#92 Solopartie … La Granja No Siesta!

La Granja No Siesta
Ich muss euch ein Geständnis machen. Ich bin total verrückt nach Roll-and-Write-Games, Spiele bei denen gewürfelt, und dann auf einem Block irgendwas aufgeschrieben wird. Ja, auch Kniffel spiele ich gerne, ab und zu.
Durch eine kleine Verwechslung bin ich überhaupt erst auf La Granja No Siesta! aufmerksam geworden. Und ich liebe es, Spiele zu entdecken, die ich vorab gar nicht kannte. Ich betrachte das Spiel speziell aus der Solo-Perspektive und gehe am Ende noch ein bisschen auf den Mehrspieler-Modus ein.

In La Granja No Siesta! wird um Handelsgüter gewürfelt, Dächer auf dem eigenen Hof gebaut und Arbeiter eingestellt. Die Waren und Tiere werden in Ställen und Scheunen gelagert, oder an das Festland geliefert. Ach ja, thematisch spielt das Spiel in Mallorca, dem schönen Teil, ohne diese Ballerbudenkönige. Und wer schon mal diesen Teil von Mallorca erlebt hat, weiß auch, was es mit den Eseln auf sich hat #DonkeyTime.

In jeder Runde werden die Würfel geworfen. Daraufhin suchen sich die Spieler reihum einen Würfel aus, der Rest der Würfel wird nochmal geworfen. Wieder suchen sich die Spieler reihum einen Würfel aus. Der letzte Würfel wird ein letztes Mal geworfen und dieser zählt für alle. Nun können die Spieler diese Waren auf ihrem Zettel verwenden, oder mit den Arbeitern manipulieren. Das war es dann eigentlich auch schon. Das Spiel endet, wenn ein Spieler das Ende der Siestaskala erreicht hat. Am Ende gewinnt der Spieler, mit den meisten Punkten.

La Granja No Siesta

Das Solo-Spiel

In La Granja No Siesta! spielt man im Solo-Spiel, gegen einen virtuellen Gegner, dem man selbst Würfel zuweist. Das Spiel erstreckt sich über maximal 18 Spielrunden, oder bis entweder der Spieler oder der Gegner, das Ende der Siestaskala erreicht hat. Der neutrale Spieler startet mit einem kleinen Vorteil, indem er schon eine der drei möglichen Marktkarren erfüllt, und dem Spieler nur noch die niedrigere Punktzahl, als Ziel, übrig bleibt. Von fünf Würfeln erhält der neutrale Spieler zwei nach oben beschriebenen Models.

Dabei müssen zwei Dinge beachtet werden, damit der Gegner nicht zu schnell auf der Siestaskala voraus rennt. Erstens sollte man ihm immer einen Hut-Würfel zuweisen, denn sonst bewegt er sich weiter. Und zweitens, sollte man keinen Würfel wählen, den er in der Runde zuvor in seiner Auswahl hatte. Denn sonst, ihr ahnt es, bewegt er sich voran. Nur was ist so schlimm daran, wenn er weiter vorne ist?
Das Spiel endet vielleicht früher als einem lieb ist, und auf der Siestaskala sind in bestimmten Abständen, Sondersymbole für den neutralen Spieler. Erreicht er diese zwei Felder, erfüllt er die nächste Marktkarrenaktion, und kassiert die höhere Punktzahl und belegt einen Marktstand auf dem Markt in der Stadt. Das will man verhindern.

Das Solo-Spiel ist ein ständiges Ringen mit sich selbst, ob man nun einen Hut dem Gegner gibt, damit der die Füße still hält, oder ihn einfach ziehen lässt, um selbst auch einen Schritt voran zu kommen. Denn je weiter man selbst vorwärts kommt, desto mehr Arbeiterchips bekommt man. Anfangs sind es nur vier, aber diese werden, nach Vervollständigung der Marktkarren dann auf dem Markt gebunden. So muss man selbst weiter kommen. Auch ist der letzte Würfelwurf immer etwas glückslastig, und damit sehr spannend, denn ich weiß nie, ob ich etwas würfle, was der Gegner im Zug vorher schon hatte, und ich ihn damit nach vorne bringe.

Das Mehrpersonen-Spiel

Ich hatte in der Einleitung schon erwähnt, wie das Spiel im Prinzip funktioniert. Im Mehrpersonen-Spiel hat jeder Spieler seinen eigenen Hof, und muss eben aus den Würfeln auswählen, die an seinem Zug noch vorhanden sind, und der Startspieler in dieser Runde gewürfelt hat. Eine direkte Interaktion gibt es eigentlich nicht. Nur der Wettstreit, wer zuerst die hohen Punkte bei den Marktwagen erhält, kann spannend sein, und die damit verbundenen Endabrechnungsboni auf dem Marktplatz. Das Spiel kommt noch mit einer Expertenvariante, in der statt der eigenen Arbeiterplättchen, auch um graue neutrale Arbeiterplättchen gerungen werden kann. Diese haben andere Effekte, und können das Spiel nach einigen Runden etwas abwechslungsreicher gestalten.

