#96 Papa spielt … Oceanos

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Oceanos
Vor diesem Artikel muss ich zwei Warnungen aussprechen. Zum einen werdet ihr hier mit einem extrem hübschen Spiel konfrontiert, und zweitens bekommt ihr völlig gratis einen Ohrwurm, den ich IMMER in diesem Spiel habe: Under the sea (Youtube Link).
Der Meister des Draftings (Kartenauswahlmechanismus), Antoine Bauza, hat wieder zugeschlagen. Nach seinem Erfolg 7 Wonders, legt er mit Oceanos ein etwas simpleres Spiel nach. Das war auch der Grund, warum ich mich für Oceanos entschieden habe. Ich kam mit meiner Spielgruppe mit 7 Wonders nicht ganz klar, und Sushi Go ist uns auf Dauer zu seicht. Hier schafft es Oceanos, direkt in die Mitte, und optisch, naja später mehr im Fazit.

Jeder Spieler entscheidet sich für ein U-Boot, belädt es mit einem Taucher und etwas Treibstoff. Das U-Boot besteht aus Puzzleteilen, die zu Beginn auf Stufe 1 sind. Im Laufe des Spieles können die Spieler, einzelne Teile verbessern. Sie können das Aquarium vergrößern, um mehr Fische zu sammeln, einen zweiten Taucher anheuern, mehr Treibstoff an Bord nehmen, mehr Periskope bauen, und den Antrieb verbessern.
Unter Wasser ist es die Aufgabe der Spieler möglichst viele verschiedene Tiere zu sammeln. Sie können Kristalle sammeln, um an Stützpunkten das U-Boot zu verbessern, ihre Taucher nach draußen schicken und den schrecklichen Kraken da draußen trotzen.

Es werden 3 Runden, mit je fünf Durchgängen gespielt. Der Forschungskapitän teilt Karten an die Spieler aus, abhängig von der Anzahl der verbauten Periskope, nur sich selbst gibt er keine. Die Spieler suchen sich eine Karten aus, oder zwei, wenn sie Treibstoff einsetzen, der nur begrenzt verfügbar ist, und geben die restlichen Karten dem Kapitän zurück. Dieser darf sich dann seine Karten daraus aussuchen. Die ausgewählten Karten legt jeder Spieler in seine Auslage und versucht Korallenfelder zu bauen, Tiere zu sammeln, das U-Boot auszubauen und möglichst nicht der Krake am Ende der Runde, zu begegnen. Das Vieh trifft auf den Spieler, mit den meisten Krakenkarten in seiner Auslage. Diese Karten sind meist besonders wertvoll, und haben eben diesen kleinen Haken.

Nach drei Wertungen und der Schlusswertung, gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Oceanos

Fazit zu Oceanos:

Material/Komponenten

Optisch macht das Material eine Menge her. Es wurde viel Wert auf kleine Details gelegt. Allerdings wird, jedenfalls in der ersten deutschen Ausgabe, den Spielern gleich eine Sache negativ auffallen. Die Puzzleteile der U-Boote passen oft nur mit viel Druck zusammen. Und dann muss eben beim Auseinandernehmen wiederum darauf geachtet werden, das Bild nicht zu zerstören. Das ist extrem ärgerlich. Nach ein paar Spielen wird es dann zwar besser, aber man hätte hier eher mehr Spiel bei den Stanzteilen einplanen sollen. Vielleicht wurde dieser Schönheitsfehler in den nächsten Ausgaben verbessert, ich hoffe es.
Die Karten sind wundervoll illustriert, und passen toll in den drei Ebenen zusammen, dass sich am Ende ein tolles Gesamtbild ergibt. Sowas stimmt mich immer sehr zufrieden.

Oceanos

Regelheft

Das Regelheft ist mindestens genau so hübsch, wie das gesamte Spielmaterial. Zudem macht es auch einen sehr guten Job darin, das Spiel zu erklären. Zu den spezielleren Zweipersonen-Regeln kommt noch eine Experten-Variante hinzu, die das Spiel ein klein wenig interessanter gestaltet.
Oceanos

Empfehlung

Wenn Spiele sehr hübsch gestaltet sind, und ich sie dadurch sehr einfach auf den Tisch bekomme, weil es meine Mitspieler neugierig macht, hat das Spiel schon einen großen Pluspunkt gesammelt. Zum Glück hat Oceanos uns auch sonst nicht enttäuscht. Es füllt genau die Nische, die es füllen soll. Es ist simpel genug, dass ich es jedem erklären kann, die Regeln sind sehr übersichtlich, und die Spielzeit hält sich auch in Grenzen. Was mich besonders beeindruckt hat, dass Herr Bauza es geschafft hat, ein gutes Drafting-Spiel auch für zwei Spieler zu kreieren. Denn auch in dieser Variante, ist das Spiel auch sehr zu empfehlen.

Die Entscheidungen, die während des Spieles getroffen werden müssen, empfinde ich als spannend. Es muss entschieden werden, wann der beste Zeitpunkt ist, seinen Treibstoff einzusetzen. Dann muss entschieden werden, wie das Boot ausgebaut werden soll, und dann diese „Forder-dein-Glück-heraus“-Sache, mit den Tauchern. Wenn ein Taucher ausgesetzt wird, bleibt dieser bis zum Spielende im Wasser. Er taucht dann auf, und nimmt jede Kiste mit, die sich über ihm befindet. Es können also 1-4 Kisten ausgeräumt werden. Allerdings kann er nur auf einer Kiste ausgesetzt werden. Wartet man also bis zur dritten Ebene, muss man hoffen auch eine Kiste zu bekommen. Am Ende des Spieles zieht man dann pro Kiste ein Schatzplättchen, aus einem Beutel. Das können viele Punkte oder wenige sein.

Dieser Glücksanteil ist manchmal das Zünglein auf der Waage, was ich sehr gerne mag. Eine andere Entscheidung, sind die Krakenaugen. Nehme ich die Minuspunkte in Kauf, und nehme diese Karte in meine Auslage aus. Wie viele Krakenaugen haben denn meine Mitspieler? Und dann noch die Entscheidung: welche Karte kann ich zurückgeben, und im Zwei-Personen-Spiel, welche Karte lege ich zurück unter den Stapel, damit sie mein gegner nicht bekommt..

Oceanos ist sicher kein Vielspieler-Spiel. Es ist ein astreines Familienspiel, in dem auch jüngere Mitspieler schon gut mitspielen können, und auch schnell Erfolge feiern werden. Natürlich kann man extremes Pech haben, und entweder nicht die richtigen Kristalle bekommen, oder keine Station, in der man ein Upgrade bauen kann. Wer aber früh seine Periskope ausbaut, kann hier etwas entgegenwirken.

Insgesamt ein wirklich tolles, und optisch sehr befriedigendes Spiel, was genau unseren Nerv getroffen hat. Wenn euch also Sushi Go gefallen hat, oder ihr ein Drafting-Spiel versuchen wollt, solltet ihr euch Oceanos näher anschauen.

Oceanos

Credits

IELLO
Author: Antoine Bauza
Grafik: Jérémie Fleury
2-5 Spieler
ab 8 Jahre
ca. 30-45 Minuten

Preis

ca. 35€ (Stand April 2017)

Oceanos

Ich bedanke mich bei Iello für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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