauem Hinsehen, auch mit bloßem Auge erkannt werden können. Ein Mikrocontroller im Stift sucht dann die passenden Audiodateien und spielt diese ab. Durch den Kontroller ist es zudem möglich sich vorherige Aktionen zu merken, und in Abhängigkeit zu bringen. Damit lassen sich eben nicht nur Bücher, sondern auch Spiele realisieren. Hier wurde es dann doppelt interessant für Knopfspiele 🙂

Damit die Audiodateien auch auf dem Stift abliegen, müssen diese mittels einem USB-Kabel von der Ravensburger-Webseite auf den Stift geladen werden. Aber keine Sorge, der neuste Stift hat über 3GB Speicherplatz, da passen einige Bücher und Spiele drauf.

Durch eine Anmeldung am Produkt, weiß der Mikrocontroller welchen Audiodateisatz und Programmteil genutzt werden soll.

Zudem ist es möglich Hörbücher und Musik auf den Stift zu laden. Dieses Feature haben wir allerdings noch nicht betrachtet, ist aktuell auch noch uninteressant für uns.
Tiptoi Schatzsuche in der Buchstaben Burg

Ab welchem Alter lohnt sich der Stift?

Das ist, glaube ich, die häufigste Frage, die sich Eltern bei diesem Produkt stellen. Erstens ist es kein ganz günstiger Spaß, und zweitens ein elektronisches Spielzeug, was die Tendenz hat, bei zu grobem Umgang, auch mal kaputt zu gehen. Hier kann ich erst mal beruhigen. Der Stift hält einiges aus.

Die meisten Bücher sind für 4-7 Jahre angegeben, und ich würde ehrlich gesagt auch nicht früher zum Tiptoi greifen. Wir haben den Stift bekommen, und er lag doch eine Weile ungenutzt in der Ecke herum. Zum Einen, weil das Spiel in der Starterbox für den Knopf nicht so spannend war, zum Anderen weil Papa doch spannendere Spiele nach Hause geschleppt hat. Wir haben dann auf einem Flohmarkt und im Laden in drei weitere Bücher investiert: Bauernhof, Feuerwehr und ein Buch mit Kinderliedern. Und hier hat es dann endlich gezündet. Der Knopf kann stundenlang vor den Büchern sitzen, schaltet sich die Bücher inzwischen selbst frei. Irgendwann hat er begonnen sich die Lieder vorsingen zu lassen, und sie nach oder mitzusingen. Toll.

Also mein Rat, fangt mit 4 Jahren an, und kauft ein Buch mit dem Lieblingsthema Eures Kindes dazu. Dann zusammen bisschen üben, und schon kann die Erforschung des Buches auf eigene Faust beginnen.

Was finde ich besonders toll?

Ich war aufgrund meiner Erfahrungen mit elektronischen Spielzeugen etwas skeptisch ob der Audio-Qualität, aber hier überzeugt der Tiptoi. Er klingt nicht blechern und kann sogar leiser gestellt werden, oder mit Kopfhörern genutzt werden. Letzteres ist allerdings nicht nötig bei uns, es darf gerne Krach gemacht werden.

Durch den Mikrocontroller im Stift ist es möglich, dass man auch mehrmals auf ein und dasselbe Bild tippen kann, und immer wieder etwas anderes erwähnt wird. Das ist sehr spannend für die Kinder, da es da so manches zu entdecken gibt. Gerade bei der Buchstaben Burg gibt es das ein oder andere versteckte Gimmick.

Der Tiptoi macht einen sehr wertigen Eindruck, gut verarbeitet und liegt super in der Hand. Ganz besonders toll, er schaltet sich selbst ab, wenn er nicht genutzt wird, das spart eine Menge Batterien, denn das vergisst unser Knopf doch regelmäßig. Zum Verbrauch kann ich noch nicht viel sagen, außer das wir immer noch mit den ersten Batterien unterwegs sind, und das seit fast zwei Monaten.

Tiptoi Schatzsuche in der Buchstaben Burg

Schatzsuche in der Buchstaben Burg

Wenn euer Kind sich für Buchstaben interessiert, und auch schon einige Buchstaben erkennen kann, vielleicht sogar schon selbst schreiben, dann ist vielleicht dieses Tiptoi Spiel etwas für eure Knirpse. Ohne unseren Knopf dazu gedrängt zu haben, hat er sehr früh ein Interesse für Buchstaben entwickelt. Überall wo wir sind kommt dann… Schau mal ein E, oder Das fängt mit M wie Mami an…
Tiptoi Schatzsuche in der Buchstaben Burg

Schnell wurde mir aber klar, dass zwischen einem M und eine Q doch Welten liegen. Für den Knopf sind einige Buchstaben sehr interessant, zum Beispiel die in seinem Namen. Andere Buchstaben interessieren ihn nur am Rande und er will, oder kann sie sich kaum merken. Positiv ist, dass die Buchstaben Burg bekannte Tiere mit den Buchstaben verknüpft. Somit kann er sich schon das Ein oder Andere herleiten.

Das Spiel kann in zwei Schwierigkeitsstufen gespielt werden, leicht mit den Tieren auf der Oberseite der Türen, oder schwer, dann sieht man nur die Buchstaben. Am Anfang wird ziemlich sicher nur das leichte Spiel möglich sein. Als Vorschüler sicher auch das Schwere.

Tiptoi Schatzsuche in der Buchstaben Burg

Worum geht es in dem Spiel?