La Granja No Siesta

Fazit zu La Granja No Siesta!

Material/Komponenten

Ein ganz großes Dankeschön für die Verpackung des Spieles. Die Box ist klein und voll bis unter den Rand. So wünsche ich mir das. Der Block ist zweiseitig bedruckt, auch hierfür zwei Daumen nach oben. Der Wertungsblock ist auch beidseitig bedruckt, was mich erst irritiert hatte, da ich dachte, es lägen nur englische Wertungszettel dabei. Aber die Rückseite ist auf deutsch bedruckt. So können auch beide Seiten genutzt werden. Also genug Material für viele, wirklich viele Spielrunden.

Eine Herausforderung für mich als Grobmotoriker, war das bekleben der Würfel, denn das muss vor dem ersten Spiel gemacht werden. Ich fand das jetzt nicht so schlimm, da es vermutlich den Preis niedrig gehalten hat.
Die Dachplättchen und Arbeiter sind etwas klein geraten, so dass ich mir insgeheim ein größeres Blatt auf dem Block gewünscht hätte, aber es ist alles im Rahmen des erträglichen.

La Granja No Siesta

Regelheft

Festhalten, das Spiel hat ein RegelBUCH mit 30 Seiten. Okay es ist Din A6 🙂
Das kleine Büchlein ist gut gegliedert und gut geschrieben. Für mich persönlich, schon fast alles etwas zu klein geschrieben. Nach der Einführung des Spielverlaufs, den einzelnen Spielelementen, kommt ein Glossar, die Solo-regeln, und die Expertenvariante. Alles gut.
La Granja No Siesta

Empfehlung

Ich kann La Granja No Siesta! uneingeschränkt empfehlen. Nicht nur das Mehrpersonen-Spiel hat mir Spaß gemacht, sondern gerade die Solo-Variante ist extrem gut gemacht. Es ist etwas anspruchsvoller, als Titel wie Noch Mal!, oder Avenue (Aporta Games), aber trotzdem recht flott zu spielen. Das schätze ich an meinen Solo-Spielen, wenn ich nicht dauernd in die Anleitung schauen muss. Der virtuelle Gegner ist eigentlich mehr eine Bremse, als Gegner, da man nur gegen seinen eigenen High score spielt. Aber auch das finde ich reizvoll. Spieldauer und Optik passen für mich auch komplett zusammen in das tolle Paket, was mir da zur Verfügung gestellt wurde.

Die vielen verschiedenen Sonderoptionen auf den Dächern und das Würfelglück, entscheiden natürlich darüber mit, was zuerst angekreuzt wird. Sicher ist nur, alles kriegt man nicht fertig. Es macht Spaß verschiedene Wege auszuprobieren und einfach gemütlich bisschen zu würfeln. Die Arbeiter verändern das Grundspiel dann doch nochmal gewaltig, und geben den Spielern Flexibilität.

Im Mehrpersonen-Spiel, habe ich eine kleine Kritik, die aber sofort im zweiten Spiel hinfällig wird. Ich hätte mir die Erklärung der Arbeiter auf der Rückseite der Regeln, oder als extra Beilage gewünscht, denn gerade im ersten Spiel, muss man die Symbolik erklären, und hat bei meinen Mitspielern für Verwirrung gesorgt. Im zweiten Durchgang hatten sie es dann. Und um wirklich planen zu können, muss man sich die Arbeiter eben merken, so musste ständig in der Anleitung geblättert werden. Zum Expertenspiel kann ich nix sagen, da ich diese Variante noch nicht versucht hatte, und sie im Solo-Spiel keine Rolle spielt.

Wer also ein, ein wenig aufwendigeres, aber nicht zu komplexes Würfel-mit-Block-Spiel sucht, oder alleine sich gerne eine Herausforderung stellen möchte, ist hier genau richtig. Großes Kompliment an Andreas „ode.“ Odendahl.

La Granja No Siesta

Credits

ADC Blackfire Entertainment GmbH
Author: Andreas Odendahl
Grafik: Harald Lieske
1-4 Spieler
ab 10 Jahre
ca. 30-45 Minuten

Preis

ca. 20€ (Stand März 2017)

Ich bedanke mich bei ADC Blackfire für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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