#84 Papa spielt … Kingdomino

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Kingdomino

Ein Königreich für ein Pferd, oder ein Pferd für ein Königreich, oder war es doch ein Königreich für ein Lama? Ich weiß es nicht. In Kingdomino bauen wir jedenfalls unser eigene kleines Königreich. Und zwar ganz ohne Pferd und ohne Lama. Wer im Titel nun das Wort Domino erkannt hat, hat sicher inzwischen eine Vorstellung davon, was ihn erwartet. Wer nun einen Domino-Day erwartet, wird enttäuscht werden. Hier fällt nix um.

Jeder Spieler startet mit einem kleinen Schloss, um das sein Königreich errichtet wird. Per Zufall wird die Spielerreihenfolge ermittelt, und jeder Spieler sucht sich eines der vier ausliegenden Dominoplättchen (jedes Plättchen hat zwei Felder) aus. Die Plättchen sind nach den Zahlen auf der Rückseite sortiert, wobei eine höhere Zahl, meist auch ein hochwertigeres Plättchen bedeutet. Die Spieler können bei ihrere Auswahl auch immer die Plättchen der nächsten Runde sehen, und können so entscheiden, wann sie in der folgenden Runde dran sein wollen. Wer das Plättchen weiter oben nimmt, wird vor den anderen Spielern, in der nächsten Runde, seine Wahl treffen dürfen.
Die Dominoplättchen müssen nun so an das Schloss oder andere Plättchen angelegt werden, dass mindestens eine Seite mit einem vorhandenen Plättchen übereinstimmt, und das gesamte Königreich ein 5×5-Raster nicht verlässt. An das Startfeld darf jeder Gebietstyp angelegt werden.

Es wird gespielt, bis jedes Plättchen einmal in der Auslage lag. Wer nun geschickt sein Königreich aufgebaut hat, wird keine Lücken haben, denn sollte man einmal ein Plättchen nehmen, dass man nicht anlegen kann, muss dieses ungenutzt abgelegt werden.

Am Ende werden die Punkte gezählt. Jedes zusammenhängende, gleichfarbige Gebiet (Weizenfeld, Wald, Wasser und so weiter) wird wie folgt gewertet: Anzahl der Felder multipliziert mit der Anzahl der Kronen. Ein Weizenfeld, was aus sechs Feldern besteht, und zwei Kronen beherbergt, gibt dann 12 Punkte. Alle Punkte werden aufaddiert, und wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt den Kingdomino-Wettstreit.
Kingdomino

Varianten

Neben verschiedenen Wertungsvarianten (Schloss muss in der Mitte sein, Königreich muss vollständig sein), um Bonuspunkte zu bekommen, gibt es noch den Vorschlag ein BestOf3 zu spielen. Also drei Runden die Punktzahl zu addieren, und dann den Sieger zu ermitteln.
Die folgenreichste Variante ist aber das große Königreich, dass nur im Zweipersonenspiel möglich ist. Dann wird ein 7×7 Raster aufgebaut, und alle Plättchen verwendet.
Kingdomino

Fazit zu Kingdomino:

Material/Komponenten

Die Burgen und die Meeple sind nett gemacht und von guter Qualität. An dem Material der Dominoplättchen scheiden sich allerdings die Geister. Die Qualität könnte nicht besser sein, allerdings wurde eine sehr glänzende Optik (ich glaube das nennt man Spot-On-Lack) gewählt, die leider mit unseren Lichtverhältnissen sehr spiegeln. Das tut dem Spiel zwar kaum einen Abbruch, aber ein mattes Design wäre mir etwas lieber gewesen. Ich hätte mir die zahlen als kleine Zahl auch auf der Vorderseite gewünscht, da man ständig am Wenden der Plättchen ist.

Kommen wir zu etwas, was ich nicht verstehe: Warum ist dieser Stoffbeutel im Spiel? Der ist gerade so groß, alle Plättchen zu fassen. Da ist nix mit mischen oder herumrühren. Also vielleicht höchstens im Zweipersonenspiel zu nutzen. Ich finde den hätte man sich sparen können, wie die Version von Blue Orange Games es auch tut. Ein weiterer Kritikpunkt geht an die Verpackung. Die Schachtel fasst wieder viel Luft, und entspricht eben der Standard Pegasus Box für solche kleineren Spiele. Ich weiß auch, dass das für Pegasus wichtig ist, und auch am kostengünstigsten. Aber es wäre schön mal an uns Spieler zu denken, die vielleicht nicht unendlich Regalplatz haben.

Kingdomino

Alter

Das Spiel ist einfach genug, dass sicher auch schon Kinder unter acht Jahren das Spiel spielen können. Die Anlegeregeln sind sehr einfach, bis Fünf zählen kann man in dem Alter auch schon, nur bei der Addition der Punkte braucht es etwas Hilfe.