Es ist im weitesten Sinne ein Deduktions-/Ratesspiel. Die Spieler müssen herausfinden, welcher Edelstein der Lieblingsedelstein des Drachen ist. Die möglichen Edelsteine sind in drei Formen (viereckig, dreieckig und rund) und vier Farben (rot, grün blau, gelb) vorhanden. Quassel das Gespenst gibt nun Hinweise hinter welcher Tür sich ein Hinweis verbirgt. Dazu kommt die Frage: Ein Hinweis ist in einem Raum mit einem T.

Wird nun eine falsche Tür gewählt, kommt ein weiterer Hinweis: T wie Tiger. Spätestens jetzt findet der Knopf die Tür und wird aufgefordert mit dem Tiptoi Stift die Tür aufzuschieben. Das Tier gibt dann den ersten Hinweis auf dern Lieblingsstein des Drachen: Der Lieblingsedelstein des Drachen ist nicht rund. Keine Sorge, das muss man sich nicht alles merken, man kann sich später alle Hinweise nochmal anhören.

Das Spiel geht so lange weiter, bis der Lieblingsedelstein herausgefunden wurde. Das klappt bei uns aber nur mit Hilfe von Papa. Ganz alleine bekommt der Knopf das noch nicht hin, aber er wird besser. Gerade bei einigen Tieren, wie das EIchhörnchen, ist es für ihn schwer, da es ja eigentlich zwei Buchstaben sind.

Hat man den richtigen Edelstein genannt, wählt der Drache zufällig eine von zehn Aufgaben, die die Spieler lösen müssen. Er Fragt nach einem Tier, das mit A anfängt, das wäre dann die Ameise, oder er fragt, ob sich Worte reimen. Ziemlich schwer wird es dann mit Silbentrennung, oder ein Spiel in dem man Passwörter raten muss. Gerade bei den Aufgaben am Ende muss man doch recht oft helfen, wenn das Kind sich in den Kopf gesetzt hat, den schweren Modus zu spielen.

Am Ende ist die Freude aber groß, wenn der Drache seinen Schatz teilt.

Tiptoi Schatzsuche in der Buchstaben Burg

Fazit zu Tiptoi – Schatzsuche in der Buchstaben Burg

Die anfängliche Zurückhaltung und das Desinteresse ist inzwischen einer starken Nutzung gewichen. Wir haben einige Bücher dazubekommen, entweder aus dem Fundus von Verwandten, denn auch die alten Bücher sind mit dem neuen Stift kompatibel, oder selbst dazu gekauft. Der Knopf navigiert sehr sicher durch die Bücher, verwendet die verschiedenen Modi wie Entdecken oder Informationen, oder startet auch die kleinen Suchspiele in den Büchern. Sehr faszinierend wie intuitiv der Knopf da herangeht.

Zum Buchstabenspiel habe ich ja bereits erwähnt, dass es ohne Hilfe, mit seinen vier Jahren, noch nicht wirklich klappt. Sicher kann er auf dem Spielbrett, sich mit den Tieren beschäftigen und sich die Buchstaben vorlesen lassen, aber gegen die anderen Bücher hat es keine Chance. Ich merke auch, dass hier nicht ganz die Freude aufkommt, wie es in anderen Brettspielen der Fall ist. Entweder weil ab und an ein verfehlter Tipper die Audio-Reihenfolge im Tiptoi aus dem Tritt bringt, oder einfach weil der Frust sehr hoch wird, die Buchstaben nicht zu kennen. Aber zusammen kommen wir zum Ziel, und bringen den Drachen dazu, mit uns zu teilen.

Insgesamt ist das Buchstabenspiel sehr nett gemacht, und auch der schwere Modus kann für Kinder, die die Buchstaben schon kennen, herausfordernd sein (Das hat Papa einfach mal selbst ausprobiert).

Wir werden das Buchstabenspiel ab und an wohl wieder herausholen und etwas die neuen Buchstaben üben, aber ich denke vor dem Vorschulalter macht es lerntechnisch, sollte man es so einsetzen wollen, keinen Sinn. Er hat an den Büchern wesentlich mehr Freude und Selbstbestimmung, die er gerade sehr oft einfordert (Das mach ich alleine!!!)

Zum Tiptoi Stift selbst habe ich nur postive Worte. Das ist wirklich ein tolles Spielzeug, wo Kinder sich selbst mit Büchern beschäftigen können, ohne selbst lesen können zu müssen. Es ersetzt das Vorlesen auf keinen Fall, gibt dem Knopf aber die Freiheit selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Und den Eltern auch ab und an eine Auszeit. Netter Nebeneffekt, die Kinder und auch Eltern können noch wirklich was lernen, denn die Texte und Inhalte sind gut recherchiert und detailreich hinterlegt. Die Bücher und Audiospuren sind wirklich gut produziert, und rechtfertigen den hohen Preis.

Eine klare Empfehlung für alle Kinder die gerne mal ein Buch in die Hand nehmen.

Wie ich dieses Jahr in Stuttgart auf der Spielemesse sehen konnte, gibt es noch wesentlich mehr Tiptoi Produkte, als nur Spiele und Bücher. Aber ich denke, die werden wir mal auslassen. Muss ja nicht alles elektronisch unterstützt werden.

Ich bedanke mich bei Ravensburger für die Bereitstellung des Tiptoi Starter-Set als Rezensionsexemplar

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