Kingdomino

Regelheft

Das Regelheft ist gut gegliedert, und erklärt das Spiel. Alles wie es soll. Aber ich muss eine Sache anmerken: Pegasus hat ihre redaktionelle Freiheit genutzt, und eine Regel im Spiel geändert. Wenn ein Plättchen genommen wird, darf es auch freiwillig abgelegt werden. Ich mag diese Regeländerung nicht, da sie ein „fieses“ Spiel zulässt, ein Plättchen zu nehmen, was man selbst gar nicht brauchen kann, nur um den Mitspieler die Chance auf dieses Plättchen zu nehmen. Das ist zwar auch ohne dieser Regel möglich, aber Bruno Cathala hat auf Boardgamegeek selbst die Frage beantwortet: Wenn man ein Plättchen anlegen kann, muss man das auch tun, selbst wenn man sich dadurch etwas verbaut. Das macht die Auswahl der Plättchen, und den Aspekt des Vorausschauens viel bedeutender.

Also jeder sollte selbst entscheiden, welche Regeln er anwendet, ich werde mich an die Vorgabe des Designers halten.
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Empfehlung

Kingdomino ist ein sehr einfaches Spiel, aber keineswegs banal. Beim Lesen der Regeln war mir erst nicht klar, wie verzwickt es dann doch werden kann. Es gibt die Gebiete in verschiedener Häufigkeit. Die seltenen Gebietstypen, haben meist eine oder mehrere Kronen drauf, und Wälder und Wiesenfelden haben oft keine Kronen, sind dafür aber auch sehr oft vorhanden, was dann sehr große Gebiete zulässt. Spieltechnisch kann man es sehr taktisch spielen, und versuchen das Maximum herauszuholen, und versuchen den Gegner zu behindern, in dem man drauf achtet, was er denn braucht. Oder man spielt es locker aus dem Bauch heraus und schaut, was so passiert. Das schätze ich an solch kleinen Spielen sehr, denn gerade Abends, wenn der Akku leer ist, aber doch noch die Lust da ist, was zu spielen, passt das sehr gut. Auch das Spiel mit mehreren Alterstufen ist so ein Spaß für alle.

Die knappen Regeln und die tolle Optik machen das Spiel für mich zu einem großen Gewinner. Auch wenn ich ein bisschen motzen musste, würde ich es jedem empfehlen, da es ein gutes Spiel ist. Und ein weiterer Aspekt: der Knopf verbaut gerne alle Bausteine zu einem riesigen Königreich, setzt die vier Schlösser und spielt dann mit den Figuren auf dieser von ihm erschaffenen Welt. Ich denke, 1-2 Jahre und er darf das Spiel auch mitspielen.

Die Zweipersonen-Variante mit dem 7×7 Raster, hat uns, entgegen unserer Erwartung, nicht gefallen. Es macht das Spiel extrem unübersichtlich, und die Punktezählerei am Ende zur Qual. Zudem verliert man über sein Königreich selbst den Überblick. Kann man mal so spielen, aber bei uns hat sich das System: zwei Partien mit je der Hälfte der Dominosteine bewährt. Wenn man nach einigen Spielen die Spielsteine kennt, ist es in der ersten Runde sehr spannend, welche denn überhaupt vorkommen, und wer dann ein gutes Gedächtnis hat, weiß, welche in der zweiten Spielrunde kommen werden. Das gibt dem Spiel, gerade zu zweit, ein ganz anderes Level an Tiefe.

Ich mag das Spiel wirklich sehr, da man es wirklich mit jedem Spielen kann, es optisch echt hübsch gemacht ist und es doch nicht zu einfach ist, es gut zu spielen. Gäbe es jetzt statt acht Könige, je vier Könige und vier Königinnen wäre das Spiel perfekt. Aber ja, ich weiß, Produktionskosten und so weiter…

Schachtelinhalt

48 Dominosteine
4 Startsteine
4 Schlösser
8 Könige
1 Beutel
1 Spielanleitung

Credits

Pegasus Spiele
Author: Bruno Cathala
Grafik: Cyril Bouquet
2-4 Spieler
ab 8 Jahre
ca. 15-30 Minuten

Preis

ca. 18€ (Stand Oktober 2016)

Ich bedanke mich bei Pegasus Spiele für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

One thought on “#84 Papa spielt … Kingdomino

  1. NachtfürNacht

    Es ist nicht einfach, uns zu unterfordern, weil wir viele einfache Spiele spielen. Kingdomino zu dritt war nett, kam aber nicht an Kribbeln, noch mal oder the game heran. Zu zweit arg bescheiden, also auf 7 x 7 umgestiegen, und ist ok, Punkte zählen zum Schluss kein Problem. Also 2x hintereinander spielen, würden wir als Strafe empfinden. Es geht in die Richtung Beleidigung von Intelligenz wie Pandemie die Heilung. Wir sind enttäuscht, genauso wie von Arboretum und Dice Stars, nur mal so als Eindruck an der falschen Stelle.

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